Gedanken der Woche 15, im Dante-Jahr 2021
„Was ihr wollt-und der Rest ist Schweigen“: Von Ausgangsperren, Inzidenzzahlen und QuerdenkerInnen

Quer denken: Mutig aus der Reihe tanzen oder brav eingereiht bleiben? Geht es nach alten Vorbildern wie Seneca, Goethe, Schiller oder Einstein, so waren QuerdenkerInnen immer ihrer Zeit voraus. Und sie waren nicht immer beliebt... | Foto: PIXABAY
  • Quer denken: Mutig aus der Reihe tanzen oder brav eingereiht bleiben? Geht es nach alten Vorbildern wie Seneca, Goethe, Schiller oder Einstein, so waren QuerdenkerInnen immer ihrer Zeit voraus. Und sie waren nicht immer beliebt...
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Eine weitere Woche ist vergangen, Vieles ist politisch beschlossen worden (oder auch nicht) und in der Corona-Krise macht insbesondere Aschaffenburg bundesweit von sich die Rede.
Erst die „Motorenschau“ am Sonntag, 11.04.21, dann der „Masken-Aufmarsch“ durch die City am Mittwochabend, die „Schweige-Minuten“ unter den blühenden Magnolienbäumen des Schöntal-Parks am Freitag und zum Schluss der Höhepunkt der Woche: Die gestrige Auseinandersetzung in der Herstallstraße mit der Polizei.

Was treibt diese Menschen auf die Straße? Und sind diese „Veranstaltungen“ Vorboten von baldigen Straßenschlachten, die Deutschland seit der Weimarer Republik nicht mehr gesehen hat?
Parallele zeichnen sich - in der Abwicklung - insgesamt ab. Hier die Einen, die Guten, die alles dafür tun, dass die Pandemie rasch beendet wird- ergo, sie halten sich vorbildlich an all die Regeln und Gesetze, die im Zeichen der Angst und der steigenden Inzidenzzahlen erlassen werden. Da die anderen, die querdenkenden DemonstrantInnen, die Bösen, die mit Ihrem Verhalten augenscheinlich und unterstellend nichts anderes wollen, als dass die Pandemie niemals endet. Sie stellen Fragen, analysieren Fakten, lehnen die Maßnahmen ab, aber das Virus dennoch nie und sprechen sich für Lockerungen aus.

Aschaffenburgs OB Jürgen Herzing spricht offen darüber: Der martialische Aufmarsch erinnert an düsteren Zeiten, die wir nicht mehr haben wollen- so der OB im Interview mit einigen Zeitungen wortwörtlich. Und dies ist so richtig.
Aber: "Alle gegen alle und das Misstrauen wächst" ist auch nicht die richtige Antwort.
Und die Politik beschäftigt sich einmal mehr mit weiteren Restriktionen und tieferen Einschränkungen von Grundrechte, anstatt das Kind beim Namen zu nennen und die Probleme-nach über einem Jahr Pandemie- konsequent anzupacken und Perspektiven anzubieten: Das Gesundheitssystem ist das eigentliche Manko. Das unterbezahlte Pflegepersonal ist am Limit, Intensivbetten bald ausgeschöpft und die Zeit läuft und läuft...“Und der Rest ist Schweigen“- man spare sich die bekannten Nebenerscheinungen am besten aus...

Beim Satz „Der Rest ist Schweigen“ aus dem Werk Hamlet vom englischen Schriftsteller William Shakespeare liegt der gleichnamige Protagonist im Sterben, das Gift bewältigt seinen Geist.

Wird das "Alle-gegen-Alle-Gift" auch Deutschlands demokratischen Geist demnächst bewältigen und das Land in einen Obrigkeitsstaat verwandeln oder handelt es sich um Worte aus einem anderen Werk von Shakespeare( „Was ihr wollt!“), wonach die Bundesregierung temporär handelt„ Ich tue etwas, und weiß selbst nicht was?“ und seltsame Inzidenzzahlen (Stand 19.04.2021: 165/100.000) als Grundlage für weiteren Einschränkungen definiert?
Im geflügelten Worte darf man sich im Dante-Jahr 2021 die künstlerische Freiheit nehmen, dem aktuellen Geschehen ein paar Reime zu widmen – viel Spaß bei der Lektüre!

Es war 50, 50 am Stück
Die magische Zahl, die uns stets begleitete
Sie wurde dann 100, oder ein bisschen mehr, oder doch zurück?
Das Unendliche, das Leid aller Menschen in einem vereint- Corona bereitete
den Weg für die Demos, quer denken arbeitete
unhaltsam g´schwind, ohne ein Zurück

„Ich tue etwas, und weiß selbst nicht was“
Das war Theater, es ist bitte keine Politik
Im Angesicht der Ausgangssperren entwickelte sich ein Hass
Und Hass ist nicht gut- Schaut bitte in die Chronik!

Aschaffenburg war diese Woche nicht alleine; ob in Dresden, in Kempten
In Berlin, in Brüssel, in Rom oder Paris
Die Welt steht Kopf, die Grundrechte am Campen
Die Liebe grüßt nicht mehr und das Leben uns zurückließ!

Querdenker, das war es mal
Ein Kompliment, auf einer Höhe mit Seneca, Goethe, Einstein oder Schiller
Allesamt: sie dachten anders und erreichten viel. Heute für sie überall ein Denkmal.
Und heute steht das Wort nur noch für Horrorthriller!

Wie schad´ es um uns steht,
und wie schwer es für uns sein wird! Auf der einen Seite die angeblichen Feigen,
auf der anderen Seite das Corona-Pamphlet
mit all den Gesetzen und Verordnungen- und der Rest ist Schweigen...

Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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