Dr. Florian Toncar MdB spricht bei der FDP Aschaffenburg-Stadt
Wirecard-Skandal: „Deutschland wollte auch ein großes Digitalunternehmen haben.“

In Deutschland kam der Wunsch auf, auch ein großes Digitalunternehmen zu haben. Das war der Grund, warum deutsche Politiker und deutsche Behörden so lange die Augen verschlossen haben vor dem Wirecard-Skandal, dem größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte. So begründete Dr. Florian Toncar MdB (FDP) die unglaublichen Entwicklungen, die zu der Finanzkatastrophe geführt hätten. Das Gespräch mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und Obmann des Wirecard-Untersuchungsausschusses fand als gut besuchte Videokonferenz statt. Den Rahmen bildete die monatliche Vortragsveranstaltung des FDP-Kreisverbands Aschaffenburg-Stadt unter der Leitung des Vorsitzenden Thomas Klein.

Das Unternehmen Wirecard habe sein Geschäft begonnen, als noch kaum jemand Online-Zahlungen durchgeführt habe, so Toncar. Lediglich in „Schmuddelgeschäften“ wie Pornographie und Online-Glücksspiel habe aus Diskretionsgründen eine Nachfrage dafür bestanden. Als dann in den USA die Behörden massiv gegen das Internet-Glückspielgeschäft vorgegangen seien, sei das Geschäft für Wirecard weggebrochen, und das Unternehmen habe begonnen, Umsatzzahlen zu fälschen.

Dr. Toncar erläuterte, dass es genug Warnungen und Hinweise auf unseriöse Praktiken von Wirecard gegeben habe. Der Höhepunkt sei eine Artikelserie der Financial Times (FT) im Jahre 2019 gewesen. Aber die deutschen Behörden hätten Wirecard in Schutz genommen. Wirecard habe die FT verklagt, und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe ohne Beweise Anzeige gegen einen Reporter erstattet. Als Ergebnis der Vorgänge hätten der Präsident der BaFin und die Exekutivdirektorin für Wertpapieraufsicht ihre Posten verloren.

Die BaFin und das Wirtschaftsprüferunternehmen Ernst & Young (EY) hätten schwerwiegende Fehleinschätzungen vorgenommen und seien ihrer Aufgabe nicht ausreichend nachgekommen. Zur Aufdeckung von Betrug und Irreführungen der Finanzaufsicht in diesem Ausmaß seien laut Toncar aber auch die bisherigen Regelungen nicht ausreichend. Es seien mehr polizeiliche Befugnisse zur Aufdeckung von Fälschungen gefragt.

Autor:

FDP Aschaffenburg-Stadt aus Aschaffenburg

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