Msgr. Leipold aus Röllbach ist Festprediger
Sebastiani-Feier diesmal am Samstagabend
- Als römischer Legionär in voller Rüstung mit Pfeilen in der Hand ist der hl. Sebastian in der Bürgstadter Pfarrkirche dargestellt. Die außergewöhnliche Tragefigur wurde um 1890 von Anton Speth geschaffen, dem der Bürgstadter Robert Hofmann Modell stand.
- Foto: Privat
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Bürgstadt. Am kommenden Wochenende, 17.-19. Januar 2026, feiert die Bürgstadter Sebastiani-Bruderschaft wieder das Fest ihres Patrons. 1515 wurde die schon zuvor bestehende Gebetsgemeinschaft zu Ehren des Märtyrers offiziell errichtet, um den Zusammenhalt unter den Gläubigen zu stärken und das Gebet für die Verstorbenen zu pflegen. 1608 kam noch die Bitte um Abwendung der Pest und anderer ansteckender Krankheiten hinzu – ein Anliegen, das seit der Corona-Pandemie wieder besonders aktuell ist.
Bereits 1603 würdigte der damalige Papst Clemens VIII., dass die Mitglieder „in gottse-ligen Liebeswerken gegenseitig sich üben“. Das tut die Bruderschaft bis heute mit dem 2013 gegründeten Sozialfonds „Sankt Sebastian – Hilfe für den Nächsten“.
Den Auftakt Feierlichkeiten bildet die Beichtgelegenheit am Samstag, 18. Januar, ab 17:30 Uhr. Aus organisatorischen Gründen wird in diesem Jahr auch das Hochamt mit Festpredigt und Umgang direkt im Anschluss am Samstag um 18:30 Uhr gefeiert.
Zelebrant und Festprediger ist Pfarrer Msgr. Franz Leipold aus Röllbach, der von den Diakonen Florian Grimm und Friedhelm Bundschuh unterstützt wird. Der Gottesdienst wird vom Männerchor des Gesangvereins mitgestaltet und wie immer auch für die lebenden und verstorbenen Mitglieder des Schützenvereins gefeiert, dessen Patron Sebastian wegen seines Martyriums durch Pfeile ist.
Beim traditionellen Umgang mit dem Allerheiligsten wird die Statue des Heiligen von der Freiwilligen Feuerwehr mitgetragen. Das Besondere an dieser Bürgstadter Darstellung ist, dass Sebastian nicht nackt an einen Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt dargestellt ist, sondern in voller Rüstung eines römischen Legionärs mit den Pfeilen in der Hand. Diese außergewöhnliche Figur wurde um 1890 vom einheimischen Bildhauer Anton Speth (1851-1896) geschaffen, dem der Bürgstadter Robert Hofmann Modell stand. Während der Sebastianus-Feierlichkeiten ist sie im Altarraum aufgestellt.
In der Festandacht am Sonntag, 18. Januar, um 17 Uhr mit Diakon Grimm werden von Brudermeister Michael Schmitt die Namen aller im vergangenen Jahr verstorbenen Bruderschaftsmitglieder verlesen.
Am darauf folgenden Montag, heuer 19. Januar, wird traditionell die Bruderschaft gehalten. An diesem sogenannten „Brudermontag“ schenkt nach alter Bürgstadter Tradition jeder Bruder seiner Schwester eine Breze. Mit ihren gekreuzten Teigsträngen symbolisiert sie die überkreuzt an einen Pfahl gebundenen Arme Sebastians. Eine solche „Bruderbreze“ wird auch den kranken und alten Bruderschaftsmitgliedern ins Haus gebracht.
Um 19 Uhr zelebriert Pfarrer Jan Kölbel als Präses der Bruderschaft die hl. Messe für alle lebenden und verstorbenen Mitglieder mit Opfergang. Während dieses Gottesdienstes findet auch die Neuaufnahme in die Bruderschaft statt. Hierzu sind die Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen, aber auch Interessierte jeglichen Alters herzlich eingeladen. Zur Anmeldung liegen in der Kirche die Bruderschaftsbüchlein auf, die bis Freitag, 16. Januar, in den Briefkasten des Pfarrbüros eingeworfen werden können.
Nach dem Gottesdienst findet die Bruderschaftsversammlung im Pfarrsaal statt, bei der mit Brudermeister Michael Schmitt über Belange der Bruderschaft gesprochen wird. Weitere Programmpunkte sind der Rechenschaftsbericht des Sozialfonds und ein 70-minütiger Film von Larissa Anton zum Thema „Odenwälder Brauchtum im Jahreskreis“, in dem auch Aufnahmen von der diesjährigen Bürgstadter Urbanus-Prozession zu sehen sind.
Autor:Dr. Markus Schmitt aus Bürgstadt |
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