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Wer „de Leuner“ nicht kennt, hat eine Wissenslücke

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Wer „de Leuner“ nicht kennt, hat eine Wissenslücke

Wenn vom „Leuner“ die Rede ist, weiß so ziemlich jeder in Amorbach und Umgebung, wer gemeint ist. Dass der Getränkemarkt „de Leuner“ heute fast so etwas wie eine Institution ist, liegt sicher auch an den Persönlichkeiten der jeweiligen Inhaber gleichen Namens.

Begonnen hat alles vor über 50 Jahren mit Großvater Heiner Leuner, der den Fürstlich Leiningenschen Hofgarten-Markt als Lebensmittelgeschäft eröffnete, später war es der Hofgartenmarkt oder kurz „Hofgarten“, den Vater Hartmut Leuner nach dem wohlverdienten Renteneintritt von Heiner weiterführte.

Er traf vor 15 Jahren dann auch die Entscheidung, den Hofgarten in einen Getränkemarkt umzuwandeln. „De Leuner“ war geboren. Sohn Alexander Leuner (35) übernahm nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Hartmut vor zwei Jahren das Familiengeschäft. Mit dem Bau der neuen Halle hat er nicht nur eine notwendige Erweiterung durchgeführt, sondern, wie er sagt, vor allem „einen langgehegten Wunsch von Opa und Vater zu einem guten Ende gebracht“.

Amorbach ist der beste Standort

Die neue Halle bietet auf insgesamt 670 m² viel Lagerplatz und Stauraum.1/3 werden für das Leergut, die Flaschensortierung und die Festausrüstungen genutzt, 2/3 sind Vollgutlager.

Möglich wurde die Erweiterung durch den Kauf der bisher gepachteten Immobilie vom Fürst zu Leiningen. Wurde jemals darüber nachgedacht, außerhalb des Stadtzentrums einen neuen Markt mit mehr Verkaufs- und Lagerfläche anzusiedeln? „Ja, aber dann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass unser Standort wirklich ein Filetstück in Amorbach ist. Wir haben die Nähe zum Schulzentrum, liegen an der Verkehrsader und sind daher für Kunden und Lieferanten sehr gut erreichbar. Auch zu Fuß sind es nur wenige Minuten bis zur Innenstadt.“

Stichwort Schulzentrum: Für ganze Schülergenerationen war und ist „de Leuner“ die Rettung, wenn Durst oder Hunger sie quälen ... Alex Leuner schmunzelt und erzählt von einer Familie, für deren 4 Kinder „de Leuner“ immer der fixe Abholpunkt war „das war noch zu Zeiten ohne Handy, die Kinder haben dann bei uns ihre Mutter angerufen und hier auf sie gewartet.“

Mit 35 Jahren immer noch „de Klee“

Dass der Geschäftserfolg immer schon eng mit dem jeweiligen Inhaber verbunden war, spiegelt sich heute noch in augenzwinkernden Sprüchen wie „de Leuner hat die gröschte Eier“ (vom Opa) wieder, die in Amorbach kursieren und „natürlich“ nur auf die Qualität des Warenangebots abzielen.

Alexander war von klein auf im Hofgarten zu Hause, trotzdem entschied er sich für eine Ausbildung zum Automobilkaufmann. Nach 2 Jahren sattelte er auf Einzelhandelskaufmann um und stieg voll ins Familienunternehmen ein.

Berührungsängste kennt auch er nicht. „Mit 90 % meiner Kunden bin ich per Du und 70 % kenne ich beim Namen.“ Er sieht sich auch nicht als typischer Chef seiner 12köpfigen Belegschaft, sondern betont, dass er keine Mitarbeiter, sondern Kollegen habe.

Extra erwähnt wissen möchte er Michael Eck, der am 1. September sein 45-jähriges Betriebsjubiläum hatte. „Michael hat bei uns alles mitgemacht, von der Schließung des Hofgartens bis zur Neueröffnung von „de Leuner“, alle Tiefen und Höhen, das ist für mich etwas ganz Besonderes.“

Der Zusammenhalt, das „Wir“ ist Leuner wichtig, der Erfolg gehört allen, auch wenn natürlich einer der Chef sein muss. Dafür ist er sich aber auch „für nichts zu schade, was gerade erledigt werden muss, auch den Hof kehren oder Leergut sortieren.“ Wie es ihm damit geht? „Sehr gut, vor allem wenn die Leute fragen, wo denn ,de Klee Heiner‘ ist.“

Getränke von A bis Z – und Christls Kochkäse!

