Misereor-Gottesdienst und Fastenessen

Pfarrer Matthias Rettinger mit Altardienst und Kindern bei, "Vater unser" | Foto: Ruth Zieres
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  • Pfarrer Matthias Rettinger mit Altardienst und Kindern bei, "Vater unser"
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Den beeindruckenden Gottesdienst, den Pfarrer Rettinger mit vielen Besuchern und Ministranten feierte, gestaltete das Team Tansania mit der Situation der Jugendlichen im diesjährigen Partnerland Kamerun wesentlich mit.

Im Evangelium (Erweckung des Lazarus) begegnet uns Marta. Ihr Bruder ist gestorben. Ihre Worte klingen zunächst wie ein Vorwurf: „Wärst du hier gewesen …“ Doch sie bleiben nicht im Schmerz stehen. Sie sagt auch: „Aber auch jetzt weiß ich: Gott kann handeln.“
Das ist kein Trotz. Das ist Vertrauen. Mitten in einer Situation, die eigentlich abgeschlossen scheint. Marta hält daran fest: Auch jetzt ist Hoffnung möglich.
Diese Haltung führt uns direkt in unsere Gegenwart. Denn auch unsere Welt kennt viele solcher Momente. Wenn eine Mutter nicht weiß, wie sie ihre Kinder ernähren soll. Wenn junge Menschen keine Ausbildung finden. Wenn Armut Würde nimmt und Perspektiven raubt.
Was hat das mit uns zu tun? Sehr viel. Denn Hoffnung fällt nicht vom Himmel. Sie wächst dort, wo Menschen sich berühren lassen. Wo Glaube konkret wird. Wo Liebe zur Tat wird.
Armut darf nicht das letzte Wort haben. Schutzlosigkeit darf nicht über Würde siegen. Zukunft darf kein fernes Versprechen bleiben. Wenn Menschen fördern, ausbilden, begleiten und ermutigen, dann geschieht neues Leben - mitten im Alltag.

Zu Beginn des Gottesdienstes wurde ein Blick auf die jungen Menschen bei uns geworfen, die sich gerade auf eine Prüfung für einen Schulabschluss vorbereiten. Die Fülle an Möglichkeiten in Deutschland ist groß.
Auch die Schülerinnen und Schüler in Kamerun bereiten sich auf ihre Abschlussprüfungen vor. Aber nur wenige von ihnen haben die Perspektive auf einen Ausbildungsplatz und daran anschließend auf eine gut bezahlte Anstellung, die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch.
Mit der diesjährigen Fastenaktion lenkt Misereor, das kirchliche Werk für Entwicklungszusammenarbeit, den Blick auf ein Projekt von CODAS Caritas. Sie unterstützt junge Menschen dabei, eine eigene berufliche Perspektive zu entwickeln und umzusetzen. „Hier fängt Zukunft an“. Ihre hohe Motivation, selbst etwas zu verändern und sich aus armen Verhältnissen herauszuarbeiten, ist dafür eine gute Voraussetzung.
Im Kyrie wurde darum gebetet, Talente frei entfalten und zum Wohle aller einsetzen zu können, an Wünschen mit Mut festzuhalten und damit Hoffnung auf eine bessere Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Dass Gott dazu an der Seite der jungen Menschen sein möge, war Thema des Tagesgebetes.
An Beispielen wurde das Engagement von CODAS Caritas in den Fürbitten beleuchtet und um Stärkung der Solidarität mit den Jugendlichen in Kamerun und in den Partnergemeinden in Tansania gebetet. Auch der Aufruf zur Kollekte stand im Zeichen dieser Arbeit.
Am Ende dankte Robert Faust den zahlreichen Gottesdienstbesuchern und dem Chor „Lyra Musica“, der den Gottesdienst mit den einfühlsamen Liedern bereichert hatte. Er dankte aber auch dem Team, welches das solidarische Essen vorbereitet hatte und lud herzlich dazu ein.

Autor:

Friedrich Frank aus Mömlingen

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