Bildergalerie und Essay.
Ein „Himmelsdrama“ zwischen Nebelgrau und November-Nacht.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Der Bibermond über Wertheim und anderswo bei uns in der Region.
Am Mittwoch, dem 5. November 2025, hat sich der Vollmond über Wertheim gelegt wie ein überambitionierter Bühnenstar – groß, grell und völlig überzeugt von seiner eigenen Relevanz.
Die Astronomen nennen ihn „Supermond“, einige Wertheimer nennen ihn vielleicht „ Extra-Beleuchtung über Main und Tauber“.
Er trägt den Namen Bibermond, weil irgendwo in Nordamerika Biber ihre Dämme verstärken. In Wertheim verstärken die Menschen höchstens ihre Teevorräte und die Hoffnung, dass die Heizung durchhält. Der Nebel hängt wie ein schlecht gelaunter Vorhang über der Burg und der Frost hat die ersten Gartenzwerge möglicherweise in Schockstarre versetzt.
Ein paar Unerschrockene stehen am Abend auf dem Marktplatz, schauen nach oben und fragen sich, ob das schon Weihnachten ist. Andere sagen einfach: „Schön. Und jetzt wieder rein.“
Die Eichen in einem Wertheimer Wald haben ihre letzten Blätter verloren, der Wind pfeift durch die Gassen wie ein schlecht gelaunter Flötist, und der Mond leuchtet, als wolle er sagen: „Ich bin noch da – im Gegensatz zu eurer Sommerlaune.“
Und tatsächlich: Der Mond hat sich der Erde bis auf 356.834 Kilometer genähert – das ist der erdnächste Vollmond des Jahres. Er erscheint bis zu 14 % größer und 30 % heller als sonst. Die Astronomen sprechen von „Perigäum-Syzygie“, die Wertheimer von der seltenen Super-Mondschein-Szenerie vielleicht von „zu hell zum Schlafen“.
So zeigt sich der Novembervollmond über Wertheim: ein bisschen Drama, ein bisschen Dämmerung – und Gelegenheit für diese Randnotizen als „himmlischer Zwischenruf“.
Text und Foto(s): Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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