Skatturnier
24. Amorbacher Skatturnier: „Beim Grand mit Kreuz- und Pikbuben geht den Spielern das Herz auf“

Das Skatspiel zieht seinen Reiz unter anderem daraus, dass nicht bekannt ist, wie die fehlenden Karten in den Händen der Mitspieler verteilt sind. Da gilt es Vermutungen anzustellen, abzuwägen, auszuprobieren und zu spekulieren im besten Sinne des Wortes.
Die Vielfalt der Verteilungsmöglichkeiten und Spielabläufe lässt kaum je ein Spiel dem anderen gleichen. Und dabei sind es gerade mal zehn Karten auf der Hand, die am letzten Samstag des vergangenen Jahres wieder zahlreiche Skatspieler nach Amorbach lockte und die in gut vier Stunden und 480 Spielen leidenschaftlich und mit zum Teil planvoller List mit diesen Karten das bestmögliche Ergebnis erzielen wollten.
Mit Gilbert Bassing aus Walldürn, Peter Horst aus Bürgstadt, Manfred Neumann aus Weilbach und Klaus Kaufmann aus Buchen als erstmalige Teilnehmer sind es jetzt weit mehr als 100 Spieler, die in den letzten Jahren an diesem Turnier mitspielten.
Kurz vor Drei – die Spieler nehmen nach dem Losem an den Tischen Platz, überfliegen kurz die Spielordnung, einigen sich über den Schriftführer, der die Punkte nach einem vorgegebenen Schema notiert, vielleicht noch ein kurzer Satz oder ein lockerer Spruch – dann verstummt das leise Gemurmel und die gespannte Aufmerksamkeit ist auf allen Gesichtern zu erkennen in Erwartung des ersten Spiels.Alle Tische sind besetzt, selbst der Ausweichplatz in der Küche musste herangezogen werden.
Beim Turnierskat ist immer auch ein wenig Psychologie gefragt. Es werden nicht einfach „Karten gedroschen“, sondern es wird mit den Mitspielern um jeden Stich gerungen. Gemeint ist hierbei die psychologische Komponente, die auf den ersten Blick leicht verborgen bleibt. Doch wer schon einmal mehrere Runden lange keine 18 bieten konnte, zweimal bei einem Grand nur 59 Augen bekommen hat, der weiß, dass das Skatspiel auch brutal sein kann. Und gerade dann heißt es:Ruhig bleiben, Nerven bewahren, denn Skat ist eben auch mal ein Geduldspiel.
Damit am besten zu recht gekommen ist Emil Hörst aus Schneeberg, der in Gesamtwertung mit 2424 Punkten deutlich vor dem zweiten Sieger August Edelmann aus Boxbrunn mit 2118 Punkten und dem Amorbacher Ahmet Söylemez als Dritten mit 2028 Punkte lag und sich nach nun bereits 16 Teilnahmen in den vergangen 22 Jahren erstmals den Turniersieg sichern konnte. Zu seinem Erfolg trug sicher auch dazu bei, dass bei ihm bei seinen 22 getätigten Spielen insgesamt fünf Mal „sein Herz aufgehen“ durfte.
Im Verlauf des Turniertages wurden 480 Spiele gespielt, davon 116 mal Grand, 105 mal Kreuz, 84 mal Pik, 62 mal Karo, 56 mal Herz und 28 mal Nullspiele – bei 29 Spielen kam es zu keiner Ansage, wobei insgesamt 378 Spiele gewonnen und 73 Spiele verloren wurden
„Nach dem Turnier ist vor dem Turnier“, so der Turnierleiter Otto Brückner bei der Siegerehrung und verwies dabei bereits auf das 25. Jubiläumsskatturnier am Samstag, 06. Juli 2024, das als Freiluftveranstaltung geplant ist und mit besonderen Anreizen zum Mitspielen ausgestattet sein wird.
Anmeldung bei Otto Brückner, Tel. 09373 / 4373 oder Fass-Stüble, Tel. 09373 / 8515
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Bildtext: Hohe Konzentration und Spielfreude an einem der Skattische

Autor:

Otto Brückner aus Amorbach

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