Katzen und ihre Menschen - Katzenhaltung

Katzenliebhaber sind ganz besondere Menschen, alle die sich verantwortungsbewusst um Tiere kümmern verdienen großen Respekt.

Katzen artgerecht zu halten ist gar nicht so schwer, aber doch auch wieder nicht so einfach. Sie ähneln noch sehr ihren wilden Vorfahren, haben noch die gleichen Bedürfnisse.

Wie leben Katzen natürlicherweise?

Normal sind Katzen viele Stunden täglich auf Achse. In ihrem Revier sind sie auf Erkundungsgang, markieren, liegen auf der Lauer, jagen, rennen, räkeln sich in der Sonne, spielen mit allem was sich bewegt und haben Kontakt zu anderen Katzen. So sind alle ihre Sinne gefordert und sie bleiben ausgeglichen und aktiv. Das wirkt sich positiv auf ihren Körper und ihre Psyche aus.

Zu Hause sind Katzen zärtliche Wesen, aber auch kratzbürstig, wenn sie uns zeigen, dass sie etwas nicht mögen. Sie sind so selbstständig und klug, lassen sich nicht gerne dressieren, tun aber alles, aus Liebe zu ihren Menschen. Sie sind so hübsch mit den schönen Augen, dem weichen Fell und dem fast schwerelosen, grazilen Gang und sie sind sehr hart im Nehmen, zeigen oft erst wenn’s fast zu spät ist, dass sie Schmerzen haben oder verletzt sind. Dennoch sind sie sehr sensibel uns Menschen gegenüber, sie spüren, wenn es uns nicht gut geht.

Wohungshaltung für Katzen?

Werden Katzen rein als Wohnungskatzen gehalten, sind sie vollkommen von uns abhängig, wir haben große Verantwortung, dass sie glücklich sind und es ihnen gut geht, dann machen sie auch uns glücklich. Dass manche Katzen keinen Freigang bekommen, sollen, weil die Wohnung an einer viel befahrenen Straße liegt, ist soweit o.k., wenn sie es vor allem nicht anders kennen. Bei dieser Haltungsform sollte dringend ein Ausgleich für die nicht möglichen Aktivitäten geschaffen werden. Natürliche Lebensweisen müssen so gut wie möglich simuliert werden, damit die Katzen körperlich und seelisch gesund bleiben. Es reicht nicht aus, auf 45 m² ein Einzeltier zu halten.

Wir Menschen können z. B. nie einen Katzenfreund ersetzen, das wissen wir inzwischen über Studien, die man im Internet finden kann (http://www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen.php; http://www.cat-care.de/cms/index.php/einzelhaltung-ohne-freilauf) Selbst ein Hund oder ein anderes Haustier kann die Gesellschaft einer zweiten Katze nicht ersetzen.

Wir Katzenbesitzer haben die Verantwortung, ob es unseren Katzen, die zu unserer Familie gehören, gut geht. Einfühlungsvermögen und Respekt gegenüber dem Tier sollte uns so handeln lassen. Katzen sind wirklich keine Einzelgänger, auch wenn sich das Gerücht immer noch hartnäckig hält. Das ist echt traurig.

Wenn Menschen sagen, das ist mir alles schnurz, früher hat man Katzen auch alleine gehalten, die haben das auch überlebt und außerdem sind das doch eh nur Tiere: Dann sind das Menschen, die vielleicht noch nicht darüber nachgedacht haben, die meinten, alles richtig gemacht zu haben, weil sie das alles nicht wussten. Dann sollten sie einfach mal ihr Herz fragen, ihr Gefühl und dabei der kleinen Katze, die so voller Vertrauen und Liebe ist, in die Augen schauen.

Ein Katzen-Kumpel?

Eine Zweitkatze ist auf alle Fälle eine gute Idee, die Wohnungshaltung zu erleichtern. Auch der Katzenhalter profitiert davon, dass die beiden zusammen im Körbchen liegen, sich gegenseitig putzen, sie unterhalten sich in Katzensprache, fauchen, brummen und schnurren oder raufen spielerisch. Auch über Geruchspheromone kommunizieren sie. Wir können dem Tier nicht rund um die Uhr Ansprache bieten. Welcher Katzenhalter würde die Mieze, wie es der Artgenosse tut abschlecken, um bei der Fellpflege zu helfen? Wer könnte schon mit ihr den Kratzbaum hinauf und hinunter jagen? Eine gesunde Katze in reiner Wohnungshaltung, ohne Artgenossen zu halten ist so ähnlich, als würde man einen Menschen auf einer einsamen Insel aussetzen, wo er bis an sein Lebensende nie mehr anderen Menschen begegnen würde oder mit ihnen sprechen kann.

