Beste Lösung für die Berufsschule und Handwerk
Prüfung von Alternativen im Bauausschuss vereinbart
- Foto: Staatliche Berufsschule Miltenberg-Obernburg
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Kreis Miltenberg. Darüber, dass in Miltenberg dringend eine neue Berufsschule gebraucht wird, sind sich alle Kreistagsfraktionen einig, so der einmütige Tenor bei der jüngsten Sitzung der CSU-Kreistagsfraktion in Klingenberg-Röllfeld. Doch was der richtige Weg dahin ist, darüber klaffen die Meinungen im Kreistag auseinander. Deshalb hat CSU-Landratskandidat Björn Bartels nochmals das, für manche ungeliebte Thema, „Alternativenprüfung“ aufgebracht, denn immerhin redet man bei einer Generalsanierung der teilweise bis zu 70 Jahre alten maroden Miltenberger Berufsschulgebäude über die Summe von jüngst 74 Millionen Euro, die letztlich seitens der Kommunen und damit von den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises aufgebracht werden muss.
Die Prüfung verschiedener Umsetzungsvarianten, für ein, sowohl für den Landkreis als auch für die Kommunen, wichtigen Projektes sollte eigentlich bereits im Vorfeld erfolgen. In der Bauausschusssitzung vom 29.07.2025 wurde vereinbart, die Bewertung vom Dezember 2022 nochmals kritisch an die neuen Sachverhalte anzupassen. Nach dem Beschluss zum Schulbauprogramm vor sechs Jahren stehen wir noch bei der Grundlagenermittlung und Vorplanung, das entspricht einem Planungsstand von max. 10 % der erforderlichen Leistungen. Um einen Förderantrag stellen zu können muss eine fundierte Entwurfsplanung, ja sogar eine Baugenehmigung vorliegen. Insofern ist die von Bartels aufgestellte Forderung nach einer Aktualisierung der Bewertung geprüfter Alternativen nicht nur legitim, sondern dringend notwendig, so CSU-Kreisvorsitzender Michael Schwing.
Umbauten und Sanierungen in bestehenden Gebäuden werden erfahrungsgemäß teuer und bergen im Vorfeld nicht oder nur teilweise erkennbare Risiken, die erst bei den Baumaßnahmen selbst zutage treten. Dies verteuert meist das Projekt und verlängert die Bauzeit deutlich. Das weiß jeder, der selbst einmal einen Altbau sanieren musste, so Kreisrat Siegfried Scholtka, der Sprecher der CSU im Bauausschuss. So, wie sich die Bausubstanz der Miltenberger Berufsschule darstellt, müssen weite Teile rückgebaut oder vollständig entkernt werden – einschließlich nicht tragfähiger Decken und nicht mehr den Erfordernissen entsprechenden Raumstrukturen – was fast einem Totalabriss entspricht. Hinzu kommt, dass während der Sanierungsarbeiten der Berufsschulunterricht komplett weiterlaufen muss. Wie dies zeitgleich realisiert werden soll, ist völlig unklar. Eine abschnittsweise Sanierung bedarf einer wesentlich längeren Bauzeit, da die Gewerke nicht komplett abgearbeitet werden können und mehrere Umzüge der Schüler erforderlich sind. Von der Lärmbeeinträchtigung durch den Bau ist hier noch nicht gesprochen.
Im Raumkonzept wurde gut auf die sich in Zukunft ändernden Anforderungen an die Schule reagiert. Durch flexible Aufenthalts- und Unterrichtsräume kann ein modernes Lernen ermöglicht und erforderliche Anpassungen durchgeführt werden.
„Wir sind es den Schülerinnen und Schülern, unseren regionalen Ausbildungsbetrieben und auch den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern schuldig, im Hinblick auf die Lernbedingungen und die Kosten die bestmögliche aller Varianten zu realisieren. Das erfordert auch die Bereitschaft zur Prüfung von Alternativen für eine Sanierung. Das von Grünen, SPD und Freien Wählern vorgeschobene Argument gegen einen Neubau, die Sanierungsplanungen hätten in den vergangenen sechs Jahren bereits „tausende von Arbeitsstunden verschlungen“, überzeugt nicht, so Fraktionsvorsitzender Armin Bohnhoff. Landratskandidat Björn Bartels meinte: „Wir müssen das Thema Berufsschule sachlich, mit klarem Blick auf das Machbare und ohne parteipolitische Scheuklappen beleuchten. Entscheidend ist, dass am Ende eine Lösung steht, die zukunftsfähig und bezahlbar ist. In den vergangenen sechs Jahren der Planung hat sich vieles im Bereich des Bauens geändert, da lohnt es sich, innerhalb von sechs Wochen diese Planungen kritisch zu hinterfragen. Neben der Planung bleibt für mich die Frage der Finanzierung bis heute unbeantwortet – auch hierbei sind mehrere Varianten denkbar, welche ebenso sachlich wie lösungsorientiert zu Überprüfen und zu bewerten sind.“
Zusammengefasst: „Wir reden über 74 Millionen Euro mit einem Abweichungsspielraum von 30 Prozent laut der Landkreisverwaltung, also eine Spanne von gerundet 52 bis 96 Millionen, die unsere Bürgerinnen und Bürger bei einer Sanierung aufbringen müssen, und über die bestmögliche Unterrichtung unserer Auszubildenden. Daher kommt es nicht auf den Termin des Baubeginns an, sondern wann der Um-/Neubau fertig ist und dass am Ende eine vernünftige, zukunftsfähige und bezahlbare Lösung für die Miltenberger Berufsschule gefunden wird,“ so Bartels.
Autor:Armin Bohnhoff aus Obernburg am Main |
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