Europawahl 2019
Grundlegende Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik

Eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik forderte die Kandidatin für das Europaparlament von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Birgit Raab, anlässlich ihres Besuches im Landkreis Miltenberg am Montag, 13.05.2019.
Die Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe, die an die Größe der Fläche gebunden seien und ohne Bedingungen gewährt würden, sei der falsche Weg, so Birgit Raab. Davon hätten vor allem die großen Agrarkonzerne profitiert und der bäuerlichen Landwirtschaft sowie unter anderem der Artenvielfalt geschadet.
Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollen durch öffentliche Gelder diejenigen Betriebe fördern, die eine ökologische oder gesellschaftliche Gegenleistung bieten. Landwirtschaftliche Betriebe sollen nur so viele Tiere halten, wie mit heimischem Futter ernährt werden können. Dies sei auch ein wichtiger Beitrag dafür, dass zum Beispiel der Regenwald nicht weiter gerodet werde, um dort Soja als Viehfutter anzubauen. Ziel der europäischen Agrarpolitik müsse mehr Nachhaltigkeit, mehr Artenvielfalt, das Tierwohl und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel sein – weg von der industriellen Produktion, hin zur Kreislaufwirtschaft. Fleisch aus besonders tier- und umweltfreundlichen Haltungsformen müsste gekennzeichnet werden.
Um die Klimakrise zu bewältigen, muss auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten und nachhaltiger und ökologischer werden, forderte Birgit Raab.
Dass auch ein großer Teil der Bevölkerung eine andere Landwirtschaft wolle, habe der Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ gezeigt, so Raab. Sie sei zuversichtlich, dass eine Wende gelingen könne, denn immer mehr Menschen griffen zu ökologisch erzeugten Produkten.
Aber Europa mache nicht alles falsch. Eine Station ihres Besuches war der Weinberg der Lebenshilfe Großheubach in Klingenberg. Birgit Raab war begeistert von diesem Projekt, das Inklusion von Behinderten und Ökoweinbau in vorbildlicher Weise verbinde. Weinberge in Terrassenlage würden zur einen Hälfte von der EU und zur anderen Hälfte vom Freistaat gefördert. Durch den Erhalt der Weinbergsmauern würde auch ein vielfältiger Lebensraum und eine einzigartige Kulturlandschaft in Erlenbach und Klingenberg erhalten, stellte Birgit Raab abschließend fest.

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