Agentur für Arbeit
Mehr Arbeitsplätze für Schwerbehinderte – noch Luft nach oben

Guter Trend, aber noch Luft nach oben

Viele schwerbehinderte Menschen haben nach wie vor Probleme, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Im Jahresdurchschnitt 2016 – das sind die aktuellsten Zahlen - waren 3.680 Pflichtarbeitsplätze schwerbehinderter Menschen bei Arbeitgebern mit mehr als zwanzig Mitarbeitern besetzt, 400 mehr als vier Jahre zuvor. Die Zahl der unbesetzten Pflichtstellen lag bei 1.261. Allerdings würde diese Lücke auch nicht gefüllt, wenn alle rund 550 arbeitslosen Schwerbehinderten eine Anstellung fänden. Am Bayerischen Untermain lebten Ende 2016 etwa 371.200 Menschen (Statistisches Landesamt). 15.300 Männer und Frauen im erwerbsfähigen Alter waren schwerbehindert.

Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich über mindestens 20 Arbeitsplätze im Sinne des Sozialgesetzbuches IX (§§ 73 ff) verfügen, sind verpflichtet, auf wenigstens fünf Prozent dieser Plätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl von schwerbehinderten Menschen nicht einstellen, haben sie für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe zu entrichten.

Je größer der Arbeitgeber, desto häufiger werden die Pflichtarbeitsplätze schwerbehinderter Menschen besetzt. Am Bayerischen Untermain betrug die Ist-Quote insgesamt 4,0 Prozent, für öffentliche Arbeitgeber lag sie bei 6,7 Prozent, für private Arbeitgeber bei 3,7 Prozent.

Mathilde Schulze-Middig, die Leiterin der Agentur für Arbeit Aschaffenburg sagt: „Es gibt so viele gute Beispiele, wo Menschen mit Behinderung an ihrem Arbeitsplatz den Anforderungen vor gerecht werden und damit zum Erfolg des Betriebes beitragen. Inklusion ist ein Gewinn für Unternehmen, Menschen mit Behinderung und zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. “

Die Zahl von 550 schwerbehinderten arbeitslosen Menschen blieb gegenüber den Vorjahren nahezu unverändert, wenn man den Jahresdurchschnitt betrachtet. Am Bayerischen Untermain waren im November 574 Schwerbehinderte arbeitslos, 16 mehr als vor einem Jahr.

Weiterhin blieben Potenziale von schwerbehinderten Menschen ungenutzt. Knapp 60 Prozent der schwerbehinderten arbeitslosen Menschen am Bayerischen Untermain waren zuletzt als Fachkraft, Spezialist oder Experte tätig. Anteilig finden sich bei schwerbehinderten Arbeitslosen mehr Fachkräfte als bei nicht schwerbehinderten Arbeitslosen. Die Leiterin der Agentur für Arbeit sieht hier Chancen: „Es gibt zahlreiche Unterstützungsangebote und zwar bei Ausbildung und Einstellung schwerbehinderter Menschen sowie begleitende Hilfen im Arbeitsleben. Unsere Expertinnen und Experten zeigen gern die Möglichkeiten auf und unterstützen bei der Besetzung von Arbeits- und Ausbildungsstellen.“

Zum Jahresende 2017 lebten rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Das waren laut dem Statistischen Bundesamt rund 200.000 mehr als 2015. Das entsprach einem Anteil von rund 9,4 Prozent der Bevölkerung. Seit 2005 hat die Zahl der Schwerbehinderten um über eine Million Personen zugenommen. Über die Hälfte waren Männer. 56 Prozent waren 65 Jahre und älter. Als schwerbehindert gelten Personen, denen von den Versorgungsämtern ein Grad der Behinderung von 50 und mehr zuerkannt sowie ein gültiger Ausweis ausgehändigt wurde.

Mit 85 Prozent wurde der überwiegende Teil der Behinderungen durch eine Krankheit verursacht. Die Zunahme der Zahl der schwerbehinderten Menschen spiegelt vor allem den demographischen Wandel und die Alterung der Gesellschaft insgesamt.

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