Aus der Nachbarschaft: Olaf Scholz im Zukunftsgespräch in Frankfurt
Zwischen sozialem Klimaschutz und grünem Sozialismus: Die SPD im Aufwind, Zeit für einen Wechsel?

Olaf Scholz in Frankfurt
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Frankfurt am Main, 26.08.2021    Olaf Scholz, derzeitiger Bundesfinanzminister und Vizekanzler, erscheint pünktlich um 18:15 Uhr auf der Bühne der Beachclub-Summerlounge des Parkhauses an der Frankfurter Börse.
Mitten in der City, mitten in der Gesellschaft.
Bereits eine Stunde zuvor sind alle Plätze belegt und rund 1.500 Menschen warten auf den möglichen Nachfolger der beliebten Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die bei der anstehenden Bundestagswahl am 26.09.2021 nicht mehr antritt.

Mit nachdenklichen Worten eröffnet Scholz seine Ansprache an die Anwesenden: Afghanistan ist derzeit so nah an Deutschland wie kein anderes Land. Und es berühre ihn sehr und es lässt ihn nicht kalt, dass die BundeswehrsoldatInnen ihr Leben aufs Spiel setzen, um möglichst viele, viele Menschen aus der Hölle von Kabul zu holen. Dankbar sei er in diesen schweren Stunden der kollektiven Teilnahme.

Der SPD-Kanzlerkandidat setzt seine Rede fort und erinnert nun an den laufenden Wahlkampf.
Schnell macht er klar, dass der Klimaschutz eine große Bedeutung hat. Dennoch sieht er eine radikale, übereilte Transformation der Gesellschaft als nicht zielführend. Die Menschen müssen sich anpassen, die Arbeitsbedingungen müssen sich anpassen: Dafür braucht man schlichtweg die nötige Zeit, damit so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten bleiben und so wenige Menschen wie nötig ihren Job dadurch verlieren.

Das Programm spricht für sich

12 Euro Mindestlohn, mindestens 400.000 neue Wohnungen pro Jahr, das Forcieren des Klimaschutzes und weniger CO²-Emissionen verursachen, den Sozialwohnungsbau vorantreiben: Das alles will die SPD auf Vordermann bringen, wenn sie das Mandat und die Mehrheiten erhält.

Als Beispiel für das Erreichen der 400.000er Marke im Wohnungsbau erinnert der Finanzminister an das Jahr 1973: Da wurden sogar 800.000 Wohnungen neu gebaut. Dies war damals möglich und dies ist es heute ebenfalls.
In seinem Plädoyer für die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes macht der Vizekanzler keinen Hehl daraus, dass für die gesamte Gesellschaft diese Verbesserung eine kleine sei, aber eine gewaltig große sei sie, wenn man bedenkt, dass sie für rund 10 Millionen Menschen gelten wird.

Die SPD im Aufwind: Zeit für einen Wechsel?

In einer Fragerunde aus dem Publikum will eine junge Dame wissen, warum sie die SPD wählen soll. Sie war schon mal Mitglied und aus Frust sei sie ausgetreten. SPD und sozial, das passt nicht mehr zusammen – so die junge Dame ganz resolut in Richtung Olaf Scholz.
Der kontert und bedankt sich zugleich für diese Rückmeldung: Alleine die Tatsache, dass sie gekommen sei, um ihm zuzuhören, sei ein großer Erfolg für die SPD. Die Menschen hören ihr wieder zu und sind bereit, etwas zu riskieren, was für die Politik am Wichtigsten sei: Ihre Stimme.
Und diese eine Stimme ist immens wichtig, um Deutschland, nach den vielen Jahren der Regierungsbeteiligung mit der Union, endlich sozialer zu gestalten.
Dafür brauche man auch ihre Stimme und ihr Vertrauen.

Der Kanzlerkandidat gibt sich menschenfreundlich und geht mit Demut auf jeden ein: Auf den Lehrer, der ihn mit den sachgrundlosen Befristungen konfrontiert. Auf die Krankenschwester, die ihren Beruf niemals weiter empfehlen würde. Auf die ausländische Mitbürgerin, die ihren Frust klar äußert: Warum können amtliche Formulare nicht in anderen Sprachen herausgegeben werden?

Scholz lässt nichts aus und antwortet gründlich und sachlich. Stets verständnisvoll aber lösungsorientiert.

Die Menschen in Deutschland brauchen MacherInnen und Lösungen, Erfahrung und Wissen zahlen sich aus. Am Ende des Wahlkampfes, am 26.09.2021, werden die fatalen Ergebnisse feststehen.

Olaf Scholz, der Mann aus Hamburg: Wird er Deutschland in die goldenen 20er-Jahre führen – oder bleibt er nur eine nette Erinnerung aus eines Traum zwischen sozialem Klimaschutz und grünem Sozialismus?

Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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