Landratskandidat Björn Bartels
„Ich möchte, dass wir in einem Landkreis leben, der echt sicher in die Zukunft blickt.“
- Björn Bartels Landratskandiat: „Ich wünsche mir ein Landratsamt, das durch Digitalisierung effizienter und bürgernäher wird.“
- Foto: Anna Hornstein
- hochgeladen von Andrea Kaller-Fichtmüller
Bei den Kommunalwahlen im März 2026 kandidiert Björn Bartels für die CSU und die Neue Mitte für das Amt des Landrats. Der 39-Jährige gelernte Notfallsanitäter aus Mömlingen und studierte Rettungsingenieur arbeitet seit 2016 als Leiter des Sachgebiets Rettungs- und Einsatzdienste beim BRK-Kreisverband Miltenberg und ist stellvertretender Kreisgeschäftsführer. Er sitzt seit 2020 für die Neue Mitte im Kreistag und ist Verbandsrat im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung.
In einem dritten Gespräch mit unserer Redaktion geht er heute auf die Themen Sicherheit und Freiheit bewahren sowie bürgernahes und modernes Landratsamt ein.
News Verlag: Herr Bartels, Sie nennen Sicherheit und Freiheit bewahren als einen wichtigen Themenschwerpunkt Ihrer künftigen Arbeit. Sehen Sie hier Probleme und wenn ja, welche?
Björn Bartels: Ja, ich sehe das Hauptproblem nicht im Katastrophenschutz, denn diesen haben wir in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt und an diesen Strukturen sollten wir festhalten. Kritisch ist aus meiner Sicht vielmehr der Zivilschutz. Wenn wir über Gesamtverteidigung sprechen, ist die militärische Verteidigung nur eine Säule. Eine zweite, ebenso wichtige Säule ist die zivile Verteidigung, insbesondere der Zivilschutz. Dieser Bereich wurde über Jahre vernachlässigt und teilweise zurückgebaut, weil ihm zu wenig Bedeutung beigemessen wurde und es an Mitwirkenden fehlte. Früher gab es durch den Zivildienst einen Zugang, vor allem für junge Menschen. Mit dem Wegfall der Wehrpflicht ist auch dies verschwunden, sodass der Zivilschutz aus dem Fokus geraten ist und heute strukturell geschwächt dasteht. Genau hier sehe ich dringenden politischen und organisatorischen Handlungsbedarf, den wir ernst nehmen und aktiv angehen müssen, um langfristig Vorsorge zu treffen.
Kann der Katastrophenschutz diese Lücke nicht einfach schließen?
Nein, ich halte es für unrealistisch, dass der Katastrophenschutz den Zivilschutz zusätzlich leisten kann. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind häufig bereits in mehreren Organisationen engagiert. Es gibt schon heute Überschneidungen innerhalb der Blaulichtfamilie. Diese Menschen sind hoch qualifiziert und werden im Ernstfall an vielen Stellen gebraucht. Wir können ihnen nicht noch weitere Aufgaben aufbürden, zumal sie im Falle einer Gesamtverteidigung an anderer Stelle unverzichtbar sind. Der Katastrophenschutz stößt personell an Grenzen und darf nicht überfordert werden, wenn er dauerhaft leistungsfähig bleiben soll.
Welche Rolle spielen Staat und Finanzen für Ihre Vorstellung von Sicherheit?
Für mich gehört zur Sicherheit zwingend eine solide und stabile Finanzlage, denn Sicherheit kostet Geld. Ohne finanzielle Stabilität lassen sich weder Pflichtaufgaben noch notwendige Investitionen nachhaltig umsetzen. Deshalb ist Sicherheit für mich eng verbunden mit Zuverlässigkeit. Dafür braucht es den Schulterschluss zwischen Landkreis und Kommunen mit einem guten Miteinander und einer klaren Fokussierung auf die vereinbarten Ziele. Sicherheit muss eine hohe Priorität haben. Das Landratsamt sollte dabei aktiv gestalten und nicht nur verwalten, sondern Verantwortung übernehmen und vorausschauend handeln, gerade in Krisenzeiten.
Stichwort Landratsamt: Wie stellen Sie sich ein bürgernahes und modernes Landratsamt vor?
Ich wünsche mir ein Landratsamt, das durch Digitalisierung effizienter und bürgernäher wird. Digitale Prozesse sparen Zeit, entlasten die Beschäftigten und bieten Bürgerinnen und Bürgern flexible, jederzeit verfügbare Angebote, etwa bei Zulassungen oder Bauanträgen. Weniger Papier bedeutet mehr Raum für persönliche Anliegen.
Gleichzeitig ist mir Transparenz wichtig: Die Arbeit des Kreistags sollte besser sichtbar sein, etwa durch kompakte Online-Informationen, Livestreams oder andere digitale Formate. So können die Bürgerinnen und Bürger leichter nachvollziehen, womit sich der Kreistag beschäftigt, welche Themen auf der Tagesordnung stehen und wie Entscheidungen zustande kommen und anschließend umgesetzt werden. Es ist wichtig zu erfahren, welche Auswirkungen die Entscheidungen des Kreistags konkret im Alltag haben und warum sie für die Region wichtig sind. Insgesamt stärkt ein solches Vorgehen das Vertrauen, die Akzeptanz und die Handlungsfähigkeit von Politik und Verwaltung vor Ort.
Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch, Herr Bartels!
Lesen Sie im ersten Interview, was Björn Bartels zum Thema Gesundheit und Pflege denkt.
Lesen Sie im zweiten Interview, was Björn Bartels zu den Themen Wirtschaft, Mobilität sowie Bildung und Innovation sagt.
Autor:Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.