Corona im Klinikum Aschaffenburg
Die LINKE fordert Privatisierungsstopp

Die Infektionszahlen steigen, die Belastung für das Pflegepersonal ebenfalls, die Bezahlung bleibt die Gleiche. Schon seit Jahren macht das medizinische Fachpersonal in den Kliniken auf die katastrophale Lage unseres Gesundheitssystems aufmerksam. Durch den Fachkräftemangel und die Einsparungen bei den Personalkosten konnten auch vor Corona bereits die meisten Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser keine fachgerechte Betreuung mehr gewährleisten. Dieses Problem war bekannt, jeder hat davon gewusst und getan wurde dagegen absolut nichts! Nun wütet die Pandemie in den Pflegeheimen und die Krankenhäuser sind überlastet, die Intensivstationen überfüllt und das Personal am Ende seiner Kräfte.

Auch in Aschaffenburg sieht es mit einer Inzidenz von über 200 nicht gut aus. Auch hier meldet das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau laut Main-Echo (18.12.2020) eine massive Überlastung. Eine Überlastung die ausgeglichen werden soll, indem das bereits zuvor überlastete Personal eine Urlaubssperre auferlegt bekommt, Mitarbeiter*innen aus ihrem Urlaub gerissen werden und das alles zu Konditionen, über die eine Mehrheit der Bevölkerung unter diesen Umständen nur lachen könnte. Gleichzeitig ist geplant, Teile des Klinikums zu privatisieren und die Arbeitnehmer*innen mit geringerem Gehalt weiter zu beschäftigen. Hiervon sind das Bettenlager, die Wäscherei, die Küche und der Krankentransport betroffen. Man klatscht also für die Held*innen des Alltags und lächelt ihnen ins Gesicht, um ihnen bei erstbester Gelegenheit in selbiges zu schlagen.

Ist das, wie wir miteinander umgehen wollen? Ist das Solidarität? Ist das fair?

Wir sagen ganz klar nein! Es muss endlich Schluss sein mit Lippenbekenntnissen, Schluss mit Süßholzraspeln und scheinheiligem Klatschen!

Wir müssen endlich anfangen, den Menschen, die täglich ihr Leben für unseres aufs Spiel setzen, den Dank zukommen zu lassen, den sie verdienen!

Deshalb fordert die LINKE Aschaffenburg und Bayerischer Untermain

In Aschaffenburg:

Einen sofortigen Stopp der Teil-Privatisierung!
Die Weiterbeschäftigung aller Angestellten nach TVÖD!
Überall:

1 Solidarische Gesundheitsversicherung: Alle zahlen mit allen Einkommen ein. Paritätische Finanzierung der Beiträge.

2 Aufwertung und gesetzliche Personalbemessung in Gesundheit und Pflege: 100 000 Pflegekräfte mehr in den Krankenhäusern.

3 Pflegevollversicherung: Alle Leistungen werden übernommen. Alle zahlen mit allen Einkommen ein, auch privat Versicherte, Beamte, Abgeordnete und Selbständige.

4 Wir wollen Krankenhäuser bedarfsgerecht finanzieren und den Personalmangel bekämpfen.

5 Zuzahlungen und Leistungsausschlüsse wie etwa bei Brillen und beim Zahnersatz, bei Arzneimitteln und im Krankenhaus oder bei der Physiotherapie müssen wegfallen. Notwendige Leistungen müssen gewährt werden – ohne Zuzahlung.

6 Der Einfluss der Pharmaindustrie muss zurückgedrängt werden. Medikamentenpreise wollen wir begrenzen.

7 Ambulante Versorgung in Stadt und Land verbessern – kürzere Wartezeiten!

8 Die beste Gesundheitspolitik ist die, die Gesundheit fördert und Krankheit verhindert. Darum: Gesundheitsförderung statt Wettbewerbsdruck.

9 Wir wollen das Gesundheitswesen von Barrieren befreien – von Hindernisse beim Zugang zu Arztpraxen und Krankenhäusern aber auch von Hindernissen in der Kommunikation: leichte Sprache und verständliche Patienteninformationen müssen selbstverständlich werden.

Florian Hoffmann (Aschaffenburger Kreisrat)
Andreas Adrian (Vorsitzender der LINKEN Aschaffenburg und Bayerischer Untermain und Miltenberger Kreisrat)
Janine Rauchmann (Vorsitzende der LINKEN Aschaffenburg und Bayerischer Untermain)

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