Müllentsorgung
Hofmann-Gruppe bleibt Partner des Landkreises Miltenberg

Unterzeichnung der Verträge zum Betrieb der Kompostieranlage Guggenberg mit (von links sitzend) Landrat Jens Marco Scherf, Michael Koch (Geschäftsführer Hermann-Hofmann-Gruppe) und Günter Verst (Vorsitzender MZVO) sowie (stehend von links) Ruth Heim (Leiterin Kommunale Abfallwirtschaft Landkreis Miltenberg), Carmen Hofmann-Ekler (Geschäftsführerin Hermann-Hofmann-Gruppe) und Willi Kredel (stellvertretender Vorsitzender MZVO).
  • Unterzeichnung der Verträge zum Betrieb der Kompostieranlage Guggenberg mit (von links sitzend) Landrat Jens Marco Scherf, Michael Koch (Geschäftsführer Hermann-Hofmann-Gruppe) und Günter Verst (Vorsitzender MZVO) sowie (stehend von links) Ruth Heim (Leiterin Kommunale Abfallwirtschaft Landkreis Miltenberg), Carmen Hofmann-Ekler (Geschäftsführerin Hermann-Hofmann-Gruppe) und Willi Kredel (stellvertretender Vorsitzender MZVO).
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Nach europaweiter Ausschreibung des Betriebs der Kompostieranlage Guggenberg bleibt alles beim Alten; die bewährten Partner arbeiten auch nach 25 Jahren weiter zusammen: Betreiber der Anlage bleibt die Hermann-Hofmann-Gruppe (früher Herhof Kompostierung), der Müllabfuhrzweckverband Odenwald (MZVO) und der Landkreis Miltenberg liefern ihre Bioabfälle zur Kompostierung an. Die Verträge zwischen den Partnern wurden am Mittwoch im Landratsamt unterschrieben.
Landrat Jens Marco Scherf blickte vor der Unterzeichnung auf die Anfänge der Mülltrennung und der Abfallverwertung im Landkreis zurück. Er ging unter anderem auf die probeweise Einführung der getrennten Bioabfallsammlung in Erlenbach und Elsenfeld im Jahr 1991 ein, wobei die Abfälle in Erlenbach kompostiert wurden. Da sich dieses Vorgehen bewährte, habe der Kreistag nach Einbindung weiterer Versuchsgemeinden die Biotonne im gesamten Landkreis eingeführt, erinnerte Scherf.
Um den Bioabfall zu verarbeiten, habe man nach einer europaweiten Ausschreibung die Firma Herhof Umwelttechnik (Solms-Niederbiel) als Partner gewonnen. Am 23. Januar 1996 sei zwischen dem Landkreis und der Herhof Umwelttechnik GmbH – später Herhof Kompostierung Miltenberg GmbH und Co. KG – der Betreibervertrag über Planung, Errichtung, Finanzierung und den Betrieb der Kompostieranlage Guggenberg unterzeichnet worden. Herhof habe dabei die Anlage geplant, finanziert und gebaut. Dies sei der Beginn einer „sehr konstruktiven, zielorientierten und von gegenseitiger Achtung geprägten Zusammenarbeit“ gewesen, bilanzierte Scherf. Der Volllastbetrieb der Kompostieranlage habe am 1. Oktober 1997 begonnen, zeitgleich mit Einführung der Biotonne in allen Gemeinden des Landkreises. Auch der Müllabfuhrzweckverband Odenwald nutzte die ortsnahe und finanzierbare Verwertung der Bioabfälle in Guggenberg, wusste Scherf und freute sich, dass diese Zusammenarbeit nach 25 Jahren weiter fortgesetzt wird.
Nach 25 Jahren endet nun der Betreibervertrag mit der Firma Herhof Ende September 2022, die Kompostieranlage Guggenberg geht am 1. Oktober 2022 in das Eigentum des Landkreises über. Bei der europaweiten Ausschreibung zur Verarbeitung der Bioabfälle unterbreitete die Hermann-Hofmann-Gruppe (früher Herhof Kompostierung Beselich GmbH & Co. KG) – quasi der bisherigen Betreiber – das günstigste Angebot. Der MZVO hatte sich an der Ausschreibung beteiligt, da auch der Odenwald an einer weiteren Kompostierung seines Bioabfalls in Guggenberg interessiert war. Landrat Jens Marco Scherf freute sich auf weiter gute Zusammenarbeit, die „vertrauensvoll und zielorientiert“ gewesen sei.
Michael Koch, der gemeinsam mit der Tochter des Firmengründers Carmen Hofmann-Ekler die Hermann-Hofmann-Gruppe führt, stellte das Unternehmen vor, dessen Wurzeln im Geschäft mit der Kompostierung liegen. Hermann Hofmann habe schon früh ein sehr effektives Kompostiersystem entwickelt, informierte Koch. Seitdem habe man die Technik ständig weiterentwickelt, sodass die Anlagen auch nach 25 Jahren und diversen Anpassungen immer noch sehr gut liefern. Ein Großteil des Komposts werde im Ökolandbau verwendet, was für die Qualität des wertvollen Guts spreche. Mit dem Landkreis Miltenberg und dem MZVO habe man eine „tolle Partnerschaft“, sagte er und verwies darauf, dass das Unternehmen auch Rohstoffe wie Basalt und Diabas liefert sowie Energien aus nachwachsenden Rohstoffen bereitstellt. So sei man beispielsweise auf dem Feld der erneuerbaren Energien aktiv – etwa mit Planung, Bau und Inbetriebnahme von Windkraftanlagen sowie deren technischer und kaufmännischer Betriebsführung.
Für den MZVO unterzeichneten Verbandsvorsteher Günter Verst und stellvertretender Verbandsvorsteher Willi Kredel den Betreibervertrag für die Kompostieranlage. Verst erinnerte an die Anfänge der Kompostierung im Odenwald. Hatten zu Beginn manche noch geunkt, dass das Einsammeln von Bioabfall in einer landwirtschaftlich geprägten Region unnötig sei, so habe sich das schnell geändert. Anfangs habe man den Bioabfall in Ermangelung eigener Entsorgungsanlagen nach Holland gefahren, wusste er. Als die Firma Herhof das Angebot zum Kompostieren des Bioabfalls in Guggenberg unterbreitet habe, habe sich das geändert. „Mit der Zusammenarbeit sowohl mit Herhof wie auch dem Landkreis Miltenberg sind wir bislang sehr zufrieden“, sagte er, ehe die Vertragsparteien ihre Unterschriften unter die Verträge setzten.

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