Buchempfehlung: Ein einfaches Leben von Min Jin Lee
Generationen-Epos über koreanische Immigranten in Japan

Mit Harte Jahre von Mario Vargas Llosa und Der weite Weg habe ich vor nicht allzu langer Zeit bereits zwei Bücher gelesen, die einen Einblick in die Geschichte von Ländern (Guatemala bzw. Chile) gewähren, der den gemeinen Mitteleuropäer ganz sicher überraschen wird. Da mir beide Bücher sehr gut gefallen habe, wollte ich mit Ein einfaches Leben nun auch einen Einblick in die japanische respektive koreanische Kultur erhalten.

Vorab gesagt, das gelingt! Min Jin Lee schildert über fünf Generationen hinweg das Leben einer koreanischen Familie. Hauptsächlich im 20. Jahrhundert angesiedelt wird die Geschichte einer armen koreanischen Familie erzählt, die nach Japan emigriert, nachdem die junge Sunja sich mit einem Yakuza einlässt, schwanger wird und keine andere Möglichkeit sieht, ihre Ehre zu bewahren als das Land zu verlassen.

Neben vielen historischen Details zu den beiden Ländern wird uns ein intensiver Einblick in die koreanische Kultur ermöglicht, wobei besonders die Situation der Immigranten in Japan beleuchtet wird. Diese Gruppe verfügt bis heute nicht über die gleichen Rechte wie die japanischen Bürger, egal, wie lange sie schon in Japan wohnen.

Das Epos von Lee ist breit aufgestellt, deckt es doch immerhin 100 Jahre Zeitgeschichte im fernen Asien ab. Und bis auf, wer die Yakuza sind, wusste ich wirklich wenig und bin froh über die neuen, spannenden Informationen zu diesen fremden Ländern.

Tatsächlich war ich mir lange unsicher, ob ich das Buch lesen soll und das liegt an dem - meiner Meinung nach - ziemlich irreführenden Klappentext. Darin wird ein ganz anderes Buch geschildert. Immerhin war ich dann sehr positiv überrascht, dass ich ein trotz 552 Seiten kurzweiliges Buch mit spannender Geschichte erwischt habe. Zum Glück konnten mich das Cover und der aufdringlich banale Titel überzeugen.

Mir persönlich hat auch Lees Schreibstil hervorragend gefallen. Die gebürtige Koreanerin, die selbst in die USA emigrierte, weiß was sie tut. Sie weiß auch, was es bedeutet Immigrant zu sein und sowohl in Korea als auch im neuen Land nicht wirklich dazuzugehören. Gerade deswegen berührte mich ihre Geschichte sehr und ich habe das authentische Buch gerne gelesen!

Das Buch Ein einfaches Leben ist im dtv-Verlag erschienen und kostet als gebundenes Buch 24 Euro (ISBN: 978-3-423-14750-7) und als Taschenbuch 13,90 Euro. Online oder im lokalen Buchhandel erhältlich!

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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