Mehr als Sonne, Strand und Salsa
Hilfsorganisation gibt Einblicke in das wahre Kolumbien
- Das P-Seminar Spanisch des Karl-Ernst-Gymnasiums übergibt einen Spendenscheck.
- Foto: Marcus Dürschinger
- hochgeladen von Karl-Ernst-Gymnasium Amorbach
Amorbach. Dass Kolumbien weit mehr ist als traumhafte Strände, farbenfrohe Städte und mitreißende Musik, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 8. und 10. Jahrgangsstufe des Karl-Ernst-Gymnasiums Amorbach bei einem besonderen Vortrag der Hilfsorganisation „Weg der Hoffnung“, die sich seit vielen Jahren für benachteiligte Menschen in dem südamerikanischen Land engagiert. Zwei Mitarbeiterinnen aus Kolumbien sowie ein deutscher Vertreter der Organisation vermittelten in einer abwechslungsreichen Präsentation authentisch die Lebenswirklichkeit vieler Menschen.
Schon zu Beginn wurde deutlich, wie groß die Gegensätze in Kolumbien sind. Während Touristen das Land wegen seiner beeindruckenden Natur und seiner kulturellen Vielfalt schätzen, gehören für viele Familien Armut und fehlende Zukunftsperspektiven zum Alltag. Die Referenten berichteten von den Folgen der Bandenkriminalität, politischen Spannungen und großer sozialer Ungleichheit.
Mit persönlichen Geschichten aus ihrem Arbeitsalltag machten Xiomara und Samuel die Situation vor Ort für die Schüler greifbar. Immer wieder bezogen sie ihr Publikum mit Fragen ein und regten zum Nachdenken über die eigenen Lebensbedingungen und globale Verantwortung an.
Im Mittelpunkt stand die Arbeit der Hilfsorganisation, die Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen neue Perspektiven eröffnet. Zu den Einrichtungen gehören ein Kindergarten, eine Vorschule, ein Internat, ein Bauernhof, eine Werkstatt sowie eine Schule, die allen Kindern offensteht – auch Mädchen und Jungen mit Behinderungen. Neben Bildung erhalten die Kinder dort täglich drei Mahlzeiten sowie Schuluniformen, Bücher und Unterrichtsmaterialien. Dass Schulbildung in Kolumbien nicht selbstverständlich kostenlos ist, überraschte viele Zuhörer.
Trotz allem fehle es den Menschen nicht an Lebensfreude, betonten die Referenten. Ein verbindendes Element sei der Fußball, der Menschen über soziale und politische Grenzen hinweg zusammenbringe und Hoffnung stifte.
Zum Abschluss präsentierten die beiden Mitarbeiter, die in der Hilfsorganisation als Lehrerin und Erzieher tätig sind, traditionelle kolumbianische Tänze. Mit viel Temperament vermittelten sie den Schülern einen Eindruck von der kulturellen Vielfalt ihres Heimatlandes. Im anschließenden Gespräch nutzten einige Jugendliche die Gelegenheit, mehr über das Leben und die Arbeit in Kolumbien zu erfahren.
Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe eines Spendenschecks durch das P-Seminar Spanisch. Mit dem Erlös verschiedener Aktionen unterstützt das Seminar die Projekte der Hilfsorganisation und möchte dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen in Kolumbien bessere Bildungs- und Zukunftschancen zu ermöglichen.
Der Besuch machte deutlich, dass sich hinter den Postkartenmotiven Kolumbiens oft eine harte Realität verbirgt. Gleichzeitig zeigte er aber auch, wie viel engagierte Menschen mit Herzblut und gegenseitiger Unterstützung bewirken können – eine Botschaft, die bei den Schülern nachhaltig nachwirkte.
Marcus Dürschinger
Autor:Karl-Ernst-Gymnasium Amorbach aus Amorbach |
|
| Richterstraße 1, 63916 Amorbach | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.