Abfallmengen im Landkreis Miltenberg müssen weiter reduziert werden

Die Müllmenge ist auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen – diese Erkenntnis hat Ruth Heim, Leiterin der Kommunalen Abfallwirtschaft, dem Ausschuss für Natur- und Umweltschutz am Mittwoch im Landratsamt mitgeteilt. Ihre Folgerung: Es gilt, bewusst einzukaufen und die Abfallmenge zu reduzieren.

Wohl auch beeinflusst durch die Corona-Pandemie, stieg die Restmüllmenge im vergangenen Jahr erneut und liegt damit im Trend der letzten zehn Jahre. Diese Entwicklung sei laut Heim auch bei den anderen Gesellschaftern der Gemeinschaftskraftwerks Schweinfurt (GKS) zu sehen, wo der Landkreis seinen Restmüll thermisch verwerten lässt. Die hohen Anlieferungen sorgten dort natürlich für hohe technische und finanzielle Anforderungen, sagte sie und sprach von einer „vollen Auslastung der Anlage.“ Die von Miltenberg nach Schweinfurt gelieferte Menge sei um 2,7 Prozent auf 24.150 Tonnen im Jahr 2020 gestiegen, erklärte sie. Kontinuierlich gestiegen sei auch die Bioabfallmenge, die über die braune Tonne bei gleichbleibender Qualität angefallen sei. Auffällig sei, dass sich der Anteil der Eigenkompostierer im langjährigen Vergleich von 60 auf mittlerweile 48 Prozent verringert habe. Mit dem Grünabfallentsorgungssystem über die gemeindlichen Sammelplätze zeigte Heim sich zufrieden. Aufgrund von immer geringeren Mengen an Druckerzeugnissen und dem Trend zur Digitalisierung gehe die Papiermenge seit Jahren deutlich zurück. Im Gegensatz dazu stiegen die Verpackungsanteile, die mehr Volumen beanspruchen. Sie bat die Bürger*innen, die Beistände in überschaubaren Mengen bereitzustellen und nicht in riesigen Bergen. Die Mengen im gelben Wertstoffsack nähmen ebenfalls deutlich zu, verwies Heim auf einen deutschlandweiten Trend. Im Jahr 2020 habe die Menge um rund 6,9 Prozent zugelegt – auch wegen vieler Mitnahmeverpackungen aufgrund der Corona-Pandemie.

Wohl aufgrund zahlreicher Aufräumaktionen während der Pandemie sei die Sperrmüllmenge im vergangenen Jahr ebenfalls deutlich um 250 Tonnen gestiegen, zeigte Heim, auch die Zahl der Sperrmüllabrufe sei um 40 Prozent in die Höhe gegangen. Die Menge des Altholzes im Sperrmüll sei um fast 44 Prozent gestiegen. Die Anlieferungen von Elektrokleingeräten in die Depotcontainer hätten deutlich zugenommen, erklärte Heim und bat darum, die Geräte vor Einwurf nach Akku- und Kabelgeräten zu trennen sowie die Akkus zu entnehmen, um die Brandgefahr zu eliminieren. Sehr gut angenommen worden sei die Einführung der Terminbuchung bei den Wertstoffhöfen, freute sich Heim und verwies darauf, dass man damit auch das Problem der Rückstaus in Erlenbach beseitigt habe. Die Zahl der Anlieferungen sei auf allen Landkreis-Einrichtungen zurückgegangen, nur in Bürgstadt um über 12 Prozent gestiegen. Aus den Trends des vergangenen Jahres folgerte sie, dass es weiter gelte, die Abfallmengen zu reduzieren. Jeder habe es selbst in der Hand, durch seinen Einkauf die Müllmengen positiv zu beeinflussen – etwa durch den Kauf langlebiger Produkte. Die Kommunale Abfallwirtschaft werde dafür weiterhin werben. Auch habe man gemeinsam mit dem Hotel- und Gaststättenverband ein Mehrwegsystem für Speisenabholungen entwickelt. Leider seien die Schalen bislang nicht geliefert worden, bedauerte sie. Sie warb zudem für die Abfall-App des Landkreises, die auch einen Verschenkmarkt sowie einen Verleih- und Reparaturführer beinhaltet. 5.000 Menschen nutzten die App bereits, wusste sie und rief alle Haushalte dazu auf, sich die App herunterzuladen. Zur Abfallvermeidung trage auch das Windelprojekt des Landkreises zum Einsatz von Mehrwegwindeln bei, für das im Jahr 2020 80 Anträge eingegangen seien. Auch diese Zahlen seien noch steigerungsfähig, so Heim.

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