Das Alphorn begeistert Männer und Frauen

Alphorn ist auch etwas für Damen – das erfuhren die zehn Teilnehmerinnen am Alphorn-Wochenende des Nordbayerischen Musikbunds unter der Leitung von Ralf Denninger (rechts) und Stefen Burkhard (links).

Jetzt hat es auch die Damenwelt erobert – das 3,64 Meter lange, in F gestimmte Fichtenholz, auch „Handy der Alpen“ genannt. Beim diesjährigen Frühjahrskurs „Wochenende mit dem Alphorn“ des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB) freute sich Dozent Ralf Denninger über zehn Damen „zwischen 17 und 70“, die sich an der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg für das Instrument begeisterten. Insgesamt hatte der Lehrgang 27 Teilnehmer – und eine lange Warteliste.

NBMB-Geschäftsführer Andreas Kleinhenz hatte den „richtigen Riecher“, als er vor fünf Jah-ren den Alphornkurs ins Programm des Musikbunds aufnahm. Inzwischen sind sämtliche Lehrgänge ausgebucht, begeistern sich immer mehr Musikerinnen und Musiker für das In-strument.

Der große Vorteil des Lehrgangs ist, dass dank der Zusammenarbeit mit dem Alphornbauer Alfons Neumann für die Anfänger unter den Teilnehmern Leihinstrumente zur Verfügung stehen. Denn normalerweise gibt ein Alphornist sein Horn nicht aus der Hand, lacht Denninger. So aber entdeckten gut neun Anfänger, einige davon Musiker aus Blasorchestern, unter Neumanns Leitung ihre Liebe zum Alphorn.

Die beiden anderen Gruppen leiteten Steffen Burkhard und Denninger selbst. Unter den Teilnehmern in diesen Gruppen waren „Stammgäste“ wie der „Freundeskreis süddeutscher Alphornbläser“ (FSA) oder die „Schambachtaler Alphornbläser“ mit „vier stattlichen Herren und zwei neuen Damen“, so Denninger. Sie befassten sich mit den höheren Weihen der Alphornmusik und intonierten Märsche, Polkas und sogar das von Denninger komponierte „We love Africa“ mit afrikanischen Rhythmen.

Außerdem sorgten die Schambachtaler für gute Unterhaltung bei den abendlichen Treffen im Kellergewölbe, berichtet der Dozent. Nach dem anstrengenden Lehrgang wurde dort trotz großer Altersunterschiede und verschiedener Charaktere eifrig gefachsimpelt und viel gelacht – was wiederum die für das Alphornspiel so wichtige Mundmuskulatur trainiert.

Das Instrument ist nicht einfach zu blasen, meint Denninger: Ohne Klappen, Tasten und Löcher wird es rein über Atemtechnik und Spannung in der mimischen Gesichtsmuskulatur gespielt. Trotzdem haben sich „alle Teilnehmer sehr gut entwickelt“, betont der studierte Posaunist. Entsprechend gelungen war das Abschlusskonzert im Großen Saal der Akademie, bei dem die Alphornisten in unterschiedlicher Besetzung die Bandbreite der Alphornmusik vom traditionellen Ruf bis zum modernen Werk präsentierten.

Beim Abschlusskonzert des vergangenen Sommerlehrgangs hatten die Alphornisten gar knapp 400 Besucher auf den Hammelburger Viehmarkt gelockt – und das obwohl das Konzert nicht groß angekündigt war. Nun hofft Ralf Denninger, dass die Teilnehmerinnen am jüngsten Lehrgang ihren Geschlechtsgenossinnen weitergeben, dass Alphorn auch etwas für Damen ist.
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