Das enorme Interesse im Vorfeld ließ es bereits erahnen: Das Thema Mistelbekämpfung brennt den Streuobst-Akteuren in der Region unter den Nägeln. Kürzlich fand in Hausen das erste kostenlose Tagesseminar zur Ausbildung zum „Mistelwart“ statt, das bereits Wochen vor dem Termin restlos ausgebucht war.
Über 25 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich im Hausener Begegnungshaus ein, um sich intensiv mit der Biologie und Bekämpfung der Laubholzmistel auseinanderzusetzen. Der Vormittag widmete sich ganz der Theorie: Warum breitet sich der Halbschmarotzer, begünstigt durch den Klimawandel, so rasant aus? Wie erkennt man kritischen Befall rechtzeitig, und welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind bei der Entfernung zu beachten? Auch wertvolle Informationen zu aktuellen Förderprogrammen und Tipps zur Organisation von kommunalen Mistelschnitttagen standen auf dem Lehrplan.
Der praktische Teil am Nachmittag führte die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein direkt auf eine Streuobstwiese in Hausen. Hier konnten die frisch erworbenen Kenntnisse unter fachkundiger Anleitung des LPV Miltenberg direkt am Baum in die Tat umgesetzt werden. Die Teilnehmer übten die fachgerechte Schnittführung und diskutierten verschiedene Techniken, um die Bäume langfristig zu entlasten, ohne sie durch zu starke Eingriffe zu schwächen.
Das Ziel des Seminars wurde voll erreicht: Die neuen Mistelbeauftragten fungieren ab sofort als kompetente Ansprechpartner und Multiplikatoren in ihren Heimatgemeinden. Sie sind nun bestens gerüstet, um eigenständig Kontrollen durchzuführen und örtliche Bekämpfungsaktionen zu koordinieren. Angesichts der langen Warteliste und der durchweg positiven Resonanz plant der Landschaftspflegeverband bereits eine Wiederholung des Formats, um den Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft auch in Zukunft auf breiter Basis zu sichern.
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