Abfallwirtschaft
Das Abfallwirtschaftskonzept wird weiterentwickelt - Kommunale Abfallwirtschaft und Landrat Scherf halten an Grundzügen fest

Kreis Miltenberg. Es ist nichts so gut, als dass es nicht noch verbessert werden könnte. So auch der Tenor, der im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz am vergangenen Montag im Landratsamt Miltenberg zu hören war. Anträge von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der ÖDP lagen dazu vor, aber es gab auch in der Sitzung weitere Anregungen. Abgelehnt wurde der von Ausschussmitglied Hansjürgen Fahn (ÖDP) vorgetragene Antrag, sich die Vorgehensweise in anderen Gebietskörperschaften wie im Landkreis Aschaffenburg (Verwiegung) und im Landkreis Kitzingen (Identsystem) anzuschauen, denn der überwiegende Teil des Ausschusses war der Meinung, „never change a running system“. Stattdessen soll das bestehende Konzept weiterentwickelt werden.

Möglichkeit einer Biotonne für alle wird überprüft

In der vorausgegangenen Natur- und Umweltausschusssitzung im Oktober war die Hausmüllanalyse im Landkreis als Grundlage für die Bewertung des Abfallwirtschaftskonzeptes vorgestellt worden. Insbesondere der hohe Biomüllanteil in der Restmülltonne war beklagt worden. Daraus resultiert nun die Option, das Mindestvolumen der Restmülltonne von 7,5 Liter pro Einwohner und wöchentlicher Abfuhr auf 6 Liter pro Einwohner zu reduzieren. Wie dies umgesetzt werden kann, soll nun die Verwaltung ausarbeiten und dem Ausschuss vorstellen. Ebenso soll die flächendeckende Einführung der Biotonne für alle geprüft werden.
Eine Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit wurde bereits durch die Zustimmung zum von Nina Schüssler erläuterten Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Müllvermeidung beschlossen. Unter anderem sollen Merkblätter zur Mülltrennung in verschiedenen Sprachen verfasst und verteilt werden. Aufklärungsarbeit zur korrekten Entsorgung der Bioabfälle wird beispielsweise in einem YouTube-Video erklärt, das auch auf der Homepage des Landkreises zu finden ist. Weiter soll geprüft werden, ob eine Art rote Karte für eine unsachgemäße Mülltrennung, die mit einer Strafgebühr belegt werden könnte.
Als bereits „in Umsetzung“ und deshalb als erledigt sah der Ausschuss den ÖDP-Antrag an, sich beim Lebensmittelhandel und der Gastronomie für das Vermeiden von Einwegverpackungen einzusetzen. Wie Ruth Heim, Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft, erklärte, ist ihre Abteilung seit zwei Jahren in intensivem Dialog mit den jeweiligen Innungen und Verbänden, um gemeinsam Strategien und Konzepte zu entwickeln. »Es ist ein harter und steiniger Weg und es muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden«, sagte sie. »Es kann niemand gezwungen werden, wir müssen überzeugen«, ergänzte Landrat Jens Marco Scherf. Ein dritter ÖDP-Antrag, einen Wettbewerb »Die plastikfreie Schule« im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zu starten, fand Zustimmung des Ausschusses, nachdem die Verwaltung anbot, diese Idee im Rahmen der jährlichen Europäischen Woche der Abfallvermeidung zu integrieren – hier kooperiert das Landratsamt im Wechsel mit den Schulen und den Kindertagesstätten.

