WINDENERGIEPROJEKT W38 „HÄUSCHENSHÖHE“
Angst ist ein schlechter Berater – Belehrungen aber auch
- hochgeladen von Christian Schreck
Interessant ist, wer sich nach der Entscheidung besonders deutlich zu Wort meldet. Beide Leserbriefe sind mit „Eschau“ gezeichnet – die Auswirkungen weiterer Anlagen auf der Häuschenshöhe würden für die Menschen in Hobbach besonders unmittelbar sein. Deren Sorgen sollte man deshalb nicht vorschnell als Angst oder Ergebnis von Manipulation abtun.
Und warum eigentlich hat nun ausgerechnet „Hobbach viel Arbeit vor sich“?
Bis heute dachte ich, wir seien eine Marktgemeinde. Eschau, Hobbach, Sommerau und Wildensee gehören zusammen. Verantwortung endet nicht an der Ortstafel.
Auch Hobbach trägt mit seinen Gewerbebetrieben seit vielen Jahren zur wirtschaftlichen Stärke unserer Gemeinde bei. Umso mehr irritiert es, wenn nun gerade dort besondere Pflichten und Erwartungen abgeladen werden.
Wer Hobbach auffordert, Konzepte zu entwickeln, Windräder zu verhindern, Sitzblockaden zu organisieren oder sogar persönliche und rechtliche Konsequenzen in Kauf zu nehmen, muss sich deshalb auch eine Frage gefallen lassen: Welchen eigenen Beitrag leisten eigentlich diejenigen, die solche Forderungen stellen?
Der Gemeinderat hat mit 8:7 entschieden, keine zusätzlichen kommunalen Flächen für weitere Windenergieanlagen bereitzustellen. Es ging nicht um ein generelles Verbot der Windkraft, sondern um die konkrete Frage, ob zusätzlich Gemeindeeigentum und Gemeindewald zur Verfügung gestellt werden sollen.
Auch die genannten „bis zu fünf Millionen Euro Verlust“ werden durch Wiederholung nicht zu einer gesicherten Einnahme. Zum Zeitpunkt der Abstimmung waren wesentliche Vertragsdetails, finanzielle Verpflichtungen und die juristische Bewertung noch nicht vollständig bekannt. Wer unter solchen Voraussetzungen mit Millionenbeträgen argumentiert, sollte deshalb nicht nur mögliche Einnahmen nennen, sondern ebenso Kosten, Risiken und Gegenleistungen offenlegen.
Zur namentlichen Abstimmung: Sie schafft Transparenz darüber, wie gewählte Vertreter bei einer weitreichenden Entscheidung abstimmen. Zu einem politischen Mandat gehört für mich auch, öffentlich zu seiner Entscheidung zu stehen.
Was wir jetzt brauchen, sind keine Belehrungen darüber, was Hobbach alles zu leisten hätte, sondern eine sachliche Diskussion darüber, was die gesamte Marktgemeinde leisten kann und will.
Gemeinschaft darf nicht bei den Einnahmen beginnen und bei den Belastungen in Hobbach enden.
Autor:Christian Schreck aus Eschau |
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