Gehirntraining steuert die Bewegungen
Neuroathletik könnte auch MS-Patienten helfen

Der Sportwissenschaftler Alexander Daut erklärt, was Neuroathletik bedeutet.
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  • Der Sportwissenschaftler Alexander Daut erklärt, was Neuroathletik bedeutet.
  • hochgeladen von Ruth Weitz

Eine Erhöhung des körperlichen Wohlbefindens und einer besseren Bewegung über das Gehirn, das ist das Ziel von Neuroathletik. Wie dies auch für an Multipler Sklerose erkrankter Menschen erzielt werden könnte, erläuterte der Sportpädagoge Alexander Daut im Rahmen eines Informationsabends mit dem Titel »MS mit Köpfchen« der Selbsthilfegruppe MS aktiv im Business und Sporthotel in Großwallstadt.

Gruppenleiterin Maria Holzheid sah sich bestätigt, dass das Thema »MS mit Köpfchen« viele Betroffene bewegt. Schon die Vorankündigung weckte das Interesse. Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch viele Familienangehörige, hatten sich eingefunden. Hygiene- und Abstandsregeln nach den aktuellen Bedingungen wurden eingehalten und von Hotel- und Restaurantchef Michael Liebe kontrolliert.
Alexander Daut, der sich in der Wissenschaft des in den USA entwickelten und von Lars Lienhard in Deutschland verfeinerten Systems der Neuroathletik weitergebildet hat, stellte fest: Jede Bewegung unseres Körpers wird nach den Auswertungen von Informationen, die im Gehirn zur Verfügung stehen, ausgeführt. Wie das Gehirn funktioniert und wie die Informationen durch ein gezieltes Training verbessert werden können, erklärte er in seinem Vortrag.

Daut bedauerte, dass das gezielte Training des Gehirns bei den Reha-Maßnahmen meist vernachlässigt werde und der Fokus auf reines Muskeltraining gesetzt werde. Er zeigte sich überzeugt, dass gerade das Aktivieren der Gehirnfunktionen im Zusammenhang mit einer Physiotherapie zu deutlich besseren Ergebnissen führen kann. Im Sport sei dies schon erfolgreich umgesetzt worden.

Das Gehirn steuert die Bewegungsabläufe

Aus eigener Erfahrung könne er berichten, dass auch bei einem Schlaganfall-Patienten eine deutliche Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen in relativ kurzer Zeit möglich gewesen sei.Das Gehirn steuere die Bewegungen im Körper. Hierzu müsse es klare Informationen erhalten, beispielsweise über die Augen. Wie man dies mit einfachen Übungen forcieren kann, zeigte Alexander Daut an einem Beispiel: Den Zeigefinger zur Nasenspitze führen, bis sich der Blick überkreuzt.
Zum Abschluss waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, Neuroathletik-Übungen in einem Workshop zu trainieren.

Was ist Neuroathletik

Das Neuroathletik Training setzt genau an der Verbindung zwischen Körper und Gehirn an. Durch gezielte Übungen werden die Stolpersteine zwischen Körper und Hirn aufgedeckt, um diese im Anschluss durch regelmäßiges Training zu beseitigen. Wenn zum Beispiel ein Fußballer immer Probleme hat, den Ball in die rechte obere Ecke zu schießen, kann das daran liegen, dass die Augen nicht richtig zueinander abgestimmt sind. Das Sichtfeld ist geringfügig verschoben. Wenn die die besagte Ecke anvisiert wird, zielt man mit dem Körper tatsächlich ein paar Zentimeter zur Seite und der Schuss geht immer daneben. Hier kann das Neuroathletik Training Abhilfe schaffen. Übungen für die Augen korrigieren das Sichtfeld, so wird die Ecke schnell und präzise angepeilt und ein Treffer wird gelandet. Dabei stellen sich erste Erfolge bereits nach wenigen Minuten des Trainings ein. Um einen dauerhaften Effekt zu erzielen, sollten die Übungen regelmäßig vorgenommen werden.
Mehr zum Thema MS https://www.meine-news.de/grosswallstadt/c-gesundheit-und-wellness/ms-und-psyche-runduminformationen-in-grosswallstadt_a62837
und auf der Internetseite der MS-Selbsthilfegruppe aktiv im Kreis Miltenberg

Neuroathletik im Video erklärt:

Autor:

Ruth Weitz aus Obernburg am Main

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