Wertstoffverkauf mit starkem Anstieg

Mit einem positiven Bericht über den Müllhaushalt erfreute Sachbearbeiterin Julia Goldschmitt die Ausschussmitglieder. Sie stimmten dem Zahlenwerk zu. Einnahmen und Ausgaben von jeweils 15,3 Millionen Euro sind für 2022 veranschlagt, allerdings ohne die Klärschlammdeponie Rück-Schippach. Wie Goldschmitt erläuterte, sind die Erlöse aus dem Verkauf von Wertstoffen im Jahr 2021 stark angestiegen (Papier-, Schrott- und Elektroschrott-Verwertung). Hieraus ergibt sich auch eine höhere Kalkulation im Mülletat 2022. Die vorgesehenen Investitionen liegen bei 405.000 Euro. Hierin sind auch die Ertüchtigung des Hochregallagers mit entsprechenden Planungsleistungen in der Müllumladestation in Erlenbach vorgesehen. Der Müllhaushalt für die ehemalige Klärschlammdeponie in Rück- Schippach schließt bei den Einnahmen von 9.000 Euro und Ausgaben von rund 230.000 Euro. Die Differenz muss laut Goldschmitt vom Landkreis aus allgemeinen Finanzmitteln ausgeglichen werden.

Neues Hochregallager für die Müllumladestation Erlenbach

Zuvor hatte der Ausschuss das Vorhaben ohne Gegenstimme befürwortet, ein Hochregallager in der Müllumladestation in Erlenbach zu errichten, was auch die Abläufe optimieren soll. Eine Kostenschätzung wurde von dem Unternehmen Frank Berninger vorgenommen, die bei 160.000 Euro liegt. Der Lastenaufzug des im Jahr 1998 in Betrieb genommenen Gebäudes ist in die Jahre gekommen, nicht mehr funktionstüchtig und irreparabel.

Remondis sorgt seit Dezember für die Müllabfuhr

Seit dem 1. Dezember 2021 hat das Unternehmen Remondis, Region Südwest, den Vertrag von Seger-Transporte in Münnerstadt für die Müllabfuhr übernommen. Laut Ruth Heim und Landrat Jens Marco Scherf läuft nun alles reibungslos und es gibt keine Beschwerden mehr aus der Bevölkerung. Weiterhin für die Abfuhr der gelben Säcke ist die Reso GmbH in Michelstadt vom Dualen System für die nächsten zwei Jahre beauftragt. Wie bekannt wurde, geht RESO ab Januar 2022 an Remondis in Lüden über. »Für uns ändert sich aber nichts«, so Ruth Heim von der kommunalen Abfallwirtschaft.

Sachstand Atommüllendlager

Es ist ein langwieriger bundesweiter Prozess, bis eine Standortentscheidung für das bundesweite Atommüllendlager im Jahr 2031 getroffen werden soll. Landrat Jens Marco Scherf berichtete über die verschiedenen Phasen bis dorthin. Der aktuelle zweite Schritt in Phase 1 soll entgegen der ursprünglichen Absicht des Bundesgesetzgebers doch unter Bürgerbeteiligung in mindestens jährlichen Fachkonferenzen fortgeführt werden. Am Ende der 1. Phase sollen aus den großflächigen 90 Teilgebieten bundesweit deutlich kleinere Standortgebiete durch den Bundestag für die oberirdische Erkundung festgelegt werden. Aktuell gehören weite Teile von Spessart und Odenwald zu den 90 Teilgebieten, welche grundsätzlich geeignet seien.

Sachstand Biosphärenreservat

Im ersten Quartal des Jahres 2022 sollen die Weichen für eine Machbarkeitsstudie zum Projekt Biosphärenreservat im Spessart gestellt werden. Wie Landrat Jens-Marco Scherf bekannt gab, soll diese Studie mit Unterstützung des Freistaates Bayern durch die drei Landkreise Miltenberg, Main-Spessart und Aschaffenburg sowie die kreisfreie Stadt Aschaffenburg beauftragt werden. Da das Biosphärenreservat kein reines Naturschutzprojekt sei, sondern es um ein umfassendes Zukunftskonzept für die Weiterentwicklung des Spessarts und ein Miteinander von Mensch und Biosphäre gehe, wird es als Projekt der Kreisentwicklung dem Kreisausschuss zugeordnet. Über die Auftragserteilung zur Machbarkeitsstudie hat dann der Kreistag zu entscheiden.

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