Und erkenne: Nichts ist für die Ewigkeit...

Das Logo der Main-Limes-Realschule Obernburg in einer Holzdesign-Realisation: der Limes-Wachturm als Bekenntnis zum Ursprung Obernburgs, der Mensch im Mittelpunkt (Design: Julia Lieb-Vad, Elternbeirätin)
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  • Das Logo der Main-Limes-Realschule Obernburg in einer Holzdesign-Realisation: der Limes-Wachturm als Bekenntnis zum Ursprung Obernburgs, der Mensch im Mittelpunkt (Design: Julia Lieb-Vad, Elternbeirätin)
  • Foto: Elternbeirat der Main-Limes-Realschule Obernburg
  • hochgeladen von Andrea Faggiano

„Die Fußstapfen sind groß“- so kommentierte die Schulleiterin der Main-Limes-Realschule Obernburg Frau Katja Wehner-Theinert am Donnerstag, den 02.07.2020, am Ende der letzten Sitzung des besonderen CORONA-Schuljahres 2019/2020 die Bekanntmachung über die vorzeitige Amtsniederlegung des ersten Vorsitzenden des hiesigen Elternbeirates Andrea Faggiano aus Obernburg.

Doch was war geschehen, warum dieser Schritt?

Die Amtszeit eines Elternbeiratsmitglieds im Vorstand des Selbigen endet mit dem Erhalt der Mittleren Reife des jeweiligen Kindes- nun für den Sohnemann von Faggiano aller Voraussicht nach und zumindest altersbedingt zu erwarten.

Um dem übrigen Elternbeiratsgremium zu ermöglichen, dass dieses im neuen Schuljahr vollumfänglich geschäftsfähig ist traten er und dem gleichen Grund wegen ein weiteres Vorstandsmitglied, Frau Stefanie Noß als Kassenwärtin, daher zurück und beide stellten den Antrag auf Neuwahlen- welcher durch die Anwesenden angenommen wurde- wenn auch von mehreren, bewegenden Dankesworten begleitet.

Elternarbeit wird an der Main-Limes-Realschule Obernburg seit eh und je großgeschrieben und gelebt- auch die Fußstapfen der Vorgängerin Panja Bardon waren nicht zu übersehen, als Andrea Faggiano im September 2014 zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.
Es galt daher, nicht nur den gleichen Schritt als Vorbild anzunehmen und somit um mindestens der bisherigen Arbeit die notwendige Wertschätzung zu attestieren, sondern diese noch zu vertiefen und die Elternschaft mit guten Vorsätzen innerhalb der Schulfamilie weiter voranzubringen.

Ein Rückblick, welcher staunen lässt, warum es Elternbeiräte gibt und vor allem wieso es wichtig sei, immer wieder zu betonen, dass diese nicht nur langweilige, passive „Mitwisser“ seien, die an Festen Kuchen backen und Kaffee kochen, sondern sie haben tatsächlich die Möglichkeit das Schulleben aktiv mitzugestalten- und von diesem Recht sollten sie unbedingt Gebrauch machen, denn sie dürfen niemals vergessen, dass sie der Institution Schule das Wertvollste anvertrauen, was sie haben: Die eigenen Kinder.

Zu den unzähligen Aktivitäten, die durch den Elternbeirat fortgesetzt aber auch neu initiiert wurden, möchte man unbedingt festhalten und weitergeben: Die Zusammenarbeit mit den Elternvertretungen der weiterführenden Schulen aus den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg, um den Austausch zu fördern; die Unterstützung der bayernweiten Petition für die Einführung eines kostenfreien, öffentlichen Personennahverkehrs auch unterhalb der Sprengelgrenze- mit der benachbarten Elsenfelder Realschule; die Verbesserung der Schulbusbeförderung dank der engen Kooperation mit der Realschule Elsenfeld und mit den Gymnasien Elsenfeld und Erlenbach; der gezielte Ausbau einer sicheren Verkehrsinfrastruktur rund um das Schulareal, mit der Neuschaffung einer weiteren Bushaltestelle in der Berufsschulstraße und mit der Einführung einer „unechten“ Einbahnstraße in der Dekaneistraße zur Entlastung des Busverkehrs, in Kombination mit der Errichtung einer Parkverbotszone in bestimmten Tageszeiten- um einige Punkte zu benennen, die verdeutlichen, welcher Einfluss das Gremium auf das lokale und regionale Umfeld haben kann.

