Bildergalerie: Fulminanter Vortrag in Obernburg
Professor Dr. Alexander Demandt über Marc Aurel und das Römische Weltreich

Einen exzellenten Vortrag  gab es am Donnerstagabend im Römermuseum in Obernburg mit Professor Dr. Alexander Demandt (Mitte), links Eric Erfurth - Vorsitzender des Fördervereins und Kreisheimatpfleger.
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  • Einen exzellenten Vortrag gab es am Donnerstagabend im Römermuseum in Obernburg mit Professor Dr. Alexander Demandt (Mitte), links Eric Erfurth - Vorsitzender des Fördervereins und Kreisheimatpfleger.
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Impressionen aus dem Obernburger Römermuseum am 24.10.2019.

„Selbstbetrachtungen“ eines Kaisers sind Schatz der Weltliteratur

Althistoriker Professor Dr. Alexander Demandt referierte über den „stoischen“, römischen Kaiser

Mut, Unerschütterlichkeit und Pflichtreue prägten Marc Aurels Lebensführung und sein staatsmännisches Handeln

Obernburg. Bis auf den letzten Sitzplatz war der Vortragsraum im Römermuseum Obernburg gefüllt.
Rund siebzig Gäste lauschten am Donnerstag, dem 24. Oktober 2019, den faszinierenden Worten von Prof. Dr. Alexander Demandt, dem bekannten Althistoriker und Buchautor und seinem einstündigen Vortrag.

Sein Vortrag zum Philosophenkaiser Marc Aurel nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise ins Innere der römischen Hochkultur, in die Ära ihrer größten Blüte.

Interessante Selbstbetrachtungen eines Kaisers

Marc Aurel ( geboren 121, gestorben 180 ) war Kaiser des Römischen Reiches (seit 161) und gehöre zu den Hauptvertretern der jüngeren stoischen Philosophenschule wie Seneca und Epiktet - betonte Prof. Dr. Demandt.

Die „Selbstbetrachtungen" des Kaisers, der bereits als Zwölfjähriger die Lehren der Stoa in sich aufnahm, wurden zu einem der berühmtesten „Erbauungsbücher“der Geschichte.

Die stoischen Tugenden des Mutes, der Unerschütterlichkeit und der Pflichttreue prägten Marc Aurels Lebensführung und sein staatsmännisches Handeln.

„Asien, Europa - Winkel der Welt; der ganze Ozean - ein Tropfen des Alls! Der Pathos - ein winzige Scholle des Weltganzen; die ganze Gegenwart - ein Augenblick der Ewigkeit!“

Ein Herrscher, der solches sagen konnte, war gegen Cäsarenwahn gefeit.

Erfahrungsberichte an der Front

Marc Aurel schrieb seine Eindrücke, Erfahrungen und erbaulichen Gedanken meist nicht nicht in Rom, sondern an verschiedenen Kriegsschauplätzen an der Front.

Er musste in dauernden Kriegen das Reich vor dem Zusammenbruch bewahren. Eine von Truppen eingeschleppte Pestepidemie verursachte in der Bevölkerung schwere Verluste.

Trotzdem gelang es dem Kaiser, die Einfälle der germanischen Marktmannen abzuwehren und die Donaulinie zu behaupten.

Seine ursprünglich vergoldete Bronzestatue in Rom ist das einzige vollständig erhaltene Reiterstandbild der Antike.

Der Limes - bei uns und in anderen Regionen - war als Landstrich dem Kaiser untergeordnet. Die flache Hierarchie im Imperium sorgte für die Präsenz des Herrschers auch am Rand des Weltreiches.

Regionaler Bezug zum Limes und zu Obernburg

In Mainz saß der Statthalter des Kaisers, der am Limes wiederum, wie in Obernburg, von einem Benefiziarier vertreten wurde.

Unter den Kaisern der Limeszeit ragte also Marc Aurel (121-180 n. Chr.) mit seiner Regentschaft ab 161 n. Chr. heraus. Er war der Kaiser, über dessen Biografie wir am meisten erfahren können.

Seine berühmten „Selbstbetrachtungen“ geben auch heutigen Zeitgenossen einen interessanten Einblick in das reiche Innenleben eines Herrschers, der überwiegend damit beschäftigt war, die weiten Grenzen seines Reiches durch kriegerische Aktivitäten zu sichern.

Auch in Obernburg am UNESCO-Welterbe Limes hat die Zeit des Philosophenkaisers Marc Aurel eindrucksvolle Spuren hinterlassen.

Im Jahr 162 n. Chr. wird ihm hier die monumentale Bau-Inschrift der Basilika des Stabsgebäudes im Kastell geweiht. Die Inschrift zum Versammlungsort der Kohorte wurde an der Straßenecke Römerstraße/Schmiedgasse gefunden.

Im Spannungsfeld von Kontemplation und Krieg

Gestalt und Porträt Marc Aurels sind durch viele Denkmäler, etwa durch das bekannte Reiterstandbild auf dem Kapitol in Rom, überliefert.

Der 82-jährige Vortragende, Emeritus der Freien Universität Berlin und einer der renommiertesten Gelehrten seines Faches, hat jüngst eine umfassende Biografie Marc Aurels vorgelegt. Das vielgelobte Werk übermittelt das Leben des Kaisers im Spannungsfeld von Kontemplation und Krieg in neuem Licht.

Das Buch von Prof. Dr. Alexander Demandt trägt den Titel „Marc Aurel. Der Kaiser und seine Welt“ und ist 2018 im Beck-Verlag, München, erschienen; 592 Seiten, mit Abbildungen, ISBN 978-3-406-71874-8, 32 €.

Die „Selbstbetrachtungen“ Marc Aurels sind in verschiedenen Buchausgaben zugänglich.

Roland Schönmüller

Weitere Bilder und Infos folgen!

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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