Leben in der Infosphäre. Medien. Daten. Menschen. - Professor Peter Weibel sprach über die Digitalisierung unserer Welt

Landtagsabgeordnete Martina Fehlner mit Prof. Peter Weibel beim Unterfränkischen Kultur- und Medienempfang im Hofgarten-Kabarett in Aschaffenburg.
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  • Landtagsabgeordnete Martina Fehlner mit Prof. Peter Weibel beim Unterfränkischen Kultur- und Medienempfang im Hofgarten-Kabarett in Aschaffenburg.
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Rund 120 Medien-, Kunst- und Kulturinteressierte waren der Einladung der BayernSPD-Landtagsfraktion zum „Unterfränkischen Kultur- und Medienempfang“ ins Hofgarten-Kabarett in Aschaffenburg gefolgt. „Die Digitalisierung unserer Welt hat inzwischen alle unsere Lebensbereiche erfasst – auch die Kunst, Kultur und die Medien. Das Netz ist zu einem fundamentalen Element unserer gesellschaftlichen Ordnung geworden“, machte die Gastgeberin, die Aschaffenburger Landtagsabgeordnete Martina Fehlner, medienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, in ihrer Begrüßungsansprache deutlich.

Ihr Kollege Georg Rosenthal, Regionalsprecher der unterfränkischen SPD-Landtagsfraktion erklärte, dass die Digitalisierung mittlerweile alle Altersgruppen erreicht habe und es ihn erstaune, wieviel die Menschen freiwillig von sich selbst im Netz preisgeben. Darüber sprach auch der international hoch angesehene Leiter des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe, Prof. Peter Weibel, in seinem äußerst interessamten, spannenden und zugleich nachdenklich stimmenden Vortrag. Der Medienexperte erörterte in einem Exkurs, wie sich die Technologie in den letzten 150 Jahren entwickelt hat. Außerdem erklärte er, wie die Sprache der Programmierer, wie Algorithmen und Daten die gesellschaftliche Ordnung beeinflussen und welche Relevanz medien- und zeitgenössische Kunst haben, die sich mit Big Data - von Social-Media bis NSA - auseinandersetzen.

„Die Menschen liefern freiwillig die Daten, mit denen die Konzerne innerhalb weniger Jahre zu Milliardären werden. Und jeder, der seine Daten frei gibt, gibt auch die Daten anderer frei“, betonte Weibel. Deshalb sei es die Aufgabe der Politik, so Fehlner und Rosenthal übereinstimmend, Transparenz bei der Datenverwendung zu fordern und auch Verantwortung zu übernehmen. Gerade die Bildungspolitik sollte sich dafür einsetzen, dass die Medienerziehung in den Schulen einen festen Platz bekommt.

Über die zukünftige Entwicklung der Medien und ihren Einfluss auf die Gesellschaft sagte Prof. Weibel abschließend: „Wir werden immer mehr von sprechenden, denkenden, sehenden, rechnenden Objekten umgeben sein. In einer von Sensoren gesteuerten Umwelt voller künstlicher Intelligenz wird auch der Mensch zu einem von Sensoren gesteuerten mit künstlicher Intelligenz verbesserten neuen Version des Anthropos.“

Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch das junge Percussion-Ensemble der Aschaffenburger Musikschule. Langanhaltender Beifall dankte den jungen Künstlern für ihren schwungvollen Auftritt.

Autor:

Dirk Kronewald aus Aschaffenburg

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