Mundart-Gottesdienst
Wonn der HERRGOTT von Mönschbersch gewäihe wär, hätt er sellemols sou zu uns gesäät.

Jahrgang 1936 im August 2021
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Gar nicht einfach zu lesen ist dieser Text. Die Gottesdienstbesucher hatten am vergangenen Samstag bei den wichtigsten liturgischen Elementen der Heiligen Messe „gudd zuzuhoarsche“. Aber sie verstanden die Sprache sehr wohl. Es waren Mönchberger, für die der Dialekt zumindest in ihrer Jugendzeit das vertraute Idiom war. 1936 geboren, hörten sie bei Pfarrer Weber die Messfeier noch in lateinischer Sprache, von der sie meist nur die wichtigsten Redewendungen kannten. Erst unter Pfarrer Sikora wurde die deutsche Sprache erlaubt. Vielleicht wären sie als Kind dafür dankbar gewesen, wenn ihnen jemand das Neue Testament ins „Mönschberscherische“ übersetzt hätte. Nun hat es Klaus Miltenberger für das Evangelium des Tages übernommen. Er beschäftigt sich schon viele Jahre mit biblischen Texten und deren Auslegung. Immer wieder einmal erklärt er den Inhalt eines Evangeliums im Gottesdienst. Aber so eine Übersetzung bedeutet, ganze Redewendungen einzubauen oder Sätze umzustellen, um den Inhalt passgenau in den Dialekt zu übertragen. Die Pflege der Mundart ist ihm jedoch schon immer ein großes Anliegen. Gerne textet er Lieder für den Gesang seiner Töchter, die er mit der Zither begleitet. Auch mit kleinen Geschichten stand er schon oft auf der Bühne, bisweilen gemeinsam mit Lucia Heider, die ebenfalls seit vielen Jahren für ihre mundartlichen Forschungen und Vorträge bekannt ist. Sie übernahm die Übersetzung der Lesung, wenn auch nicht ganz freiwillig, weshalb sie noch kurz dem „Parr die Leviddn lääse“ musste. Pfarrer Franz Leipold hatte dafür gesorgt, dass ihr nichts anders übrigblieb als den Gottesdienst durch ihre Mundartkenntnisse mitzugestalten und zu prägen. Schließlich fungiert sie als Klassensprecherin ihres Jahrgangs, von denen immerhin noch 13 an der Feier teilnehmen konnten. Auch die Fürbitten wurden von Ludwina Weis, Lucia Heider und Horst Stapf im Dialekt vorgetragen. Mit dem Mönchberglied, getextet von Pfarrer Weber und begleitet von Klaus Miltenberger an der Zither, endete der außergewöhnliche Gottesdienst in der Mönchberger Pfarrkirche.
An Mariä Himmelfahrt wird Klaus Miltenberger wieder mit seinen Töchtern Andrea Wagner und Leona Stöckle im Mariensingen zu hören sein.
Die aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen sind zu beachten.
Astrid Lurz

Autor:

Astrid Lurz aus Mönchberg

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