#weremember: wehret den Anfängen!

Szene aus "Lena Zahn will hoch hinaus: von Juden und anderen Mistelpflanzen" (Jasmin Kohl als Lena, Steven Langner als Elias)
  • Szene aus "Lena Zahn will hoch hinaus: von Juden und anderen Mistelpflanzen" (Jasmin Kohl als Lena, Steven Langner als Elias)
  • Foto: Theaterverein Die Granatsplitter e.V.
  • hochgeladen von Andrea Faggiano

Der 27.Januar steht dieses Jahr weltweit unter dem Hashtag #weremember.
Am diesen internationalen Tag des Holocausts muss man an das Vergessen erinnern: wie schnell Worte zu Fakten werden können und wie der Mensch zu einem brutalen Wesen mutieren kann.
Theaterleute haben im Sinne der im Grundgesetz festverankert Künstlerfreiheit nicht nur das Privileg und das Recht, gesellschaftskritisch zu sein-sie haben auch die Pflicht ihre Stimme gegen Missstände zu erheben, auf diese aufmerksam zu machen und möglichst für das friedliche Miteinander zu werben.
Der Obernburger Theaterverein Die Granatsplitter e.V. hat - gemeinsam mit der Autorin und freien Journalistin Ruth Weitz - mit seinen Stadtführungen „Obernburg...mit langen Wimpern!“ bereits im letzten Jahr mit der fünften Szene „Lena Zahn will hoch hinaus: von Juden und anderen Mistelpflanzen“ an das Vergessen im Ort und im Landkreis erinnern wollen.
Denn vergessen ist die Tatsache, dass in Obernburg es auch eine Adolf-Hitler-Straße gegeben hat; eine Adolf-Hitler-Warte ebenfalls. Und wer meint, man hat damals Nichts mitbekommen, auch hier hilft das Geschichtsbuch bzw. die Ortskunde: der sogenannte Franzosenweg (heute ein beliebter Panoramaweg) und die „Himmelsleiter“ sind Zeitzeugen aus dieser Epoche, als der Würzburger Heinrich Störrlein Gauleiter in Obernburg war und französische Gefangenen diese Wege anlegen mussten.
Gerade in unruhigen Zeiten wie die heutigen es sind muss man darauf hinweisen: wehret den Anfängen!
Schaut man sich in Europa nur um: während der italienische Ex-Innenminister Matteo Salvini in diesem Monat in Bologna an Türen klingelte, bei denen ausländische MitbürgerInnen wohnen und er diese nur aufgrund ihrer namentlichen Herkunft mit Drogendealern in Verbindung brachte, überlegen andere KommunalpolitikerInnen in der Nähe von Rom wiederum über das Verallgemeinern von Kriegstoten: ob jüdische Deportierten oder gefallene Soldaten, ob Zivilisten oder Partisanen-aus ihrer Sicht gäbe es keinen Unterschied, der "Sonderstatus" beispielsweise der Juden in der Geschichte Italiens sei somit hinfällig.
Und in Deutschland? Die Verharmlosung von antisemitischen Taten und das Anprangern bestimmter Gesellschaftsschichten bzw. ausländischer MitbürgerInnen sind durch die drohende Verrohung an der Tagesordnung.
Die Antwort des Theatervereins Die Granatsplitter e.V. ist klar und deutlich: NEIN.
Er wird weiterhin die Stadtführungen abhalten- als klares Signal und im Zeichen seiner künstlerischen Freiheit = Verantwortung.
Denn: #weremember!

Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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