Miltenberger Tierschutzverein steht vor großen Aufgaben
Corona macht auch dem Tierheim in Kleinheubach das Leben schwer

Der 2-jährige Doggenmix Mexx lässt auch Tierpflegerhelferin Rebeca Breunig mit seinem Lieblingsball spielen.
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  • Der 2-jährige Doggenmix Mexx lässt auch Tierpflegerhelferin Rebeca Breunig mit seinem Lieblingsball spielen.
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Das Tierheim in Kleinheubach wurde bereits 1959 gegründet und hat über die Jahre einer Vielzahl an Tieren geholfen - ob es um Vermittlung an neue Besitzer geht oder darum einem alten oder nicht mehr vermittelbarem Tier einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. „Trotzdem ist es erstaunlich, dass es im Landkreis immer noch Menschen gibt, die nichts von der Existenz des Tierschutzvereins bzw. des Tierheims wissen“, wundert sich die 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Doris Kraft. Viel Engagement, Liebe zum Tier, Zeit und Geld gehören dazu, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen, denn die Tiere wollen ja rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche versorgt werden. Umso dankbarer war bisher das Team vom Tierheim für ehrenamtliche Helfer, die mit den Hunden Gassi gehen, die Katzen mit Streicheleinheiten verwöhnen oder in anderer Weise mit helfen, dass sich die Fellnasen wohl fühlen. Das ist in Zeiten von Corona nun leider nicht mehr so einfach.

Wer ist denn bitte diese „Corona“?

Aber lassen wir doch die Beteiligten einfach selbst zu Wort kommen:


"Angefangen hat alles vor ein paar Monaten. Da ist uns schon aufgefallen, dass so Manches nicht rund läuft. Es kamen auf einmal keine Zweibeiner mehr (außer natürlich unserem „Putz- und Bodenpersonal“, die eh immer da sind). Wir Hunde gingen auf einmal mit dem Tierheimpersonal spazieren. Eigentlich kommen da unsere ‚Gassigänger‘“.

Das Seltsamste war, dass unsere Zweibeiner auf einmal einen Maulkorb trugen. Echt, nicht gelogen! So richtig vor dem Mund und vor der Nase. Erst haben wir uns ja erschrocken, dann fanden wir Hunde es lustig. Denn auch einige von uns müssen sowas beim Gassi gehen tragen. Können Sie mal sehen, wie ätzend das ist.
Wir konnten auch manchmal ihre Gespräche belauschen, wenn sie sich miteinander unterhielten. Da kamen dann Worte wie ´Und die Vermittlung ist im Moment auch nicht möglich, da keiner rein darf´ oder ´Oh je, wie sollen wir das nur schaffen, wenn da keiner mehr kommen darf und wir keine Tiere mehr vermitteln können´.
Das hat uns schon echt nachdenklich gemacht. Wir untereinander haben uns dann natürlich schon auch einen Kopf gemacht. ´Müssen wir jetzt ewig hier bleiben, wenn keine Interessenten mehr kommen?´ ´Bekommen wir jetzt nie ein neues Zuhause?´ ´Müssen wir jetzt hungern, wenn weniger Einnahmen reinkommen?´.
Immer wieder fiel dann dieses Wort ´CORONA´. Wir fragen uns, wer diese Corona ist. Was muss das für ein fieser Typ sein? Was bezweckt die damit? Die würden wir echt gerne mal kennenlernen. Die würde sicher verbissen und verkratzt das Weite suchen.
So verging eine ganze Weile. So richtig haben wir uns nie an die ´Ruhe´ gewöhnt, aber wir mussten uns ja damit abfinden. Auf einmal wurde es wieder ein kleines Bisschen anders. Als erstes durften unsere ´Paten´ wieder kommen und mit uns Gassi gehen.

Anmerkung der Katzen: Warum haben eigentlich nur die Hunde Paten und keiner will uns Katzen als Patenkind?
Ist das nicht diskriminierend? Solltet Ihr Euch vielleicht mal Gedanken drüber machen. Hier gibt es ganz tolle Katzen, und wenn jemand von Euch ein Katzenfan ist und sich aus verschiedenen Gründen keine Samtpfote halten kann, ist das doch eine tolle Alternative, oder? Aber das wollte ich nur mal so am Rande erwähnen.
Also, wie gesagt, die Paten durften kommen. Sie mussten vorher einen Termin ausmachen (uns egal, wir sind allzeit bereit). Wenn sie reinkamen, hatten sie auch so einen komischen Maulkorb auf. Den durften sie aber dann, wenn wir draußen waren, wieder absetzen. Also konnten wir beide beim Gassi gehen ohne Behinderung hecheln und natürlich schnüffeln.

Bei uns Katzen hat es noch etwas länger gedauert – da wir ja keine Paten hatten, die uns besuchten. Aber auch bei uns ging es dann irgendwann wieder ein Bisschen lockerer zu. Allerdings auch nur mit Maulkorb. Scheinen echt gefährlich bissig zu sein, die Zweibeiner. Anders können wir uns das nicht erklären. Aber nun läuft es, mit einigen Ausnahmen, wieder relativ normal. Jetzt müssten nur noch Interessenten kommen. Wir sind hier nämlich ein toller Trupp. Ich bin ganz sicher, da würde bestimmt so mancher einen tollen vierbeinigen Freund finden.

Außerdem überlegt mal weiter: Kann ja sein, dass diese Corona wieder so fies zuschlägt. Wenn Ihr dann einen Vierbeiner an Eurer Seite habt, seid Ihr daheim nie alleine. Ihr hättet immer jemanden, der bei Euch ist.

Wer den Tieren im Tierheim Miltenberg helfen möchte, findet hier die Adresse:
Tierheim Miltenberg
Am Hundsrück 3
63924 Kleinheubach
Telefon: 09371 80234
tierheim-miltenberg@web.de
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag: 14-17 Uhr

Spendenkonto:

Sparkasse Miltenberg-Obernburg
IBAN DE63 7965 0000 0620 0162 38
BIC BYLADEM1MIL

Autor:

Liane Schwab aus Miltenberg

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