Polizeibericht
Kreis Miltenberg | Betrüger täuschen Rentner am Telefon - Callcenterbetrug, Kutsche mit Ponys im Wald verunglückt - Neue Erkenntnisse der Polizei
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Pressebericht des PP Unterfranken vom 29.04.2026
Betrüger täuschen Rentner am Telefon - Callcenterbetrug - Kripo sucht Zeugen
SULZBACH A. MAIN, LKR. MILTENBERG, UND MILTENBERG. Am Dienstag haben Betrüger telefonisch Kontakt mit zwei Senioren aufgenommen und diese mit erfundenen Geschichten getäuscht, um Wertgegenstände zu erlangen. Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen.
Fall in Miltenberg
Zwischen 12:30 Uhr und 15:45 Uhr wurde ein 82-jähriger Deutscher von Callcenterbetrügern kontaktiert. Diese täuschten vor, seine Wertgegenstände im Bankschließfach seien nicht mehr sicher. Der Rentner aus dem Arnouviller Ring holte daraufhin auf Anraten eines angeblichen Polizeibeamten Edelmetall zu sich nach Hause.
Wenig später erschienen vermeintliche Polizeibeamte an seiner Wohnanschrift und nahmen die Wertgegenstände an sich. Anschließend entfernten sie sich in unbekannte Richtung. Der Betrug fiel erst auf, als der 82-Jährige selbst Kontakt mit der Polizei Miltenberg aufnahm.
Fall in Sulzbach a. Main
Zwischen 14:30 Uhr und 16:00 Uhr wurde eine 77-jährige Deutsche aus dem Berliner Ring Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Die Täter täuschten vor, eine Angehörige habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Zur Abwendung einer angeblichen Haftstrafe wurde die Zahlung einer Kaution gefordert.
Die Seniorin stand über längere Zeit in telefonischem Kontakt mit einer Betrügerin, die sich als Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft ausgab. Schließlich übergab sie Wertgegenstände in Form von Schmuck und Edelmetall an einen unbekannten Abholer, der anschließend flüchtete.
Zeugenaufruf
Die Kriminalpolizei Würzburg hat als Zentralstelle für Callcenterbetrug die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise:
Wer im genannten Zeitraum in den Bereichen Arnouviller Ring (Miltenberg) oder Berliner Ring (Sulzbach a. Main) verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat oder sonst sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. 0931/457-1732 zu melden.
Die Präventionskampagnen des Polizeipräsidiums Unterfranken:
Bereits Ende 2020 hat das Polizeipräsidium Unterfranken die Präventionskampagne “Leg´auf!” ins Leben gerufen. Zusätzlich startete im Juli 2022 auch an unterfränkischen Schulen die Kampagne „Ich schütze Oma und Opa“. Mit den Kampagnen „Ich schütze Oma und Opa“ sowie „Chill mal Oma“ setzt die unterfränkische Polizei nun auf die Unterstützung von Jugendlichen sowie Schülerinnen und Schülern. Diese sollen Großeltern sowie ältere Bekannte auf die Betrugsmaschen der Täter aufmerksam machen.
Das Ziel dieser Kampagnen ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben.
Die wichtigsten Botschaften sind:
• Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
• Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben.
• Weder Polizei noch Justiz werden Sie jemals telefonisch auffordern, Geld zu überweisen!
• Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!
• Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!
• Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!
Weitere Informationen:
Leg‘ auf!: Die Bayerische Polizei - Präventionskampagne - LEG' AUF! in Unterfranken (bayern.de)
Dort finden sie zudem weiterführende Links zu den Kampagnen:
• „Ich schütze Oma und Opa“
• „Chill mal Oma“
Kutsche mit Ponys im Wald verunglückt - Neue Erkenntnisse der Polizei
LEIDERSBACH, LKR. MILTENBERG. Bereits am Sonntag sind zwei Frauen mit ihrem Pony-Kutsch-Gespann im Waldgebiet rund um die "Hohe Warte" gestürzt. Die Tiere sind nach dem Sturz davongerannt und konnten erst tags darauf gefunden werden. Das Geschehen hat Ermittlungen der Polizei Obernburg nach sich gezogen.
Nach Bekanntwerden des Vorfalls, der sich am Sonntag gegen 13:30 Uhr zugetragen hatte, musste die Polizei zunächst von einem Verkehrsunfallgeschehen ausgehen, zu dem auch zwei Mountainbiker beigetragen haben sollen. Im Zuge der weiteren Ermittlungen, insbesondere nach eingehender Befragungen der Beteiligten und Ortsbegehung im Wald, konnten die Beamten ein weitaus klareres Bild von dem Geschehen gewinnen.
Dem Sachstand nach waren die beiden 29-jährigen deutschen Frauen mit einer Kutsche unterwegs, die von zwei Shetland Ponys gezogen wurde. Dabei befanden sich die Kutschfahrerinnen auf einer Strecke abseits des eigentlichen Waldwegenetzes, die zudem an dem Tag mit Beschilderung eines Radsportvereins als Trailstrecke ausgewiesen war.
An einer Gabelung hielt das Gespann an und eine der Frauen stieg ab. Zwei unbekannte Mountainbiker fuhren an der Kutsche vorbei und weiter entlang des Trails. Nachdem die Radfahrer das stehende Gefährt bereits passiert hatten, scheuten die Ponys. In der Folge wurde die zweite Frau von dem Kutschbock geworfen und hat sich leichte Verletzungen zugezogen. Die bereits zuvor abgestiegene Fahrerin hat sich beim Versuch, die nun samt Kutsche davonlaufenden Tiere aufzuhalten, ebenfalls leicht verletzt. Ob die Mountainbiker das hinter ihnen liegende Geschehen wahrgenommen haben, ist den bisherigen Ermittlungen nach fraglich. Den bisherigen Erkenntnissen nach waren die Radfahrer keine Teilnehmer der an dem Tag stattfindenden Radsportveranstaltung.
Die beiden 29-Jährigen haben nach einer ersten Suche nach den Pferden auch die Polizei verständigt. Freiwillige Unterstützer der Suchaktion haben die Tiere einen Tag später mit der beschädigten Kutsche aufgefunden. Beide Ponys waren ebenfalls leicht verletzt und wurden von einem Tierarzt behandelt.
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