Bildergalerie und Essay.
Glitzernde Kälte und wärmende Herzen am Gottersdorfer Weiher.

 Der Gottersdorfer Weiher beweist auch in diesem Jahr Humor, Herz und ein Händchen für eisige Attraktionen – und erinnert uns daran, dass selbst der kälteste Winter mit Freunden, Punsch und einem Hauch Poesie zum warmen Erlebnis werden kann.
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  • Der Gottersdorfer Weiher beweist auch in diesem Jahr Humor, Herz und ein Händchen für eisige Attraktionen – und erinnert uns daran, dass selbst der kälteste Winter mit Freunden, Punsch und einem Hauch Poesie zum warmen Erlebnis werden kann.
  • hochgeladen von Roland Schönmüller

Winterwunderland lockt Groß und Klein – Minustemperaturen bringen Menschen und Eiszapfen zusammen.
 

Walldürn-Gottersdorf. Wenn der Januar sein frostiges Kleid anlegt und der Gottersdorfer Weiher sich in eine Bühne für winterliche Wunder verwandelt, lässt sich die Region nicht zweimal bitten.

Skurrile Eiszapfen hängen wie Kunstwerke von den Ästen, als hätte Mutter Natur selbst zur Vernissage geladen.

Doch die eigentlichen Stars sind eindeutig die Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Rodler, die das Eis zum Knirschen und die Herzen zum Schlagen bringen.

Von Miltenberg bis Walldürn, von Tauberbischofsheim über Külsheim, Hardheim bis Walldürn,Buchen und Mosbach  – Besucherinnen und Besucher strömen herbei, um dem Alltag ein frostiges Schnippchen zu schlagen und sich dem Wintervergnügen hinzugeben.

Der Weiher hat sich zur Attraktion Nummer 1 gemausert, und das zu Recht: Die Eisfläche ist glatt wie ein frisch gebügeltes Hemd, die Stimmung ausgelassen, und der Applaus für das Organisationsteam könnte kaum herzlicher sein.

Wer sich auf dem Eis verausgabt hat, findet am Uferrand wohltuende Stärkung. Kinderpunsch dampft verlockend, Glühwein wärmt kalte Finger und Tee lässt die Gedanken sanft pirouettieren. Für den kleinen oder großen Hunger stehen Flammkuchen und allerlei Imbisse bereit – da wird sogar der grimmigste Wintermuffel zum Genießer. Die Bewirtung? Ein Gedicht am Rande des Eises!

Die Vorfreude auf das kommende Wochenende steigt bereits wie das Thermometer im Minusbereich – erwartet werden knackige, zweistellige Minustemperaturen, die den Weiher in eine noch festlichere Eislandschaft verwandeln werden.

Die Region ist bereit für weitere Kufen-Kunststücke, Rodelrennen und Lachanfälle am Lagerfeuer. Wer weiß, vielleicht wachsen die Eiszapfen ja noch ein Stück – und mit ihnen die Begeisterung der Besucherinnen und Besucher.

Fazit: Der Gottersdorfer Weiher beweist auch in diesem Jahr Humor, Herz und ein Händchen für eisige Attraktionen – und erinnert uns daran, dass selbst der kälteste Winter mit Freunden, Punsch und einem Hauch Poesie zum warmen Erlebnis werden kann.

Frost, Flocken, Firlefanz – Vom Winterwunder und Eisverdruss

Wie fühlt sich Kälte an? Einfache Antwort: Sie fühlt sich an wie die flauschige Umarmung einer Tiefkühltruhe – gepaart mit einem Prickeln auf der Nasenspitze, das garantiert lebendig macht. Wenn die Temperaturen purzeln, findet so mancher den Weg zur Kaffeemaschine öfter als ins Fitnessstudio. Und doch: Kaum fällt die erste Flocke, schlagen Kinderherzen Purzelbäume, während Erwachsene sich zwischen Schneeballschlacht und Salzstreuer entscheiden müssen.

Der Schnee, Meister der Verwandlung, zaubert aus grauen Gassen märchenhafte Bühnenbilder. Aber wehe, er bleibt zu lange liegen: Dann mutiert er zum rutschigen Ärgernis, das Fußgänger und Autofahrer auf eine Geduldsprobe stellt. Der Zauber des Schnees ist eben ein doppeltes Spiel – glitzernd schön und hinterhältig glatt. Doch ist das wirklich Grund genug, den Winter als miese Jahreszeit zu verteufeln?

Zeit für die Ehrenrettung! Ein Blick in die Kunst verrät: Der Winter hat Stil. Archimboldo ließ Eiszapfen wachsen, wo sonst Nasen sitzen, und Breughel füllte seine Winterlandschaften mit tummelnden Schlittschuhläufern und fröhlichen Schneeballwerfern. Goethe dichtete von „einem weißen Kleid, das der Winter anlegt“, und Caspar David Friedrich brachte die melancholische Schönheit frostiger Weiten zum Leuchten. Offenbar wusste man schon damals: Winter ist Kunst – und Kunst kommt eben manchmal eiskalt.

Doch nicht nur als Leinwandstar macht der Winter Karriere. Wintersportarten wie Skifahren, Eislaufen und Schlittenfahren sind der Beweis, dass Bewegung auf Schnee und Eis mehr ist als eine Ausrede für heiße Schokolade hinterher. Während der Skilangläufer stolz seine frische Gesichtsfarbe spazieren trägt, freut sich der Rodler über jede Kurve, die ihm der Zuckerhut bei Walldürn bietet. Rodelpisten wie die bei Wenschdorf oder das spiegelglatte Eis auf dem Gottersdorfer Eisweiher sind nicht nur Spielplätze für Kinder, sondern auch Kraftquellen für gestresste Eltern, Großeltern und alle, die sich nach frischer Luft sehnen.

Gesundheitlich gesehen, hat der Winter einiges zu bieten: Die kalte Luft härtet ab, stärkt das Immunsystem und sorgt dafür, dass der innere Schweinehund endlich einen Wintermantel anzieht. Wer sich draußen bewegt, tankt auch in der tiefsten Januarnacht mehr Energie als im stickigsten Wohnzimmer.

Und was sagt die Generationenrunde? Die Kinder jauchzen, wenn der Schulweg endlich mal als Rodelpiste taugt. Teenager, sonst eher drinnen anzutreffen, posten immerhin Selfies auf dem Eisweiher. Erwachsene genießen nach dem Schneeschippen das wohlverdiente Stück Kuchen und Senioren erzählen von Wintern, in denen schon mal Eiszapfen länger als das Fernsehprogramm waren.
Am Ende bleibt’s wie immer: Winter ist das, was wir draus machen. Zwischen Frostbeule und Flockentanz zeigt sich: Wer den Zauber entdeckt, hat weniger Angst vor dem Schrecken. Also, raus mit Ihnen – auf den Eisweiher, die Rodelpiste oder einfach in den nächsten Schneehaufen. Denn: Kein Firlefanz – frische Luft macht frei!

Text und Fotos: Roland Schönmüller

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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