Dank eines Vulkans wissen wir mehr - Ausflug zur Grube Messel

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Am Dienstag, den 14.6.2016 fuhren Klasse 6a und am 21.6.2016 die Parallelklasse 6b der Theresa-Gerhardinger-Realschule mit den Biologielehrern Fr. Trunk und Hr. Hottkowitz auf eine Exkursion zur Grube Messel. Dort tauchten sie in die Zeit vor rund 49 Millionen Jahren ein. Der ehemalige Maar-Vulkankrater ist ein Ausgrabungsort für Geologiestudenten. Jährlich werden dort über 1.000 Fossilien im Ölschiefer gefunden, am häufigsten Blätter und Fische. Denn früher war dort ein See mit tropischen Pflanzen und Bäumen. Welche Pflanzen dort gewachsen sind, konnte man auch an den mit versteinerten Mageninhalten der Tiere erkennen. Weltberühmt wurde die Ausgrabungsstätte durch die Fossilienfunde des Urpferdchens. Heute steht die Grube Messel unter Schutz als Weltnaturerbe der UNESCO.
Die Entstehung der Grube war lange Zeit ein Rätsel, auf das Wissenschaftler unterschiedliche Antworten gaben. Durch Testbohrungen im Jahr 2001 wurde die Vulkantheorie bestätigt. Mit der Bohrung ist man auf Grundwasser gestoßen, welches mit 4 bar an die Oberfläche gedrückt wird. Die Schüler durften am Brunnen von dem Wasser trinken. Der Geruch nach faulen Eiern und der leicht metallische Geschmack lies aber die meisten von einem zweiten Schluck absehen.
Wichtig in der Grube Messel ist ein kleines weißes Häuschen. Ohne die Pumpe in diesem Haus würde das Grundwasser die Grube in einen See verwandeln.
Im 19. Jahrhundert wurde dort der Ölschiefer in Hochöfen verbrannt. Die daraus entstandenen Steinrückstände findet man auf dem Weg zur Grube Messel rechts und links des Weges. Nachdem der Tagebau 1989 eingestellt worden ist, sollte aus der Grube eine Mülldeponie entstehen. Nach langer Zeit des Protestes der Bevölkerung und Wissenschaft wurden diese Pläne verworfen.
Im Ölschiefer ist eigentlich kein Öl enthalten, sondern nur eine Vorstufe davon: Kerogen. Ölschiefer ist sehr weich und kann mit der Hand zerbrochen werden, man sägt heute mit einer Motorsäge große quadratische Blöcke aus dem Schiefer. Danach werden die Steinschichten abgetragen. Wenn ein Fossil dabei ist, wird es auf künstlichen Bernstein gesetzt und manchmal in Wasser oder Glycerin feucht gelagert. So konnten die Sechstklässler sogar die blau-metallisch schillernden Flügelfarben von Insekten bestaunen. Besondere Aufmerksamkeit brachte ein rundliches Fossil aus Stein, welches herumgereicht wurde und zunächst Rätsel aufgab. Nicht alle waren begeistert, als sie die Lösung erfuhren: Krokodilkot. Auf einer Restschutthalde der Geologen durften die Kinder auch selbst das Gestein näher untersuchen und nach Fossilien forschen. Leider blieben neue Entdeckungen aus.
Die spannende Fahrt zu dem Urpferdchen hat den Amorbacher Schülern das Thema Evolution näher gebracht und anschaulich die Arbeit der Forscher und Wissenschaftler gezeigt.
Peter Hofmann, Klasse 6a

Autor:

Lorenz Graf aus Amorbach

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