Das HSG im All
Im Gespräch mit der deutschen Astronautin

Die Astronautin mit den Schülerinnen des HSG
  • Die Astronautin mit den Schülerinnen des HSG
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  • hochgeladen von Dirk Simon

Zusammen mit mehr als 200 anderen Mädchen aus der Region besuchten wir, Mädchen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach/Main, verschiedene Workshops und hörten einen Vortrag der vielleicht ersten deutschen Astronautin im All: Dr. Insa Thiele-Eich.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Hochschulpräsidentin machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Kurzpraktikum an diesem Tag, bei dem es um Thermografie ging. Das ist die Wissenschaft, bei der man „Wärme sichtbar macht“. Wir durften also mit Wärmebildkameras experimentieren und schauen, wie ‘heiß‘ wir wirklich sind. Dabei führten uns die Referenten kurz in die Anwendung der Thermografie ein, die zum Beispiel bei der Gebäudedämmung eingesetzt wird.
Danach blickten wir in die Zukunft: Bei einer Demonstration zu automatisiertem Fahren konnten wir sowohl das „Autonome Forschungsfahrzeug“ der Hochschule sehen, als auch Einblick in den Stand der Forschung erhalten. Am Ende des Vormittagsprogramms durften wir mit Hilfe von Professor Bruhm ein kleines Programm zur Fertigungsautomatisierung selbst erstellen und am Modell erproben.
Das Highlight des Tages kam allerdings nach der Mittagspause: der Vortrag der Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich. Dass sie den Vortrag hielt, passte sehr gut zum Thema des Tages, Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Sie ist nämlich dreifache Mutter, Doktor der Metereolgie, eine echte Power-Frau und sie wird wahrscheinlich Mitte nächsten Jahres die erste deutsche Frau auf der Raumstation sein. Absolut authentisch und spannend erzählte die 36-Jährige von ihrem Lebenslauf und wie sie zur Raumfahrt gekommen ist. Bei Insa Thiele-Eich liegt das Astronautenleben in der Familie. Schon ihr Vater ist ins Weltall geflogen, weshalb sie in den USA aufwuchs. Das Universum habe sie schon immer fasziniert, erzählte sie uns.
Nachdem ihre erste Bewerbung bei der ESA, direkt nach dem Studium, erfolglos war, gab sie nicht auf, sondern bewarb sich ein paar Jahre später bei dem Projekt „Astronautin“. Dieses aus Spendengeldern finanzierte Projekt hat unter anderem das Ziel, die erste deutsche Frau ins Weltall zu fliegen. Nach vielen Prüfungen, in denen ihre physische und psychische Leistungsfähigkeit getestet wurde und sie unzählige Aufgaben unter Aufsicht von Psychologen lösen musste, kam die erhoffte Nachricht: Sie ist eine von zwei Frauen, die sich vorbereiten, um 2021 ins All zu fliegen.
Jetzt trainiert sie jede Woche und macht dabei wirklich coole Sachen. So nahm sie zum Beispiel an Parabelflügen teil, bei denen ein Flugzeug parabelförmig, also abwechselnd hoch und runter, fliegt (ungefähr 20-30 Mal). So kann man für circa 20 Sek im freien Fall die Schwerelosigkeit erleben. „Man kann sich das Gefühl der Schwerelosigkeit so vorstellen, wie den Moment kurz vor dem Einschlafen. So, als ob man gleich fällt.“ erklärt die Astronautin. Außerdem trainiert sie oft unter Wasser in einem Nachbau der Raumstation, wofür sie extra einen Tauchschein machte.
Der Raumanzug sei für Frauen viel zu groß. An diesen und vielen anderen „Kleinigkeiten“ merke sie oft, dass Frauen in der Raumfahrt eher eine Seltenheit sind. Auch gibt es noch viel zu wenige ausgewertete Experimente über die Reaktionen des weiblichen Körpers auf die Einflüsse des Weltraums. Umfangreiches Datenmaterial existiere nur von Männern.
Im Anschluss hatten wir noch viele Fragen, die uns beantwortet wurden und uns war klar, was für ein leuchtendes Vorbild in diesem naturwissenschaftlichen Bereich.

Autor:

Dirk Simon aus Erlenbach a.Main

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