Start am 12. September
Stammtisch für pflegende Angehörige
- Ein Großteil der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen zuhause betreut und gepflegt. Gerade wenn eine häusliche Pflegesituation andauert, sind die Angehörigen stark belastet – körperlich wie mental.
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Wenn Menschen im Alter immer mehr Unterstützung brauchen oder gar plötzlich auf Pflege angewiesen sind, sind Angehörige oft sehr belastet. Denn ein Großteil der Pflegebedürftigen wird von Angehörigen zuhause betreut und gepflegt. Die Pflege zuhause muss organisiert werden. Anträge müssen gestellt und Pflegegrade ermittelt werden. Zudem bedeutet die Pflege eines nahestehenden Menschen oftmals eine hohe Einsatzbereitschaft, teils rund um die Uhr, für einen langen Zeitraum. Sowohl diejenigen, die auf Pflege angewiesen sind, müssen mit der eigenen Hilfsbedürftigkeit umgehen lernen, als auch die Pflegenden sich in der neuen Rolle und mit der veränderten Beziehung zum Beispiel zu den eigenen Eltern zurechtfinden. Hier entstehen oft Konflikte, wie auch in der Familie um die Aufteilung der Sorgearbeit. Gerade wenn eine häusliche Pflegesituation andauert, sind die Angehörigen stark belastet – körperlich wie mental.
Darum startet am Freitag, 12. September, um 17-19 Uhr der Stammtisch für pflegende Angehörige. An jedem 2. Freitag im Monat können Menschen, die Angehörige pflegen, in den Nebenraum der Gaststätte Centgraf in Bürgstadt, Josef-Ullrich-Str. 11 kommen, um sich mit anderen in einer ähnlichen Situation auszutauschen und vielleicht den einen oder anderen Rat des Stammtischteams zu bekommen. Es kann aber auch darum gehen, einfach mal eine Auszeit vom belastenden Pflegealltag zu nehmen.
Der Stammtisch wird von einem Team aus Menschen mit Erfahrung in der Pflege organisiert, die Pflegenden damit ein kostenfreies Angebot bieten möchten. Im Team dabei sind Monika Klein, Katharina Leißler, Sonja Sauerwein und Tina Wengerter. Ihre Beweggründe, sich ehrenamtlich im Stammtisch für pflegende Angehörige zu engagieren, sind ganz unterschiedlich.
Tina Wengerter: „Ich bin bei der AOK Bayern in der Pflegekasse beschäftigt und habe durch die Gespräche mit pflegenden Angehörigen festgestellt, dass viele an ihre Grenzen kommen und sich in ihrer Situation allein fühlen. Sie kennen oft auch nicht alle Möglichkeiten, die sie nutzen könnten, weil die Pflege ihre gesamte Aufmerksamkeit benötigt und gefühlt keine Zeit für Informationen bleibt. Mir ist es ein persönliches Anliegen, im Rahmen des Stammtisches hier mit meinen Erfahrungen anderen zu helfen. Im Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen und uns denke ich, dass die Angehörigen in dieser kleinen Auszeit neue Kraft schöpfen und wertvolle Tipps mitnehmen können.“
Sonja Sauerwein: „Durch meine berufliche Tätigkeit und langjährige Erfahrung in der Pflege von Angehörigen weiß ich, wie wichtig der Austausch ist.“
Katharina Leißler: „Ich habe von 2011 bis Ende 2023 meine beiden Eltern und meine alleinstehende Tante betreut und bis zum Ende begleitet. Jeder von ihnen hatte eine andere, aber immer eine lange und schwere Krankengeschichte. Ich war in der Zeit voll berufstätig, diverse Male von einer plötzlich auftretenden neuen Situation völlig überfordert und habe meine physische und psychische Belastungsgrenze deutlich strapaziert. Andererseits habe ich aber auch viele schöne Momente mit den Dreien erlebt und möchte nichts davon missen. Seit Anfang 2025 bin ich in meiner passiven Altersteilzeit und habe mir überlegt, worin ich Erfahrung besitze und was ich mit der neu gewonnenen Zeit Sinnvolles anfangen kann. Ich hoffe, dass wir mit dem Stammtisch den Angehörigen die Möglichkeit geben können, sich mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, ungezwungen und offen austauschen können. Vieles kann man nur nachvollziehen, wenn man die Lebenssituation aus eigener Erfahrung kennt.“
Monika Klein: „Ich habe als Mitarbeiterin im Sozialdienst einer Klinik ständig mit pflegenden Angehörigen zu tun. Die Arbeit, die diese Menschen leisten, bringt sie oft selbst an die Grenze der eigenen Belastbarkeit. Ein Austausch ist da sicher wertvoll, um wieder neue Kraft zu schöpfen.“
Eine Anmeldung zum Stammtisch ist nicht erforderlich. Informationen zum neuen Angebot der KAB sozial & gerecht gibt es im Internet unter pflegestammtisch.sozialundgerecht.com. Fragen können auch per E-Mail an pflegestammtisch@sozialundgerecht.com oder per Telefon unter der Nummer 0178 2636971 gestellt werden. Weitere Termine sind am 10. Oktober, 14. November und 12. Dezember geplant.
Lesen Sie dazu auch folgenden Beitrag: www.meine-news.de/event/82925
Autor:Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg |
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