Auszeichnungsfeier
Feierlicher Abschluss an der Berufsschule Miltenberg-Obernburg: Grundsteine für die Zukunft gelegt
- Im feierlichen Rahmen wurden die besten Absolventinnen und Absolventen mit einem Staatspreis für herausragende schulische Leistungen (Notendurchschnitt 1,0) ausgezeichnet.
- hochgeladen von Katja Bergmann
Mit einer festlichen Auszeichnungsfeier verabschiedete die Berufsschule Miltenberg-Obernburg am 30. Juli 2025 ihre Absolventinnen und Absolventen. In der Obernburger Stadthalle versammelten sich rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Schule und Familie, um die Leistungen der jungen Fachkräfte zu würdigen.
Insgesamt nahmen 276 Absolventinnen und Absolventen an der Verabschiedung teil. Neun von ihnen wurden für ihre herausragende Abschlussnote von 1,0 mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet. Weitere 34 Schülerinnen und Schüler mit einem Notendurchschnitt von bis zu 1,5 sowie fünf Klassenbeste erhielten Preise des Landkreises. Besonders erfreulich war zudem, dass 26 Absolventinnen und Absolventen im Rahmen ihrer Ausbildung zusätzlich den mittleren Bildungsabschluss erwerben konnten.
Mit Kopf, Herz und Hand
Schulleiter Alexander Eckert eröffnete die Feier mit einer eindrucksvollen Rede, in der er den ganzheitlichen Bildungsansatz der Berufsschule betonte. „Wir kümmern uns nicht nur um technische Bildung, sondern vermitteln Impulse für Kopf, Herz und Hand“, erklärte er. Die Schule verstehe sich als Ort, an dem fachliche Qualifikation und Persönlichkeitsentwicklung gleichermaßen gefördert werden.
Eckert sprach auch aktuelle Herausforderungen an, insbesondere die seit Langem geplante, aber noch nicht genehmigte Generalsanierung des Schulgebäudes. Dennoch zeigte er sich optimistisch und kündigte ein zukunftsweisendes Projekt an: Ab dem Schuljahr 2026/27 soll in Miltenberg-Obernburg eine staatlich anerkannte Fachschule für Umweltschutztechnik und regenerative Energien entstehen – ein klares Signal für nachhaltige Bildung.
In einer Welt, die immer komplexer werde, sei es wichtig, neue Denkweisen zu entwickeln. Eckert verwies auf das Konzept der BANI-Welt, das für Brüchigkeit, Angst, Nichtlinearität und Unverständlichkeit steht. Gerade in solchen Zeiten brauche es Anpassungsfähigkeit, kreative Lösungen und eine solide Grundlage – all das, so Eckert, hätten die Absolventen im Laufe ihrer Ausbildung erworben. „Die Ergebnisse zeigen, dass Sie bereit sind für das, was kommt.“
Grußworte aus Politik und Wirtschaft
Stellv. Landrat Bernd Schötterl richtete sich mit einem humorvollen Gedicht an das Publikum, in dem er sich augenzwinkernd als „Ersatzbanklandrat“ bezeichnete. Zugleich machte er deutlich, wie wichtig die berufliche Bildung für die Region sei und versprach, sich persönlich für die Sanierung der Schule einzusetzen. Den Absolventinnen und Absolventen riet er, mit Zuversicht nach vorn zu blicken, und wünschte ihnen Zufriedenheit, Glück und Willensstärke.
Bürgermeister Dietmar Fieger nahm ein letztes Mal in seiner Amtszeit die Rolle des Grußredners ein. Er brachte ein Modell des Obernburger Wahrzeichens, des „Runden Turms“, Die bunte Farbgestaltung sei Ausdruck einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Sein Appell war deutlich: „Demokratie lebt vom Mitmachen – durch Wahlen, durch Ehrenamt, durch gelebte Meinungsfreiheit.“ Abschließend sprach er im Namen der Stadt Obernburg seine Glückwünsche aus.
Dr. Maria Bausback von der IHK Aschaffenburg würdigte die Leistungen der jungen Fachkräfte. Gerade in unsicheren Zeiten hätten sie Durchhaltevermögen bewiesen. Die Wirtschaft sei auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Umso wichtiger sei es, offen für Neues zu bleiben und sich stetig weiterzuentwickeln.
Stellv. Kreishandwerkermeister Nick Braunwarth betonte, wie wertvoll diese neue Generation für das Handwerk sei. Sie habe viel gleichzeitig meistern müssen – eine Fähigkeit, die heute gefragter denn je sei. Das Handwerk brauche frische Ideen und junge Talente. Er wünschte den Absolventinnen und Absolventen Mut, Freude und die richtige Portion Energie.
Auch Thomas Beilharz (Vorsitzender des Fördervereins) blickte zuversichtlich in die Zukunft: Ein neuer Lebensabschnitt beginne, und jetzt liege es an jedem Einzelnen, die Richtung selbst zu bestimmen. „Genießen Sie Ihre wachsende Selbstständigkeit“, gab er den jungen Menschen mit auf den Weg.
Anekdoten und musikalische Highlights
Einen sehr persönlichen Abschluss der Redebeiträge gestaltete die Absolventin Angelina Sauerwein. Sie dankte ihren Ausbilderinnen und Ausbildern für ihre Geduld, den Lehrkräften, der Familie, Freundinnen, Freunden und Kolleginnen – besonders in der intensiven Prüfungszeit. Mit einem Einblick in ihren Ausbildungsalltag im Autohaus zeigte sie, wie praxisnah und wertvoll die vergangene Zeit war. Ihre Botschaft an die Mitabsolventen: „Bleibt euch treu, hört auf euer Herz und freut euch über eure Zeugnisse. Feiert diesen Moment!“
Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Projektband „Unisono“ begleitet, mit besonderem Glanzpunkt durch die Absolventin Lena Ziegmann, die das Publikum mit drei stimmungsvollen Liedern als Solistin begeisterte.
Autor:Katja Bergmann aus Niedernberg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.