Gangsterswing in New York von Ray Celestin
High Noon im New York der 1940er Jahre!

Mit Gangsterswing in New York bringt Ray Celestin den dritten Teil seiner City-Blues-Trilogie auf den Markt. Das Buch zu Los Angeles wird als nächstes folgen. Die Personen tauchen teilweise in allen Bänden auf, die Handlung selbst ist aber abgeschlossen, sodass problemlos ein Quereinstieg möglich ist.

Diesmal geht es - wer hätt's gedacht - um das New York der 1940er Jahre. Genauer gesagt spielt das Buch 1947 und in dieser Zeit des politischen Umbruchs gilt es für organisierte Kriminelle jeglicher Natur ihren Platz in der Nahrungskette zu verteidigen. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt. Zum Einen wäre da der Kriegsveteran und Ex-Ermittler Michael Talbot, dessen Sohn eines brutalen Vierfachmordes verdächtigt wird, dessen Tatort aber doch sehr laienhaft konstruiert wirkte. Michael ist demnach fest von der Unschuld seines Sohnes überzeugt. Zu seiner Rettung eilt Ida, aus deren Sicht wir ebenfalls Teile der Geschichte erzählt bekommen. Außerdem begleiten wir noch den Jungmafioso Gabriel, der eigentlich gerne die Mafia verlassen möchte. Für vielseitige Spannung ist also gesorgt!

Neben den Protagonisten erscheinen zahlreiche zeitgeschichtlich wichtige Personen wie Louis Armstrong oder amtierende Politiker wie Reagan und Kennedy. Insgesamt ist die Handlung celestin-gewohnt gut und detailliert während es den Protagonisten gelegentlich an Tiefe fehlt. Bzw. die Tiefe ist da, aber über das Innere der Charaktere wird deutlich weniger geschrieben als über die politischen Irrungen und Wirrungen.

Dieses Zeitgeschehen ist es aber auch, was das Buch so besonders macht. Ähnlich wie bei Allendes Dieser weite Weg oder Vargas' Harte Jahre erhalten die Leser*innen hier einen grandiosen Einblick in die Zeit von Damals. Darüber wusste ich nicht viel und als die Welt sich auf das Entstehen des Kalten Krieges vorbereitet hat, ist es besonders interessant zu sehen, wie die Unterwelt diese kollektive Schockstarre gewissenlos ausnutzt.

Fiktion und wahre Ereignisse verschwimmen hier und trotz der ein oder anderen chronologischen Freiheit bastelt Celestin einen tollen Roman daraus, der in einem packenden Finale mündet.

Das Cover ist gewohnt gelungen, wieder im Stil der entsprechenden Epoche, wobei mir das Cover bei Höllenjazz in New Orleans noch besser gefallen hat. Dafür finde ich hier den Titel enorm passend, den es ist wahrlich ein "Gangsterswing" und ein Stelldichein, das sich die Crème de la Crème der Mafiosi im Big Apple gibt. 

Das Buch kostet als Taschenbuch 18 Euro (ISBN: 978-3-492-06165-0) und ist lokal oder online erhältlich!

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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