Buchempfehlung: Operation Gay Bomb von Symone Hengy
Sex als Waffe?

Das Buch „Operation Gay Bomb“ von Symone Hengy ist der erste Thriller, den ich von der Autorin lese. Der Klappentext klang vielversprechend, Selbstjustiz von ehemaligen Geheimdienstagenten ausgehend verspricht gute Unterhaltung. Buchumschreibung, -titel und –cover wiesen dann noch auf biologische Waffen hin, die sich dem Sexualtrieb der Menschen (Männer) bedienen und damit war klar, das Buch muss ich lesen.

Worum geht’s?
Aus verschiedenen Perspektiven wird schnell eine Geschichte aufgebaut, die den Leser fesselt. Zu Beginn steht ein dramatisches Großereignis auf dem Plan, welches sich als der erste einer langen Kette von vermeintlichen Zufällen entpuppt. Ein Privatdetektiv, ein verzweifelter Vater, eine engagierte Polizistin, ein genialer Wissenschaftler und ein Bund seltsamer alter Männer, vornehmlich aus den ehemaligen Ostblockstaaten werden dem Leser präsentiert. Es entstehen erste Sympathien und schon bald werden die Verbindungen zwischen den Personen deutlich. Dadurch steigt die Spannung und spätestens ab der ersten Leiche möchte man das Buch dann wirklich nicht mehr aus der Hand legen.

Wie war’s?
Der Einstieg in das Buch ist mir unglaublich leicht gefallen. Die Beschreibungen der Szenen und der Charaktere und ihrer Gefühle sind sehr authentisch und lassen einen gut am Geschehen teilhaben. Die Dialoge sind gelungen und griffig, lediglich die Absatzsetzung ist gelegentlich verwirrend, wenn doch eigentlich eine Person spricht, aber im selben Absatz plötzlich jemand antwortet. Soweit ich das verstanden habe, bestehen entfernte Bezüge zu vorherigen Büchern von Symone Hengy, die man allerdings nicht kennen muss, um dieses Buch hier zu verstehen.

Die Thematik rund um Waffenkunde, Rechtsmedizin, Genetik und Geheimdienste empfand ich als sehr interessant. Ob es sich hier um reine Fiktion handelt oder das ein oder andere möglicherweise schon ähnlich existiert, müsste man NSA, BND und Co. fragen. Ein paar einleitende Wort am Anfang wecken auf jeden Fall das Gefühl, dass das hier nicht alles der Fantasie der Autorin entsprungen ist.

Der Autorin gelingt es meiner Meinung nach gut, den Leser für die Gefühle der Protagonisten, besonders denen von Herrn Groth empfänglich zu machen. Seine Lebensgeschichte ist sehr dramatisch und man wünscht sich Aufklärung.

Die Auflösung war nicht ganz unerwartet und viel mehr hat mich das Danach interessiert, allerdings hat das Buch ein ziemlich offenes Ende, sodass Raum für die eigene Kreativität besteht.

Ich möchte dem Buch gerne 4,5 Sterne geben, den Abzug gibt es bei mir für die hellseherischen Träume des Privatdetektivs, die dem Ganzen eine leicht übersinnliche Note gegeben haben, was für mich nicht in den Plot gepasst hat. Außerdem finde ich die Aufmachung des Buches nicht so qualitativ hochwertig. Ich lese eigentlich recht „schonend“, aber der Einband hat sich doch relativ schnell verbogen. Cover und Titel fand ich allerdings großartig!

Für mich wird das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der letzte Thriller von Symone Hengy bleiben, die ohne überbordende Gewalt auskommt, aber ein gutes Gespür für Details in ihren Szenen besitzt und sympathische Charaktere (sowohl bei den Guten als auch bei den Bösen) schafft.

Eine klare Leseempfehlung für Freunde von Genome Editing, Geheimdienstoperationen und Privatermittlern!

Das Buch ist im Hybrid Verlag erschienen (ISBN: 978-3-96741-011-2) und kostet 15,90 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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