Gedanken der Woche 4 im Molière-Jahr 2022
Die freiwillige Impfpflicht, die Wölfe im Schafspelz und die modernen Betrüger

Die Maske, gefallen... oder doch nicht? Die Impfpflicht spaltet und eint, die Betrachtung macht den Unterschied...
  • Die Maske, gefallen... oder doch nicht? Die Impfpflicht spaltet und eint, die Betrachtung macht den Unterschied...
  • Foto: PIXABAY
  • hochgeladen von Andrea Faggiano

Ob in Elsenfeld, Aschaffenburg, Frankfurt oder gar Nürnberg: Waren Sie am vergangenen Wochenende auch demonstrieren?
Wie haben Sie sich dabei gefühlt, als Sie für die "gefährdete" Freiheit der Menschen protestiert haben? Oder fühlten Sie sich im Recht und haben also das „gute System“ und seine letzten Grundzüge, die Impfpflicht-Ideologien, positiv bekundet?
Nun, philosophisch betrachtet: Ideologen, die von sich behaupten, doch nur das Beste für alle zu wollen, sind oft genug Tyrannen. Die Geschichte lehrt immer wieder und mit Personen wie Lenin, Napoleon oder - gar bis in die Antike - mit Alexander, dem mazedonischen Kriegsherrn, wurden Ideologien und Denkweisen verbreitet, die öfters mit diktatorischem Führungsstil einher gingen.

Und aktuell?
Der psychologischen Manipulation verfallen diskutieren ImpfgegnerInnen und ImpfbefürworterInnen, fortan immer mehr auf dem gleichen Niveau, über die Einführung einer Impfpflicht.
Dabei setzen die einen auf Freiwilligkeit, die anderen möchten allzu gerne Druck ausüben – im Namen des Volkes, versteht sich von selbst, handeln ja beide.
Man überbietet sich, das Schauspiel hat längst begonnen: Wer kann jetzt die Wölfe von den Schafen unterscheiden, wer betrügt wen?
Vielleicht wird der Vorhang in diesem letzten Akt der Corona-Pandemie fallen… Vielleicht…
So wie einst der Vorhang über einem der berühmtesten Theaterwerken von Molière fiel.

Molière, der französische Vater der modernen Komödie, verfasste einst das Meisterstück „Der Tartuffe“, den meisten hierzulande als „Der Betrüger“ bekannt.
Tartuffe, ein vermeintlich frommer Mensch, ergattert sich nach und nach das Vertrauen des konservativen und streng gläubigen Familienoberhauptes Orgon. Immer wieder manipuliert der Betrüger und bringt ihn gar dazu, am Ende der inszenierten Erzählung, beinahe ihm sein Hab und Gut zu überschreiben.
Bis Tartuffe auffliegt, und die Moral der Geschichte muss schlussendlich lauten: Jeder ist Schmied seines Glückes.

Und so entsteht heute „Der moderne Betrüger“, ganz im Zeichen der Freiwilligkeit einer Impfpflicht, die den Wölfen, den Gleichen im Schafspelz und sogar den Schafen zugleich zugutekommen soll – oder wie Molière selbst zutreffend schrieb: Eine Sünde wird erst zur solchen, wenn sie nicht im Verborgenen bleibt…
Folge man dem Gedanken der künstlerischen Freiheit und gar dem Urgedanken des französischen Autors kann man für die vergangene vierte Woche dieses besonderen Jahres ein Gedicht entstehen lassen- viel Spaß bei der Lektüre…

„Der moderne Betrüger“

Zur solchen wird die eine Sünde,
wenn im Verborgenen sie bliebe nicht;
einer klagt an, alle sich beschwerend, uns es zustünde…
Das Urteil gefallen, die Wahrheit ans Licht.

Die Wahrheit? Kenn´ ich die gleiche, die du auch kennst?
Stets auf der Lauer das Schaf, der Wolf am Warten;
Die einen schreien, die anderen im Recht – Du pennst,
und siehts nicht, das Unheil ist am Starten!

Oh Impfpflicht, oh komme, so schnell und geschwind
über uns wie die Sonne, ja wie das Christkind!

Sie riefen „Hosianna! das Ende ist nah!“,
sie schrien lautstark. Sie kämpften dafür.
Der Anfang, gemacht. Zu Ende gedacht? Man sah
wie die Wölfe aufsprangen, dann rein durch die Tür…

Die Zeit, sie vergeht! Vergessen ist sie nun,
die Menschlichkeit. Die Abhängigkeit, sie lebt!
Ein Traum wurde wahr, wir sind alle immun!
Und die letzten von uns? Egal… Mein Herz, wie es bebt!

Die letzten von uns, Tür´ und Tor´ mögen sie schließen,
das Licht ausschalten; das Feld, endlich räumet!
Schluss mit dem Theater, oh ihr Betrüger, wie wir euch guthießen!
Damals, im Frühling, im Grün der Bäume, als ihr davon träumet
auf der Welt freiwillig zu sein – Und jetzt? Was ein Elfmeterschießen…

Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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