Buchempfehlung: Die Fährte des Wolfes
Zack Herry bekommt es mit den Grauen Wölfen zu tun

Worum geht’s?

Eigentlich hat Zack Herry, der Topermittler der Stockholmer Sondereinheit, mehr als genug eigene Probleme. Er nimmt viel zu viele Drogen, hat offensichtlich Bindungsprobleme und in ihm herrscht eine dauernde Unrast. Doch in „Die Fährte des Wolfes“ muss er sich zusammenreißen. Ein grausamer Mörder hat es offensichtlich auf asiatische Prostituierte abgesehen. Ein frauenverachtender Triebtäter? Oder die Eskalation eines Rockerkriegs mit Bezügen zum Menschenhandel? Gemeinsam mit Deniz und den anderen Profis der Sondereinheit begibt sich Zack auf die Jagd.

Wie war’s?

Wieder ist es mir nach „In den Fängen des Löwen“ nicht schwer gefallen in das Buch hineinzukommen. Vielleicht ist es die Faszination des Bösen, vielleicht ist es der lebendige Schreibstil, vielleicht auch beides. Spätestens nach dem ersten Verbrechen konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Zu grausam waren die Morde und zu sehr wollte, ja musste ich dann wissen wie es ausgeht. Die Bücher um Zack Herry haben nichts mit dem „Tatort“ zu tun. Die „Bösen“ dort sind zahme Hauskatzen im Vergleich zu Zacks brutalen Gegnern. Dass es nicht immer nur um einsame Irre gehen muss, sondern der Bogen zur organisierten Kriminalität geschlagen wird, hat mir persönlich gut gefallen. Bis zu einem gewissen Grad wirkt es für mich dadurch sogar realistischer. Während das letzte Buch noch im Winter spielte, ist dieses Mal die Szenerie nicht ganz so grau, dafür aber der Kontrast zwischen dem sommerlichen Stockholm und den kaltblütigen Morden umso stärker.

Bezüglich Zack bin ich noch sehr hin- und hergerissen. Auf der einen Seite ist er ein Held, der er nicht sein will. Andererseits ist er emotional verkümmert. Eigentlich weiß er, was in seinem Leben falsch läuft, aber die Energie die er bei der Verbrecherjagd bis zum Gehtnichtmehr zu besitzen scheint, fehlt ihm bei der Selbstheilung. Egal, ob Ester, Deniz, seine Kindheit, Mera oder eben die Drogen, ihm gelingt es nicht für klare Verhältnisse zu sorgen. Mir haben die Einblicke in Zacks Kindheit in diesem Band besonders gut gefallen, denn das erklärt in Teilen sein doch sehr widersprüchliches Verhalten.

Es entstehen erneut einige Nebenkriegsschauplätze, aber es gibt überall eine Verbindung und der rote Faden reißt nicht ab. Außerdem sind die Perspektivwechsel diesmal überschaubar. Ein paar Fragen sind zum Ende noch offen wie beispielsweise die Beweggründe von Zacks Chef, daher bin ich auf weitere Bücher gespannt. Ein bisschen überspitzt und da dann doch ähnlich zum „Tatort“ ist Zacks Verhalten dann doch. Die Verfolgungsjagden, die Schießereien und schließlich das Finale sind dann doch etwas unglaubwürdig, aber sei’s drum.

Mit dem ersten Band der Reihe ist Kallentoft und Lutteman ein spannender Thriller gelungen, den ich persönlich sogar besser als den 2. Band „In den Fängen des Löwen“ fand und daher 4,5 von 5 Sternen vergebe.
Das Buch ist bei Klett-Cotta erschienen (ISBN: 978-3-608-50371-5978-3-608-50371-5) und kostet 16,95 €.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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