„Dem Virus auf der Spur“ – Die mobile Erlebniswelt BIOTechnikum zu Besuch in Erlenbach

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Laborluft schnuppern, spannende Phänomene beobachten und die Wissenschaftler mit Fragen rund um die Biotechnologie löchern – Dazu erhielten die Schüler und Schülerinnen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums im Rahmen des Besuchs des mobilen BIOTechnikums Gelegenheit.

Der doppelstöckige Forschungstruck des Bundesforschungsministeriums machte auf Einladung der Regionalmanagement-Initiative Bayerischer Untermain und des Hermann-Staudinger-Gymnasiums am 10. und 11. Juli einen zweitägigen Tour-Stopp in Erlenbach. Unter dem Motto „Erlebnis Forschung“ eröffnete der auffällige Biotech-Truck mit einem interaktiven Ausstellung- und Experimentierraum leicht verständliche Einblicke in die Biotechnologie und damit auf Bestandteile und Vorgänge des Lebens, die aufgrund ihres winzigen Maßstabs meist im Verborgenen ablaufen. Besonders fasziniert waren die Schüler und Schülerinnen von dem Multimedia-Lernspiel „Bodymover“, mit dem sie sich mittels Gestensteuerung durch Körperzellen bewegen und deren Bestandteile kennenlernen konnten.

Fast täglich nutzen wir biotechnologisch hergestellte Produkte, beispielsweise Medikamente oder Waschmittel. Was für uns heute selbstverständlich erscheint, ist nicht selten das Ergebnis brillanter Ideen und oft jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit. Biotechnologie finden wir aber nicht nur in den wissenschaftlichen Laboren. Insbesondere die Industrie setzt auf nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen und umweltverträgliche Herstellungsverfahren. Was genau die Biotechnologie überhaupt ist und wie in einem Labor gearbeitet wird, das erfuhren die jungen Besucher/innen des Forschungstrucks. Dabei durften die Jungforscher/innen auch selbst experimentieren und Forscherluft schnuppern. So stellten sie beispielsweise mithilfe von Milch, Enzymen und Salz Käse her und untersuchten, die enzymatische Wirkung von Waschmitteln oder die Virenlast eines fiktiven Patienten.

Der Schulleiter des Hermann-Staudinger-Gymnasium, Herr Blank, war von Beginn an von der Idee begeistert, dass seine Schule Gastgeber für die Initiative BIOTechnikum sein kann. „Ein außerschulischer Lernort wie das BIOTechnikum ist eine tolle Gelegenheit, das MINT-Interesse der Schüler und Schülerinnen zu wecken und zu fördern“, so Blank.

Neben den angemeldeten Schulklassen waren im Rahmen der offenen Tür alle Forschernaturen und interessierten Bürger/innen zu einem Besuch im mobilen Labor eingeladen. Die beiden projektbegleitenden Wissenschaftler Dr. Tim Fechtner und Dr. Aline Anton standen sowohl für allgemeine als auch für individuelle Fragen rund um die Forschungs- und Anwendungsgebiete im Bereich der Biotechnologie zur Verfügung. Eine der häufiger gestellten Fragen, war die Frage nach den Einstiegs- und Berufsmöglichkeiten im Bereich der Biotechnologie. Die Wissenschaftler machten deutlich, wie interdisziplinär, dynamisch und vielfältig das Berufsfeld ist: Wer sich für Biotechnologie und Lebenswissenschaften interessiert, wird überrascht sein, wie vielfältig diese Bereiche sind. Hier arbeiten nicht nur Biologen, sondern zum Beispiel auch Chemiker, Physiker, Materialwissenschaftler und Ingenieure. Ideale Voraussetzungen um in diesem Beruf Spaß und Erfolg zu haben, seien Ausdauer, Geduld und sorgfältiges Arbeiten.

Das BIOTechnikum machte allerdings nicht nur in Erlenbach einen Tour-Stopp, sondern anschließend auch in Alzenau. Dort erhielten auch die Schüler und Schülerinnen der Edith-Stein-Schule die Möglichkeit, mit Zentrifugen, Pipetten und anderen professionellen Laborgeräten zu arbeiten und Laborluft zu schnuppern.

Hintergründe der MINT-Aktivitäten (MINT = Mathematik – Informatik – Naturwissenschaften – Technik)
Ein hochwertiges und vielfältiges Bildungsangebot im MINT-Bereich ist für die industriegeprägte Region Bayerischer Untermain von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund wurden in der Region bereits auf zahlreichen Ebenen und von verschiedenen Akteuren entsprechende Aktivitäten gestartet.
Auch die Regionalmanagement-Initiative Bayerischer Untermain hat im Rahmen ihrer Aktivitäten zur Fachkräftesicherung die MINT-Nachwuchsförderung seit längerem auf der Agenda. So ist sie regionaler Netzwerkpartner der Stiftung „Haus der kleinen Forscher" und bietet MINT-Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher an, organisiert als Patenunternehmen der Stiftung Jugend forscht regelmäßig den unterfränkischen Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ und veranstaltet in den Herbstferien eine MINT-Ferienbetreuung. Zielsetzung dieser Projekte ist es, Kinder und Jugendliche für das MINT-Thema zu begeistern.

Seit Sommer letzten Jahres baut die Regionalmanagement-Initiative zudem das „MINT-Netzwerk am Bayerischen Untermain“ auf, an dem sich neben Schulvertretern u.a. auch die IHK Aschaffenburg, Handwerkskammer für Unterfranken, die Agentur für Arbeit Aschaffenburg und die Hochschule Aschaffenburg beteiligen. Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und die Anschaulichkeit und den Praxisbezug im schulischen MINT-Unterricht zu unterstützen, das sind Ziele, die sich das MINT-Netzwerk gesetzt hat (s. auch www.mint-region-untermain.de).

Auch das Hermann-Staudinger-Gymnasium ist seit Beginn ein aktives Mitglied des MINT-Netzwerks und nutzt gerne die Angebote und die Austauschplattform des Netzwerks. Die Schule ist darüber hinaus Mitglied im MINT-EC-Netzwerk und bietet naturwissenschaftlich interessierten Schülern vielfältige Angebote und Fördermöglichkeiten. Insbesondere im Bereich Robotik / Informatik können die Schüler zahlreiche Kurse belegen und Schüler der Oberstufe richten jedes Jahr einen regionalen Roboterbauwettbewerb aus.

Hintergründe der BMBF-Initiative „BIOTechnikum“
„BIOTechnikum: Erlebnis Forschung – Gesundheit, Ernährung, Umwelt“ – mit dieser Initiative bringt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Menschen Biotechnologie im wahrsten Sinne des Wortes näher. Die mobile Erlebniswelt BIOTechnikum ist seit Herbst 2008 im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung deutschlandweit unterwegs, um über die Bedeutung der modernen Biotechnologie in Deutschland, ihre Forschung und Anwendung zu informieren, Berufsperspektiven aufzuzeigen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. 2013 wurde die erfolgreiche Initiative visuell und didaktisch neugestaltet und ist seit Juli 2013 in neuem Gewand, mit neuem Ausstellungs- und Veranstaltungskonzept wieder ständiger Gast auf Deutschlands Schulhöfen und Marktplätzen, Berufsinformations- und Fachmessen, Wissenschaftsnächten und Technik-Events.
Weitere Informationen unter www.biotechnikum.eu

Autor:

Saskia Hense aus Großwallstadt

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