Buchempfehlung/Geschenktipp: Reisedepeschen aus Bolivien und Peru
Auf nach Südamerika! Ein Reisebericht von Jennifer McCann

Die Schwester meiner Frau befindet sich aktuell in einem FSJ in Bolivien. Da ich über Bolivien viel zu wenig weiß, wollte ich unbedingt mehr darüber erfahren. Am besten auch noch mehr, als ich in einem Reiseführer finden kann. Allerdings gibt es nicht allzu viele Reiseberichte, die sich mit Bolivien auseinandersetzen. Wie es der Zufall will, bringt aber der reisedepeschen-Verlag gerade jetzt einen Reisebericht zu Bolivien und Peru von Jennifer McCann heraus.

Wer denkt, dass ein Reisebericht nicht ein ganzes Buch füllen kann, wird jetzt vom Gegenteil überzeugt. Die Reise führt die Autorin durch die gesamten Klimazonen Südamerikas und gewährt ihr Einblicke in aufregende Kulturen. Das Buch ist in übersichtliche Kapitel eingeteilt und gut strukturiert. Anfangs wird der Leser ziemlich schnell in das Treiben in Bolivien und die Gedanken der Autorin hineingeworfen. Aber so ähnlich ist es ihr wohl auch vor Ort ergangen. Von der ersten bis zur letzten Seite beweist die Autorin Mut jede Gelegenheit beim Schopf zu packen. Schwimmen mit Delfinen (und Kaimanen), Downhill auf der Todesstraße oder ein spontanes Jobangebot annehmen sind nur ein paar Beispiele. In der Danksagung wird Philipp Laage erwähnt und im Laufe des Buches wird deutlich, dass Jennifer McCann - ob nun bewusst oder nicht - genau das tut, was laut Laage für eine gelungene, abenteuerliche Reise nötig ist. Sie verfügt über ein hohes Maß an Mut, Neugier und Anstrengung. So gelingt es ihr unter die Oberfläche der Kulturen zu schauen und in die Gesellschaft so richtig einzutauchen.

Ihre Art zu reisen ist sehr sympathisch. Sie hat Respekt gegenüber Kulturen, reflektiert und kalibriert unter Umständen ihr Verhalten und besitzt eine präzise Beobachtungsgabe. Aber all das ist nicht ausschlaggebend für die 5 Sterne, denn es geht hier ja um ein Buch und nur zweitrangig um die Reise selbst. Jennifers Worte verfügen über so viel Kraft, ich konnte mich ihren Beschreibungen nicht entziehen. Ich selbst war bereits in Peru und konnte diesbezüglich viele ihrer Wahrnehmungen nachvollziehen und teilen. Für mich war Ecuador - ähnlich wie Bolivien für Jennifer - ein viel authentischeres und bodenständigeres Land.

Selten habe ich so einen perfekten Schreibstil gelesen. Jedes Wort passt zur Situation und es ist überdeutlich wie viel Liebe sie in die Reise aber auch in die Verschriftlichung investiert hat. Dabei heischt sie keine Zustimmung oder verfällt in Angebereien. Ihre Gedankengänge sind interessant und klar. Sie stellt mit Wort und Bild (!) ein ungeschöntes und dadurch intensives Reisen dar, sodass ich mich mit geschlossenen Augen selbst auf dem Hexenmarkt oder in den Anden wähnen konnte oder in Erinnerungen an Südamerika versank. Die Fotos sind nicht gestellt und "verfiltert", sondern einfach echt und mitten aus dem Leben. Das Buchdesign unterstützt den positiven Gesamteindruck und hat mir vor allem haptisch gut gefallen.

Meiner Meinung nach ist dieser Reisebericht ein echtes Fundstück und das optimale Geschenk für jeden Südamerika-Fan (Weihnachten steht vor der Tür :-) ). Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung!

Das Buch ist im Reisedepeschen Verlag erschienen (ISBN: 978-3-96348-007-2) und kostet 22 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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