Sachbuchvorstellung: Ich schreibe mich schlank
Abnehmen durch Schreiben - geht das?

Eine neue Art Ernährungstagebuch zu führen ohne dabei jede Kalorie zu zählen - das verspricht das 12-Wochen-Programm der Ärztin und Schreibtherapeutin Silke Heimes, das sie in Ich schreibe mich schlank vorstellt. Der Fokus liegt dabei ganz auf der eigenen Wahrnehmung und der Selbstreflexion. Leser*innen werden dazu eingeladen zum Füller zu greifen und so mehr in Richtung Wohlfühlgewicht zu gelangen. Dabei ist nicht primär der Gewichtsverlust das Ziel, sondern vor allem das Definieren und Erreichen eines Wohlfühlgewichts durch Ausprobieren und ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper.

Das ausführliche Vorwort behandelt die Gefahren diverser Diäten und Ernährungstrends und zeigt die Diversität von Körpern und Stoffwechseln auf. Für Universaldiäten sind wir eben einfach alle zu verschieden. Außerdem erklärt sie, dass die menschliche Psyche für eine nachhaltige Umstellung einer Routine knapp 12 Wochen braucht. 

Was genau macht das Buch so besonders?

In erster Linie ist es ein Tagebuch, das täglich mit prägnanten Fragen dazu auffordert, das eigene Essverhalten und Selbstbild zu analysieren. Neben der eigenen Motivation und den alltäglichen Essritualen wird auch die eigene Körperwahrnehmung hinterfragt. Das Ganze wird dann durch eine wöchentliche Bilanz abgerundet, um so Veränderungen und Vorsätze dauerhaft zu etablieren.

Ein Beispiel? Recht früh im Buch wird das Thema fester Essenszeiten angesprochen. Ich schlemme zum Beispiel mehr oder weniger immer, wenn mir danach ist. Sind feste Termine nicht viel besser, um auch den einzelnen Mahlzeiten einen höheren Stellenwert beizumessen? Google ist da nicht besonders klar, sodass ich ein wenig verwirrt war. Aber das Buch möchte gar keine Fakten schaffen, sondern lädt einfach dazu ein, es mal auszuprobieren. Dafür werden zahlreiche Ansätze geliefert, auf die man im Alltag eher nicht kommt und dann gilt es eben das mal für sich zu testen.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die schlichte, elegante Aufmachung. Da in das Buch geschrieben werden soll, ist die Papierqualität sehr wichtig und eben auch sehr gut. 

Das vorgestellte Konzept ist absolut vielversprechend. Ohne einen strikten Verzicht auf bestimmte Dinge, wird hier die eigene Ernährung unter die Lupe genommen und durch Ausprobieren und Beobachtung der eigenen Körpersignale optimiert. Natürlich sollte man eine gewisse Freude am Schreiben haben und auch ehrlich mit sich selbst sein können, sonst wird es schwierig.

Insgesamt ein Mitmach-Sachbuch mit einer besonderen Herangehensweise, das Freunde von Tagebüchern und Gegner von Standarddiäten bereichern wird.

Das Buch ist im dtv-Verlag erschienen und kostet 18 Euro (ISBN: 978-3-423-28251-2).

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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