Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe gescheitert – Streik in Sicht?
„An ihren Taten sollt ihr sie wieder erkennen“: Die IG BAU im Zeichen der Mobilisierung zum Arbeitskampf

Carsten Burkhardt, rechts am Pult, erklärt den Delegierten der Bundestarifkommission für das Bauhauptgewerbe, worum es JETZT geht...
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  • Carsten Burkhardt, rechts am Pult, erklärt den Delegierten der Bundestarifkommission für das Bauhauptgewerbe, worum es JETZT geht...
  • Foto: Andrea Faggiano aus Franken, Mitglied der Bundestarifkommission
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Kassel, 27.09.2021 Mit Provokationen hätten sie geglänzt. Mit Mogelpackung-Angeboten seien sie aufgetreten. Mit scheinheiligen Argumenten haben sie den Verhandlungstisch verlassen.
Die Rede ist -so Carsten Burkhardt, Verhandlungsführer der IG BAU- von den Arbeitgeberverbänden, die am 22.09.2021 im Rahmen der fünften (!) Tarifverhandlung die Bühnenszene der konstruktiven Lösungsfindung gewechselt haben, um überraschend und blitzartig den Vorhang fallen zu lassen.

Die Bundestarifkommission fand somit am 27.09.2021 im Kongresspalais Kassel zusammen, um die weitere Vorgehensweise mit dem Vorstand der IG BAU abzustimmen.
Schnell wurde es klar: das lassen sich die BauarbeiterInnen nicht mehr bieten!
Nach fünf Verhandlungen mussten diese für gescheitert erklärt werden. Und dies geschah im einstimmigen Einvernehmen: das Votum der Delegierten ist an diesem ersten Wochentag glasklar, das Schlichtungsverfahren wird nun offiziell eingeleitet.

Schlichtung oder Vorbereitung zum Arbeitskampf? Streik in Sicht!
Die Forderungen der IG BAU sind deutlich definiert: 5,3% mehr Lohn/Gehalt für max. 12 Monate, eine angemessene Wegezeitenschädigung für alle Baubeschäftigten und der längst überfällig Ost-West-Angleich.

Die Bauwirtschaft profitierte und profitiert weiterhin auch in der anhaltenden Corona-Krise eindeutig vom Aufschwung: 2019, das beste Jahr seit dem 2. Weltkrieg und sogar das Corona-Jahr 2020 – das beste Jahr nach der Wiedervereinigung- stehen nicht nur als Indizien für die eine Erfolgsbeteiligung der BaukollegInnen, sondern sie sind vielmehr der eindeutige Beweis dafür, dass sie die Beteiligung mehr als verdient haben: Sie haben sie schließlich erarbeitet!

Die VerhandlungsführerInnen der Arbeitgeberverbände bieten im Gegenzug an: Nichts. Wenig. Kaum was.
Sie sehen 3% mehr Lohn und Gehalt für einen Zeitraum von 24 (!) Monate als angemessen an.
Sie wollen eine Wegezeitentschädigung garantieren, allerdings soll diese nicht für die Poliere gelten und die Entfernung solle ja nur für in Luftmeter gemessen werden.
Und zum überfälligen Ost-West-Angleich schlagen sie vor: Nichts.

Am 27.09.2021 haben die Mitglieder der Bundestarifkommission daher entschieden: Schluss mit der Vorführung und Ende des grottenschlechten Schauspiels der ArbeitgeberInnen, es beginne die Vorbereitung zum Arbeitskampf…

Organisieren und mobilisieren: "An ihren Taten werdet ihr sie wieder erkennen!“
Mit einem Zitat aus der Bibel (1. Johannes 2, 1-6) schaltete sich Christian Beck, Mitglied der Verhandlungskommission der IG BAU - in die Diskussion ein.
Tarifverhandlungen werden nicht durch Flyer und Plakate gewonnen, sondern durch den Einsatz der Mitglieder in den Betrieben – so sein eindringlicher Appell an die Anwesenden.

Und jetzt, zu Beginn der Schlichtung am 06.10.2021 in Berlin, muss mehr denn je deutlich gemacht werden, dass man bereitstünde, seine Forderungen durchzusetzen. Nach den Worten müssen nun die Taten folgen.

Am 06.10.2021, zum Start der Schlichtung (06.10.2021 bis 08.10.2021) geht es zur großen Kundgebung in die Hauptstadt.
Auch aus der Großregion Franken werden Busse starten, in Würzburg beispielsweise um 4:00 Uhr am Dallenbergbad.
Die Mitfahrgelegenheit ist kostenlos, Anmeldungen unter nuernberg@igbau.de
Weitere Infos zu den Tarifverhandlungen unter www.igbau.de

Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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