Windräder im Spessart
Info-Veranstaltung "Windräder im Spessart"
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Das Netzwerk PRO Heimat hatte am 10.02.2026 nach Sommerau ins Gemeinschaftshaus zur Info-Veranstaltung eingeladen.
Thema: Windräder im Spessart
- Nutzen oder Zerstörung?
- Effizienz und Wirtschaftlichkeit?
- Wer zahlt den Preis?
Zu der sehr gut besuchten Veranstaltung kamen viele interessierte und auch besorgte Bürger und Politiker, um sich über Windkraft im Spessart zu informieren.
Auch Vertreter weiterer Bürgerinitiativen (BI) aus der näheren Umgebung waren vor Ort und stellten sich und ihre lokale Situation kurz vor.
Hauptthema des Abends waren Windindustrieanlagen im Spessart, wobei diese besonders mit Fokus auf mögliche Auswirkungen auf die Natur, sowie auf Kosten, Effizienz und Wirtschaftlichkeit hin beleuchtet wurden.
Im ersten Vortrag „Spessart - Biodiversitäts-Arche und Hochleistungs-Ökosystem“ stellten Marvin, Helia und Dr. Alina Domdey den aktuellen Zustand unserer Wälder mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora und seine Relevanz für den Menschen und das Klima dar.
Sie wiesen darauf hin, dass der Bau von großen Windindustriegebieten in unseren Wäldern das sonst geschlossene Ökosystem partiell zerstört und damit die Aufgaben des Waldes insgesamt beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund betonten sie, dass Naturschutz und Klimaschutz Hand in Hand gehen müssen, um Klimawandel und Artensterben zu bremsen. Insofern sind gerade hochwertige, unfragmentierte und gesunde Ökosysteme, wie der Spessart, in ihrer natürlichen Funktion zu wertvoll, um sie für die Energieerzeugung zu schädigen, zu fragmentieren oder zu degradieren.
Neben bekannten Forschungen, wie beispielsweise den Ergebnissen der Bundeswaldinventur, präsentierten sie eigene Wald- und Artenkartierungen aus dem nördlichen bayerischen Hochspessart, welche eine hohe Biodiversität, gesunde Wälder mit hoher Arten- und Strukturvielfalt und ein stabiles Ökosystem bestätigten und die Forderung nach mehr Schutz für den Spessartwald unterstützten. So dokumentierten sie beispielsweise die Vorkommen nahezu aller deutschen Fledermausarten, darunter einige, die in ihrem Bestand stark gefährdet und streng geschützt sind. Die Liste der erfassten gefährdeten Arten zeigte, dass Schwarzstorch, Mittel- und Schwarzspecht, verschiedene geschützte Kleinvogel-, Greifvogel- und Eulenarten, sowie störungsempfindliche Säugetiere wie Wildkatze oder Luchs im Spessart ein Refugium finden.
Außerdem vermittelten sie einen Überblick über die vielfältigen natürlichen Ökosystemleistungen und Klimaschutz-Funktionen des Waldes.
Dipl. Ingenieur Klaus Kress schilderte im zweiten Teil des Abends am Beispiel eines derzeit in Planung befindlichen Windindustriegebietes die Unrentabilität von Windkraftanlagen in Schwachwindgebieten, wie unserem Spessart.
Mit vielen Berechnungen und Fakten, vom Wegebau über den Betrieb, die Wartung, bis hin zur Entsorgung zeigte er den Besuchern nachvollziehbar auf, dass für Betreiber, Investoren, Gemeinden und Grundstückseigentümer gravierende Risiken bestehen.
Viele dieser Punkte sind der Bevölkerung kaum bekannt und die Daten nur schwer zugänglich. Hier ist insbesondere das Thema Rückbau zu nennen. Nach Ende der Laufzeit ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Betreiber, oder deren Rechtsnachfolger, die Anlagen komplett zurückbauen müssen. Im schlimmsten Falle haftet bei einer Insolvenz des Betreibers der Grundstückseigentümer, bei kommunalen Eignern letztendlich der Bürger.
In fundierten Berechnungen legte er dar, dass sich diese Kosten bei den momentan geplanten Schwachwindanlagen mit 175 m Rotordurchmesser aktuell bei ca. 2 Mio. Euro pro Windrad bewegen und die hierfür zu bildenden Rücklagen deutlich zu niedrig sind. Die Wirtschaftlichkeit von Schwachwindanlagen basiert daher auf Subventionen durch die Regelungen des EEG.
Neben dem Hauptthema der Wirtschaftlichkeit erläuterte er auch kurz, in welchem Maße der Wald und die Bevölkerung durch die Errichtung und Wartung der Windindustrieanlagen beeinträchtig werden. Allein hierfür werden beispielsweise für jedes einzelne Windrad tausende von LKW-Fahrten durch die Ortschaften und den Spessartwald benötigt.
Zu guter Letzt zeigte er mehrere mögliche Alternativen zu Windindustrieanlagen im Wald, zum Netzausbau und zur Energiegewinnung auf, die alle seit vielen Jahren bekannt, aber bisher politisch nicht gewollt waren.
Nach den Ausführungen des Dipl. Ingenieurs Klaus Kress, hatten die Zuschauer die Gelegenheit Fragen an die Referenten zu stellen.
Von dieser Möglichkeit wurde lebhaft Gebrauch gemacht. Hierbei entstanden interessante Diskussionen.
Wir, das Netzwerk PRO Heimat, bedanken uns bei den Referenten und den zahlreichen Besuchern, die diesen Abend zu einer informativen und angenehmen Veranstaltung gemacht haben.
Autor:Netzwerk PRO Heimat aus Elsenfeld |
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