Heilig Drei Königstag
Wanderung im Pulverschnee
- Foto: Bild privat
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Drei-Königs-Wanderung des OWK am 06.01.2026 begeisterte: Ein magisches Wintermärchen voller Geschichte!
Was für ein gelungener Start in das Wanderjahr 2026! Bei gutem Wetter und in einer märchenhaft verschneiten Kulisse trafen sich am Dreikönigstag 40 erwartungsvolle Wanderfreunde der Odenwaldklubs Buchen und Hardheim zu einer traditionellen Winter-Tour. Die Stimmung war von der ersten Minute an begeistert, als DWV-Wanderführerin Iris Trabold-Otterbach die Gruppe am Limespfad in Walldürn mit einem schönen Neujahrsgedicht begrüßte.
Zwischen Grusel und Geschichte: Der Galgen im Fokus
Die Route führte die Teilnehmer zunächst zu einem Ort, der Gänsehaut garantierte: dem historischen Walldürner Galgen. Inmitten der Stille des Winterwaldes, unweit alter Fern- und Wallfahrtswege sowie verborgener Hügelgräber, lauschten die Wanderer aufmerksam den Ausführungen über die früh- und mittelalterliche Gerichtsbarkeit. Ein Schauer lief so manchem über den Rücken bei der Vorstellung, wie grausam hier einst mit Delinquenten verfahren wurde. Mit Erleichterung stellten alle fest, dass die letzte Hinrichtung bereits über 200 Jahre zurückliegt (1817) und wir heute wohl in weitaus humaneren Zeiten leben.
Geheimnisvolle Pfade und „Lost Places“
Weiter ging es auf schmalen, tief verschneiten Pfaden durch das Winterwunderland in Richtung des Höpfinger Reitplatzes. Die Gruppe tauchte dabei weiter in die regionale Geschichte ein, als sie den historischen Flugplatz-Weg kreuzte. Ein absolutes Highlight war die Entdeckung einer alten Bahnbrücke -ein stummer Zeuge des Zweiten Weltkriegs zwischen 1936 und 1945. Mitten im Wald führt ein Teil der damals streng geheimen Bahnstrecke in Richtung des damals als Acker getarnten Flugplatzes auf Dornberger Gemarkung. Die Kommando-Zentrale wurde als Bauernhof getarnt auf dem Schlempertshof eingerichtet. Einer der in der Nähe befindlichen alten Schutzbunker kann als „Lost Place“ bestaunt werden.
Gemeinschaft, Schnee und Genuss
Trotz der ernsten historischen Themen ließen sich die 40 Wanderer die Laune nicht verderben. Fröhlich plaudernd stapfte die Gruppe durch den weichen Pulverschnee und genoss die frische Winterluft in vollen Zügen. Nach rund zwei Stunden und sechs Kilometern erreichte die Gruppe wieder den Ausgangspunkt am „Limes“.
Der krönende Abschluss fand in geselliger Runde im Gasthof Schieser in Gottersdorf bei leckerem Essen und Getränken statt. Alle waren sich einig: Dieser Tag war eine perfekte Mischung aus Naturerlebnis, Gemeinschaft und spannender Heimatkunde!
Text: Wanderführerin Iris Trabold-Otterbach
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