Sonnenschein, Geschichte und Charme
Vereinsausflug nach Kleinwallstadt wird zum Erlebnis
- Das Templerhaus in Kleinwallstadt: Ein Juwel!
- Foto: HVV Obernburg
- hochgeladen von Andrea Faggiano
Donnerwetter! Am Morgen des Sonntags, 19.04.2026, hatte es noch kräftig geregnet, doch pünktlich zum Vereinsausflug des Obernburger Heimat- und Verkehrsvereins zeigte sich der Wettergott gnädig. Bei frühlingshaftem Sonnenschein wurden rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleinwallstadt um 14 Uhr vom örtlichen Vorsitzenden des Geschichtsvereins empfangen.
Nach einer kurzen und unterhaltsamen Begrüßung am Rathaus konnten die Gäste die kürzlich abgeschlossene Instandsetzung der Stadtmauer am Alten Friedhof besichtigen. Viele Parallelen verbinden Kleinwallstadt und Obernburg, die einst um den Gerichtssitz sowie das Forstamt rivalisierten. Letztlich wurde die Gerichtsbarkeit Obernburg zugesprochen, während Kleinwallstadt das Forstamt erhielt. Dennoch, so der erfahrene Stadtführer, blieb eine gewisse Rivalität bestehen, die sogar Eingang in Chroniken aus den 1930er-Jahren fand.
Im zweiten Teil übernahm Bürgermeister Thomas Köhler die Führung. Anschaulich schilderte er die Herausforderungen, die mit der Übernahme der heruntergewirtschafteten Zehntscheune durch die Marktgemeinde verbunden waren. Nach umfangreichen Umbauten und Sanierungen bildet sie heute den Mittelpunkt des örtlichen Geschehens.
Auch die gelungene Neugestaltung rund um das Rathaus wurde erläutert. Einst befand sich hier die Gemeindeschule, bevor sie in einen fußläufig erreichbaren Neubau umzog. Doch auch dieses Gebäude kam in die Jahre und musste schließlich weichen. Heute beherbergt das Areal eine Bibliothek, mehrere Vereinsräume sowie den örtlichen Geschichtsverein.
Gemeinsam mit der Zehntscheune und dem Rathaus bildet dieses Ensemble nun die sogenannten „Wallstädter Höfe“, wie Bürgermeister Köhler stolz berichtete – und das völlig zu Recht, wie viele Anwesende bestätigten.
Passend dazu fand unweit im Kindergarten gerade ein Fest statt, sodass eine willkommene Kaffeepause eingelegt werden konnte.
Im Anschluss wurde die Führung fortgesetzt: Ölbergkapelle, Templerhaus, die ehemalige Gaststätte „Zum Löwen“ und nicht zuletzt der Römer – beeindruckende Zeugnisse, die die kleine Marktgemeinde zu bieten hat.
Besonders große Bewunderung rief das Templerhaus hervor: Liebe zum Detail im Interieur, eine romantische Gestaltung der Außenanlagen – ein Gebäude, das seinesgleichen sucht. Zudem zählt es zu den zwei ältesten Häusern Mainfrankens.
Für nostalgische Momente sorgte der Besuch der spätbarocken Pfarrkirche. Mit Wehmut erinnerten sich einige an die ehemalige Pfarrkirche in Obernburg, die 1965 dem heutigen Neubau am Stiftshof weichen musste – ein Verlust, der bis heute nachhallt.
Den Abschluss dieser besonderen Führung bildete das Rohe-Altenheim. Heute befindet sich hier eines von drei noch bestehenden Kreisaltenheimen, das einst vom Kleinwallstädter Anton Rohe großzügig gefördert wurde.
Ursprünglich waren 90 Minuten angesetzt – am Ende wurden es drei ebenso kurzweilige wie beeindruckende Stunden.
Die schöne Marktgemeinde Kleinwallstadt in unmittelbarer Nähe ist in jedem Fall einen Besuch wert.
Autor:Andrea Faggiano aus Obernburg am Main |
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