Buchempfehlung: Amalias Song von Verena Wilmes
Ein Mainhattan-Krimi rund um Doping, Basketball und Deutsch-Rap

Dass ich nicht nur bei den altbewährten Genres und Themen bleiben soll, zeigte mir kürzlich das Buch "Amalias Song" von Verena Wilmes. Ein Sportkrimi von regionalem Charakter, spielt er doch in Frankfurt bzw. im Taunus und ist dann auch noch im mainbook-Verlag erschienen. Normalerweise lese ich wenig Regionales und mit Basketball habe ich auch nicht besonders viel am Hut.

Trotzdem war ich gespannt auf das Buch, das ganz unscheinbar daherkommt. Der Prolog liest sich flüssig und wirft Fragen auf, die der Leser unbedingt beantwortet haben möchte - ein guter Einstieg in den Krimi. Die eigentliche Handlung spielt knapp 3 Jahre nach Amalias Tod. Amalia war Basketballerin in Kronberg und kurz vor dem Sprung nach ganz oben. Das sind einige andere auch und so lernen wir nach und nach verschiedene Charaktere kennen, die im Zusammenhang mit dem Basketballverein stehen, bei dem nicht alles ganz normal abzulaufen scheint. Schnell sind erste Anzeichen von illegalem Doping und einem grausamen Leistungsdruck für die Spielerinnen zu sehen. Vor allem Präsidentin Nele von Goltz und Coach Christian spielen mit gezinkten Karten! Das Buch wechselt kapitelweise die Perspektive, sodass wir in jeden Protagonisten Einblicke erhalten - das hat mir sehr gut gefallen! Leider hat es bei mir eine Weile gedauert bis ich alle Personen klar zuordnen konnte. Gerade bei Jane, Lulu, Lotte und Linda musste ich jedes Mal neu darüber nachdenken, wer zu wem gehört und was seine Absichten sind. Die Namensgebung "Lotte, Linda und Lulu" ist dabei vielleicht etwas ungeschickt. 

Besonders die männlichen Charaktere besitzen interessante Eigenarten und sind auf der einen Seite sehr sympathisch und andererseits denke ich mir oft, was ist los mit dir?! Zwischendurch störte mich, dass sowohl Daniel als auch Lotte so gar nicht aus dem Quark kommen, sondern in Selbstmitleid versinken.. 

Nach und nach tut sich ein spannender Beziehungsroman auf, der bis zum Ende spannend bleibt. Basketball selbst ist eher eine Randnotiz und wäre vermutlich sogar mit einer anderen Sportart austauschbar gewesen. 

Meiner Meinung nach besitzt die Autorin ein sehr feines Gespür für den regionalen Slang. Die Dialoge sind griffig, logisch und gewitzt. Die Eigenart, in praktisch jedem Kapitel in den ersten Sätzen das Datum mit Wetter einzubauen, ist ungewohnt, aber eine gute Idee. 

Neben der völlig verblendeten Haltung mancher Charaktere möchte ich nur einen weiteren Punkt kritisieren: Wäre die Geschichte nicht so schnell so spannend gewesen, hätte ich das Buch vermutlich seeeehr langsam gelesen. Der Buchsatz ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ein ausbaufähiges Cover und viel Schrift pro Seite, das hat mich irgendwie irritiert. Trotzdem empfehle ich dieses Buch wärmstens, denn die Geschichte lohnt sich und ist gut geschrieben!

Das Buch ist im mainbook-Verlag erschienen (ISBN: 9783847612420) und kostet 11,95 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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