Zu den wenigen Auseinandersetzungen, die jedoch sicherlich für viel Diskussionsbedarf gesorgt haben, sollen die Einführung des Lehrerraum-Prinzips, die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Betreiber des Pausenverkaufs, die Neuvergabe des jährlichen Abschlussballes, die Gründung eines Fördervereins, die Einführung des Handyversuchs nicht unerwähnt bleiben.
Dabei darf der Leser dieses Artikels das Wort Diskussion nicht mit dem Wort Streit verwechseln, denn bei einer Diskussion möchte man verstehen, bei einem Streit möchte man wiederum Recht haben.
Der Schulfamilie ging es insgesamt immer um das Verstehen, wenn auch die Ansichten eben manchmal anders zu teilen waren- Kompromisse wurden gefunden, verbunden mit einer gegenseitigen, vertrauensvollen Nachverfolgung der Zielvorgaben und Absprachen.

Vertrauensvoll war und ist der Umgang mit den finanziellen Mitteln, welche der Elternbeirat dank Spenden aus der Elternschaft und dank den Erlösen aus den Beteiligungen an Festen und feierlichen Ereignissen zur Verfügung hat.
So konnten einige Wünsche aus der Schülerschaft aber auch aus dem Lehrerkollegium erfüllt werden; Anregungen wurden aufgegriffen und zur Weiterverfolgung analysiert.

Zu den besonderen Projekten, die der Elternbeirat bezuschusst hat: Die Kunstprojekte in der Aula; die hochwertige Designer-Sitzinsel „FOLIA“ im Pausenhof; die Anschaffung eines Trinkwasserspenders; die alljährlichen Anerkennungen der Begabten anhand der Zeugnisnoten und die Anerkennung der Begabten, welche sich ehrenamtlich in der Schule engagieren- ja, denn auch sie sind begabt, sozial begabt, und dürfen in einer vom quantitativen Leistungsdruck dominierten Gesellschaft keinesfalls untergehen und werden deshalb in ihren zahlenmäßig nicht messbaren Qualitäten speziell hervorgehoben. Ferner die Bezuschussungen zu einigen Klassenfahrten, zu professionellen Autorenlesungen, zu Teilnahmen an Wettbewerbe im Robotik-Kurs- damit Bildungsgleichheit nicht nur ein Wort oder ein Versprechen bleibt- sie muss im Zeichen der Solidarität vorgelebt werden!

Und vorgelebt werden muss auch die Erfahrung mit der Geschichte seiner eigenen Herkunft, um die Fehler aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Um die Diskriminierung von Menschen, die anders denken , zu vermeiden. Um die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, und ihnen keine Vorgaben zu machen, wie sie zu leben haben.

Eine Reihe von Gründen also, warum Freya Klier, Mitgründerin der DDR-Friedensbewegung, bereits zwei Mal auf Initiative hin des Elternbeirates an die Main-Limes-Realschule geholt wurde- zum ersten Mal somit und überhaupt in Unterfranken konnte sie den SchülerInnen aus der 10. Jahrgangsstufe von den Schikanen erzählen, unter welchen sie währen der DDR-Diktatur gelitten hat und wofür sie im Namen der Freiheit, der Akzeptanz und der Gleichheit unter allen Menschen nach zwei missglückten Attentaten fast mit dem Leben bezahlt hätte.
Junge Menschen dürfen nicht zusehen und das Böse geschehen lassen: Sie müssen erkennen, für welche Welt ihre Vorfahren gelebt haben und für welche Welt sie selbst einstehen wollen- für eine bessere!

Der Blick in die Zukunft lässt hoffen, dass die nun neu gewählten Vorstandsmitglieder des Elternbeirates – Frau Nicole Kuther als 1. Vorsitzende, Herr Frank Zimmermanns als ihr Stellvertreter und Frau Katrin Stolpe als Kassenwärtin- die aktuellen Herausforderungen selbstbewusst angehen wie nie zuvor. Mögen die Fußstapfen so groß sein, für die Besonderheit dieser Spuren hat der Jenige zu sorgen, der nicht nach unten hin oder gar zurück nach ihnen schaut, sondern nach vorne blickt und nur den Horizont als einzige Grenze seiner Gedanken sieht.

Dem Horizont immer so nah wie möglich, um zu erkennen: Nichts ist für die Ewigkeit.

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Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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