Geschäftsideen bespricht Alexander Leuner gerne mit seiner Frau, vorzugsweise abends bei einem Glas Wein. Sabine Leuner ist Medienfachwirtin und arbeitet in einem regionalen Unternehmen, sie kümmert sich um Marketing und Werbeauftritt von „de Leuner“.

Zurzeit plant man für das Frühjahr ein „Hochzeits-Special“ für Brautpaare auf der Suche nach den richtigen Fest-Getränken. „Wir wollen den Getränkeeinkauf emotional aufwerten und für das Brautpaar entspannt und komfortabel gestalten“. Gibt es besondere Entwicklungen beim Geschmack der Kunden? „Der Trend geht weg vom Plastik zu Wasser in Glasflaschen, zu alternativen Limonaden und Bio-Getränken, oft in Kleingebinden. Was stylisch ist, wird gekauft, vor allem von der jüngeren Kundschaft. Da muss die Wasserflasche dann auch optisch zur Einrichtung der neuen Küche passen.“

„de Leuner“ ist auch marktführend im südlichen Landkreis, wenn es um Whisky geht, die Auswahl ist beeindruckend. Hier hat sich Alexander Leuner eingearbeitet, auch wenn er privat lieber Gin trinkt. Was geht mehr, Bier oder Wein? „Mehr Bier, eindeutig. Wir achten auch darauf, nicht das typische Fernsehbier zu vermarkten, sondern Sorten kleinerer Brauereien, die man nicht überall erhält. Wein geht aber auch gut, wir haben 12 regionale Winzer und eine große Auswahl an Bio-Wein im Sortiment.“

Neben „Getränken von A bis Z“ bietet „de Leuner“ eine gewisse Grundversorgung mit regionalen Produkten, natürlich „verdammt viele Eier“(!), Nudeln, Obst und Gemüse, Gewürze und Kerzen.
Der Renner ist donnerstags und freitags „Christls Kochkäse“ handgerührt nach altem Rezept von Mutter Leuner.

Corona sorgte für den verrücktesten Tag in der Unternehmensgeschichte

Hat sich durch Corona das Kaufverhalten geändert? „Es ist in etwa gleich, vielleicht etwas mehr, denn der Konsum zu Hause ist gestiegen, weil viele im Homeoffice sind. Uns sind natürlich Feiern und Hochzeiten weggefallen, aber die werden jetzt alle nachgeholt, oft sogar sonntags.

Corona hat uns aber den krassesten Tag in der Firmengeschichte beschert, als die Ausgangsbeschränkung ausgerufen wurde. Um 13 Uhr wurde das durch Ministerpräsidenten Söder verkündet und ab 13.30 Uhr haben die uns im Geschäft förmlich zerlegt. Ich hab gedacht, die Welt geht unter, jeder wollte, wollte, wollte, weil er gedacht hat, dass er am Montag nicht mehr vor die Tür darf. Auch die Wochen danach waren sehr anspruchsvoll für das ganze Team.

Der einzige Vorteil ist, dass wir unseren Leuten jetzt sagen können: du hast bei uns einen sicheren Arbeitsplatz, während andere schließen oder Kurzarbeit anmelden mussten. Das wiegt die wirklich unmöglichen Arbeitszeiten von Montagfrüh bis Samstagnachmittag wieder auf, die unsere Branche mit sich bringt. Ich bin selbst von morgens 6 Uhr bis 18 Uhr im Geschäft.“

Zeit für die Familie – Ehefrau Sabine und Sohn Jonah – bleibt da nicht viel, zumal Alex Leuner zum 3. Mal in den Stadtrat gewählt wurde.

Was ihn dazu antreibt? „ Das Engagement für meine Heimatstadt, ich will da etwas beitragen. Amorbach ist mir ungeheuer wichtig, ich könnte mir nie vorstellen, hier wegzugehen.“

Die beteiligten Handwerker gratulieren zur Fertigstellung der neuen Lagerhalle

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