Stimmen zur Klimakrise und Kinderrechten
„Keine Ausreden mehr!“ – Klima-Demo ruft Politik zum Handeln auf
- hochgeladen von Horst Berger
Buchen. Weltweit versammelten sich am vergangenen Wochenende zahlreiche Menschen zu Klimademos und Kundgebungen zum Weltkindertag - auch in Buchen vor dem Neuen Rathaus. Aufgerufen hatten Fridays For Future Mosbach und das Klimaschutzbündnis des Neckar-Odenwald-Kreises. Passend zum Weltkindertag rückte die Kundgebung die Zukunft derjenigen ins Zentrum, die am wenigsten gehört werden – Kinder und Jugendliche.
Insta Video mit den Musikbeiträgen
Auf dem Rathausplatz entstand parallel ein Kunstwerk der Künstlerin Sofia Greff-Breuer: Aus einem grauen, kahlen Winterbaum formten Kinder ein farbenfrohes Bild des Lebens.
Horst Berger machte gleich zu Beginn auf Konsequenzen verpasster Gelegenheiten aufmerksam: „Die Koalition kürzt beim Klimaschutz – und wir sollen mit den Trümmern leben?“ Er kritisierte einerseits die aktuelle Bundesregierung: „Fasst Euch an die eigene Nase und haltet Euch an Eure eigenen Klimagesetze!“ Er wendete sich andererseits auch an die politisch Verantwortlichen unserer Region. Man sei stolz auf öffentliche Ladesäulen auf dem Gelände der AWN oder im Steinbruch Bödigheim, während auf Buchens Musterplatz oder in der Eisenbahnstraße keine zu finden wären. „Hier werden Ladesäulen dringend gebraucht, damit Angestellte sowie Kundinnen und Kunden in der Innenstadt tagsüber von günstigem Solarstrom profitieren können!“
Besonders eindringlich warnte Frank Hemberger, Leiter der Nardini-Schule in Walldürn und Führungskraft im Kinderheim St. Kilian: „Die Klimakrise ist keine ferne Gefahr. Sie ist längst da – und sie trifft zuerst die Schwächsten.“ Er verband den Kampf gegen die Erderwärmung mit dem für soziale Gerechtigkeit und Kinderrechte: Kürzungen im Sozialbereich seien ein Schlag ins Gesicht jener, die ohnehin kaum eine Stimme hätten.
Weil Till Neemann kurzfristig ausfiel, ergriff der 18-jährige Jona Schnirch das Wort: „Wir wünschen uns, dass heutige Entscheidungen nicht die Freiheit von morgen zerstören.“ Sein Appell: Politik müsse endlich generationengerecht sein – und die Erwachsenen müssten Haltung zeigen: „Stellt euch hinter Eure Kinder und Enkel, statt ihre Zukunft zu verspielen!“
Klar und unmissverständlich forderte auch Amelie Pfeiffer: „Klimaschutz ist cool - denn Klimaschutz eröffnet Chancen, wirtschaftliche Vorteile erleben diejenigen, die vorangehen.“ Als konkrete Beispiele nannte sie die Bereiche:
- Landwirtschaft: Eine geförderte Klimabilanz führte bei einem Landwirt zu einer Ersparnis von 10 000.- € pro Jahr.
- Wirtschaft: Die Spedition Rüdinger aus unserer Region, die auf E-Mobilität bei ihren LKWs setzt.
- Kommunen: Pachteinnahmen durch Windräder oder Solaranlagen können Schwimmbäder, Bibliotheken, Kulturangeboten erhalten. „Alles was das Leben schön macht!“
Die Sängerin Helen Kemmerer bereicherte die Kundgebung durch Lieder von Mine und Dota Kehr mit aufrüttelnden Botschaften. Ihre eindrückliche Interpretation rührte viele Anwesende.
Das Basteln von Samenbomben mit dem Jugendbüro des katholischen Dekanats Mosbach-Buchen und der Spieleanhänger des Pflegedienstes Hand in Hand sorgten für eine lebendige Atmosphäre.
Herz statt Hetze war mit einem Banner vertreten. Dass Klimaschutz verbindet, zeigten auch die Omas for Future, die mit den Jüngsten Seite an Seite demonstrierten. In der Summe ein klares Signal, dass Klimaschutz keine Randnotiz, sondern das Überlebensrecht kommender Generationen ist.
Autor:Horst Berger aus Buchen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.