Kolping Amorbach
Mit Wein, Witz und vielen Erinnerungen gefeiert
- Foto: Helena Wilmerding
- hochgeladen von Kolping Amorbach
125 Jahre Vereinsgeschichte, vier regionale Weine, deftige Vesperplatten und jede Menge Humor: Die Kolpingsfamilie Amorbach hat ihr Jubiläum mit einem geselligen Wein- und Kabarettabend gefeiert. Mehr als 100 Mitglieder und geladene Gäste kamen dazu im Pfarrheim zusammen. Zwischen historischen Fotografien, Erinnerungen aus mehr als einem Jahrhundert Vereinsgeschichte und einem Kabarettprogramm von Philipp Weber zeigte sich dabei vor allem eines: Die 1901 gegründete Kolpingsfamilie blickt gerne zurück, ist aber keineswegs ein Verein von gestern.
Pfarrer Christian Wöber erinnerte daran, dass Bildung und Gemeinschaft von Beginn an zentrale Gedanken der Kolpingbewegung waren. Dieser Auftrag lebe in Amorbach bis heute fort – etwa im Pfingstzeltlager, bei dem aus ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer wieder Jugendliche und Erwachsene würden, die selbst Verantwortung übernehmen. Gerade in Zeiten von Social Media sei zudem das persönliche Miteinander von besonderer Bedeutung.
Bürgermeister Peter Schmitt würdigte das langjährige Engagement des Vereins für Amorbach. „Eine Stadt lebt nicht nur von Straßen, Gebäuden und Haushaltsplänen, sie lebt vor allem von Menschen, die sich hier einsetzen und mehr tun, als sie müssten“, betonte er. Auf die Kolpingsfamilie sei dabei seit Generationen Verlass.
Anschließend nahm Vorsitzender Lukas Götz die Gäste mit Bildern und Anekdoten auf eine kurzweilige Reise durch 125 Jahre Vereinsgeschichte. Dabei erzählte er von Weiterbildungskursen und Ausflügen in den Anfangsjahren ebenso wie von schwierigen Zeiten während der beiden Weltkriege, dem seit 1935 verschollenen Kolpingbanner und dem Wiederaufleben des Vereinslebens nach dem Zweiten Weltkrieg. Für Schmunzeln sorgte unter anderem ein überlieferter Vereinsausflug nach Heppdiel im Jahr 1908: Was es dort seinerzeit zu besichtigen gab, wüssten heute „weder die Chronik noch ich“, stellte Götz scherzhaft fest.
Der Blick ging aber auch in die Gegenwart. Heute zählt die Kolpingsfamilie 86 Mitglieder im Alter von einem bis 99 Jahren. Zu ihren prägenden Angeboten gehört weiterhin das Pfingstzeltlager. Zuletzt finanzierte der Verein zudem ein neues Klettergerüst für den Mehrgenerationenplatz hinter der Parzival-Sporthalle.
Auch abseits der Bühne wurde die Vergangenheit lebendig: Historische Vereinsbilder waren im Pfarrheim ausgestellt. Die Gäste waren eingeladen, ihr Wissen beizusteuern und Namen, Anlässe und Geschichten zu den Aufnahmen zu ergänzen.
Nach einer Vesperpause mit Hausmacher Spezialitäten und Kochkäse gehörte die Bühne Kolpingmitglied und Kabarettist Philipp Weber. Mit seinem Programm sorgte der gebürtige Amorbacher für viele Lacher. Passend zum Motto des Abends wurden über den Abend verteilt vier Weine aus der Region verkostet und von der Vorstandschaft ausgeschenkt.
Dass nach 125 Jahren nicht nur Anlass zum Zurückblicken besteht, zeigte sich noch am selben Abend: Elf Gäste füllten einen Mitgliedsantrag aus. Bereits zuvor hatte die Kolpingsfamilie im Jubiläumsjahr 14 neue Mitglieder aufgenommen. Während im Pfarrheim noch bis in die späten Abendstunden erzählt, gelacht und gemeinsam angestoßen wurde, war damit zugleich klar: Die Geschichte der Kolpingsfamilie Amorbach ist noch lange nicht zu Ende.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.