PV-Abregelung vermeiden: WIRL Elektrotechnik GmbH baut eigene Insellösung
WIRL reagiert auf PV-Abregelungen mit eigener Insellösung. So bleibt mehr Solarstrom direkt im Betrieb.
Wie WIRL ein eigenes Stromnetz entwickelte
Solarstrom auf dem eigenen Dach produzieren und gleichzeitig Strom aus dem öffentlichen Netz einkaufen müssen. Was widersprüchlich klingt, war bei uns Realität.
Unsere Photovoltaikanlagen lieferten Strom. Trotzdem regelte der Netzbetreiber die Anlagen immer wieder auf 0 Prozent herunter. Die vorhandene Sonnenenergie konnten wir in diesen Phasen nicht so nutzen, wie es technisch möglich gewesen wäre.
Die erste Antwort auf unsere Frage nach einer Alternative war ernüchternd: Da könne man nichts machen.
Für uns war das keine zufriedenstellende Lösung. Also begannen wir, selbst eine zu entwickeln.
Nach fast einem Jahr Planung und technischer Entwicklung entstand ein eigenes Netzkonzept für unseren Standort in Kleinheubach. Heute arbeiten bei WIRL rund 100 kWp Photovoltaikleistung und etwa 400 kWh Batteriespeicher zusammen. Unser Solarstrom bleibt dadurch dort verfügbar, wo wir ihn brauchen. Gleichzeitig können wir weiterhin Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen, wenn die eigene Erzeugung und der Speicher nicht ausreichen.
Was zunächst aus einem konkreten Problem am eigenen Standort entstanden ist, wird nun auch für andere Unternehmen interessant.
Warum werden Photovoltaikanlagen überhaupt abgeregelt?
Eine Photovoltaikanlage produziert ihren Strom nicht danach, wie viel Energie ein Betrieb oder ein Stromnetz gerade benötigt. Sie produziert dann besonders viel, wenn die Sonne scheint.
Treffen hohe Erzeugungsmengen auf begrenzte Netzkapazitäten, können Engpässe entstehen. Netzbetreiber müssen Stromnetze innerhalb bestimmter technischer Grenzen betreiben und greifen deshalb bei Bedarf in die Einspeisung von Erzeugungsanlagen ein.
Solche Eingriffe gehören zum sogenannten Redispatch. Seit Oktober 2021 fallen auch Strom aus erneuerbaren Energien und Stromspeicher unter die entsprechenden Regelungen des Energiewirtschaftsgesetzes. Die Bundesnetzagentur beschreibt als Ziel des Redispatch eine Auswahl von Maßnahmen, mit denen Netzengpässe möglichst gezielt entlastet werden.
Für Betreiber einer Photovoltaikanlage entsteht daraus allerdings eine ungewöhnliche Situation.
Auf dem Dach wäre Energie verfügbar. Die Anlage könnte produzieren. Der Betrieb benötigt möglicherweise gleichzeitig Strom. Trotzdem darf die PV Anlage zeitweise keinen oder nur eingeschränkt Strom einspeisen.
Genau an diesem Punkt begann unser Projekt.
Der Batteriespeicher übernimmt dabei eine wichtige Aufgabe. Solarstrom, der gerade nicht unmittelbar verbraucht wird, kann gespeichert und später im Betrieb genutzt werden. Entscheidend ist jedoch das gesamte Energiekonzept. Photovoltaik, Speicher, Verbraucher, Steuerung und der Anschluss an das öffentliche Netz müssen technisch aufeinander abgestimmt sein.
Bei WIRL wurde daraus eine Lösung, bei der wir unseren eigenen Solarstrom nutzen können, ohne bei jeder entsprechenden Situation von der Abregelung der PV-Anlage abhängig zu sein.
Gleichzeitig verzichten wir nicht auf den Netzanschluss.
Wenn mehr Energie benötigt wird, als Photovoltaikanlage und Speicher bereitstellen können, beziehen wir weiterhin Strom aus dem öffentlichen Netz.
Jede Kilowattstunde, die sinnvoll direkt am Standort eingesetzt werden kann, muss nicht erst über das öffentliche Netz geliefert werden. Ein Speicher kann zusätzlich Erzeugung und Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen.
Als Nächstes kommen weitere 180 kWp Photovoltaik dazu
Unser heutiges System ist nicht der Endpunkt.
Auf rund 800 Quadratmetern Fläche sollen weitere 180 kWp Photovoltaikleistung installiert werden. Damit wächst die eigene Erzeugung deutlich.
Mehr installierte PV-Leistung allein löst allerdings nicht automatisch jedes Energieproblem. Mit wachsender Erzeugung wird vielmehr die Frage wichtiger, wann der Strom entsteht, wann er benötigt wird und welche Energiemengen gespeichert werden können.
Für Gewerbe und Industrie wird daher die Frage immer konkreter: Wie lässt sich vorhandene oder geplante Photovoltaik so in die eigene Energieversorgung einbinden, dass möglichst viel Strom tatsächlich im Betrieb ankommt?
Kann eine solche Insellösung auch bei anderen Unternehmen funktionieren?
Nach den Erfahrungen am eigenen Standort gehen wir nun den nächsten Schritt.
Wir starten die ersten externen Projekte.
Dabei geht es nicht darum, unser System unverändert auf einen anderen Betrieb zu übertragen. Jeder Standort bringt andere Bedingungen mit.
- Wie hoch ist der jährliche Strombedarf?
- Zu welchen Uhrzeiten treten die größten Lasten auf?
- Wie viel Photovoltaikleistung ist vorhanden oder geplant?
- Wie häufig kommt es zu Einschränkungen?
- Welche Speicherkapazität passt zum Verbrauch?
Erst danach lässt sich beurteilen, ob und in welcher Form eine eigene Netzstruktur mit Photovoltaik und Batteriespeicher technisch und wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
Das Ziel ist klar: PV-Abregelung vermeiden, die Abhängigkeit vom Strombezug reduzieren und mehr selbst erzeugten Solarstrom direkt im Unternehmen nutzen.
Ob ein vergleichbares Konzept auch für euren Betrieb infrage kommt, hängt von euren Verbrauchsdaten, den vorhandenen Anlagen und den Bedingungen vor Ort ab.
Ihr wollt wissen, was an eurem Standort technisch möglich ist? Sprecht uns an.
Wirl Elektrotechnik GmbH
Hauptstraße 48 a
63924 Kleinheubach
Tel: +49 (93 71) 94 94 89 – 0
info@wirl-elektrotechnik.de
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