So fühlt es sich an

Stellen Sie sich vor, Sie wären ganz alleine eingesperrt Stunde für Stunde, Tag für Tag, für immer, in einer Wohnung, die Sie mit fünf Schritten durchquert haben. Nur durch 1-2 Fenster können Sie nach draußen schauen. Sehnsüchtig betrachten Sie das weiche Gras, den strahlenden Sonnenschein und die anderen Menschen, die sich fröhlich unterhalten. Es kommt Ihnen ewig vor, bis endlich Ihr sehnsüchtig erwarteter Partner nach Hause kommt mit dem Sie so gerne reden und mit dem Sie so gerne Zeit verbringen. Deshalb fangen Sie an, laut zu rufen aber keiner hört Sie, keiner kommt, bis Sie resignieren und aufgeben.
Da, endlich, der Schlüssel im Schloss. Es gibt Essen und Sie sind nicht mehr alleine. – Ein paar Stunden später fällt die Türe schon wieder zu. Wie lange wird es dieses Mal dauern? Sie weinen und rufen wieder, dann schlafen Sie, damit die Zeit schneller vergeht.

Wir Menschen, müssen arbeiten gehen um Geld zu verdienen, alleine dadurch sind wir schon mindestens 8 Stunden unterwegs. Dann einkaufen, oder andere Dinge erledigen, Freunde/Freundin/Freund besuchen und mit ihnen Zeit verbringen. Abends mal ausgehen, dann schlafen. Oder wir fahren in den Urlaub. Alles völlig normal, wir genießen alle Freiheiten, die es gibt. Zu Hause wartet sehnsüchtig jemand, dass sich endlich der Schlüssel im Schloss dreht. Eine Katze kann 20 Jahre alt werden.

Was könnte passieren?

- Das Kätzchen wird anfangs rufen, immer und immer wieder, so laut sie kann und irgendwann verzweifeln, weil keiner kommt. Katzen weinen innerlich, wir können ihre Tränen nicht sehen.
- Sie könnte unsauber werden. Das heißt, sie wird vielleicht aus lauter Verzweiflung in die Wohnung pinkeln. Das ist ein weiterer Hilferuf. Es hat nichts mit Arglist oder Aggressivität zu tun. Sie sagt auf Katzenart: Ich vermisse Dich, ich fühle mich so einsam, siehst Du mich nicht? Riechst Du mich? Für uns Menschen ist das unangenehm, aber unter Tieren völlig legitim.
- Sie sieht in ihrem Menschen einen Ersatz-Spielpartner. Wird ihn vielleicht kratzen und beißen. Auch mit einem Artgenossen würde sie im Spiel beißen, kratzen und raufen. Sie wird ihren Halter vielleicht zu den unpassendsten Zeiten zum Spielen auffordern: „Los, spiel mit mir Fangen und Toben!“
- Miez wird eventuell aus Verzweiflung Zerstörungswut entwickeln. Tapeten schreddern, Sofa zerkratzen und so weiter. Sie meint das nicht böse, weiß nicht, dass Tapeten so wichtig für uns sind. Das ist eine Ersatzhandlung für fehlende Bewegung und Abwechslung.
- Vielleicht wird sie krank, weil ihr verhaltenstypische Reize fehlen und weil sie ihren Bewegungsdrang nicht ausleben kann. Wie gerne würde sie über Wiesen rennen, Grashüpfer fangen, ein Sandbad nehmen, sich in der Sonne räkeln. Das geht aber nicht, ein Katzenkumpel würde ihr helfen, das zu überbrücken. Geteiltes Leid ist halbes Leid.
- Oder Sie wird vor lauter Traurigkeit depressiv und wird nur noch schlafen. Sie wird mit der Zeit verlernen, wie man mit anderen Katzen zurechtkommt und dann wird es schwer, sie nochmal zu vergesellschaften. In Tierheimen gibt es viele davon.

Finanziell ist es kein so großer Unterschied, ob man ein oder zwei Tiere hält. Die großen Futterdosen sind oft günstiger und auch das Katzenstreu. Platztechnisch ist, wo Platz für eine Katze ist, auch Platz für zwei. Wenn natürlich alle auf einmal krank würden, dann kann es für den Tierarzt schon mal mehr kosten.

Brigitte Miltenberger

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